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04.06.2004 - 

Abschied vom Organisationsprogrammierer

Postbank qualifiziert ihre IT-Profis neu

BONN (hk) - Die Ablösung von IT-Altsystemen durch neue hat immer auch Konsequenzen für die Beschäftigten. Im Extremfall müssen sie das Unternehmen verlassen, wenn aber alles gut geht, werden sie für die neue IT-Welt qualifiziert, wie das Beispiel der Postbank zeigt.

Als die COMPUTERWOCHE Anfang dieses Jahres CIOs deutscher Konzerne nach ihren diesjährigen Prioritäten in der Personalentwicklung befragte, nannte Postbank-IT-Chef Dirk Berensmann sein "Reskilling-Programm." Das bedeutet vor allem, dass Beschäftigte für zeitgemäße Technologien qualifiziert werden. Schwerpunkte der Kurse werden dabei unter anderem die Themen SAP, Java/J2EE-Entwicklerinhalte, Projekt-Management, moderne Datenbanken ("Bei uns läuft die größte DB2-Datenbank unter SAP") sowie Architekturen (insbesondere Multichannel, Dokumenten-Management und Middleware) sein.

Karrierepfad für Projektleiter

Für die Umsetzung der ehrgeizigen CIO-Pläne sind vor allem Thomas Busse und David Thyssen verantwortlich, in der IT-Tochter Postbank Systems AG zuständig für Personalfragen. Die Ziele sind klar vorgegeben:

- eigene Mitarbeiter optimal einsetzen (statt externe Freiberufler zu engagieren);

- Reduzierung der Kosten;

- kundenfokussierte Neuorganisation der IT-Tochter (beispielsweise wolle man das Projektgeschäft künftig noch stärker professionalisieren, betonen die beiden Personalexperten).

Um die Bedeutung dieses Schrittes zu unterstreichen, entwickelten sie einen eigenen Karrierepfad für Projektleiter als dritte Säule neben der Führungs- und der Fachlaufbahn. Es werde ein eigenes Projektressort geben, das die Umstellung von der klassischen IT-Abteilung zum Dienstleister zum Ausdruck bringen soll. Bisher wurden mehr als 40 Personen nach dem internationalen GPM-Projektleiter-Standard zertifiziert, weitere 20 sollen noch in diesem Jahr folgen.

SAP-Qualifikationen besonders beliebt

Insgesamt werden alle rund 1000 Mitarbeiter der Postbank Systems kontinuierlich weiterentwickelt. Den Anfang bildeten 40 IT-Profis, die vor allem aus dem "Kordoba"-Umfeld kommen und nun auf SAP getrimmt werden. Die Ausbildungsoffensive unter dem Motto "Sind Sie fit für die Zukunft?" stieß auf großes Interesse, versichern Busse und Thyssen. Immerhin 150 Interessenten meldeten sich für Informationsveranstaltungen an, um "in die SAP-Liga aufzusteigen", wie ein firmeninternes Plakat warb. Die Führungsmannschaft musste schließlich entscheiden, wer in der ersten Runde dabei sein konnte.

Die Qualifizierung besteht zu einem Drittel, also 40 Tage, aus klassischem Unterricht und zu zwei Dritteln (80 Tage) aus Training on the Job. Die Trainer stammen von SAP. Aus dem eigenen Haus kommen Prozessberater, die sich um das Lernen am Arbeitsplatz, Coaching und Feedback der Teilnehmer kümmern.

Entwicklungsgespräche führen

Natürlich gebe es auch die Profis im Haus, die nicht sofort "Hurra" gerufen haben. Doch seien sie in aller Regel guten Argumenten aufgeschlossen. Die Manager führen mit ihren Mitarbeitern Entwicklungsgespräche, in denen Soll- und Ist-Profil gegenübergestellt werden und definiert wird, wohin die Reise in puncto Qualifikation geht. Wer sich heute nicht weiter qualifiziere, laufe Gefahr, in Zukunft den Anschluss zu verlieren. "Es gibt keinen vernünftigen Grund, warum ein Mitarbeiter die Chancen der Entwicklung nicht wahrnehmen sollte" macht Busse deutlich. Thyssen weist darauf hin, dass die Qualifizierungsoffensiven in einem "gesunden Umfeld" mit klarer strategischer Ausrichtung erfolgten.

Der oberste IT-Chef Berensmann erwartet Qualifikationen "weg von rein funktionalen, arbeitsteiligen, also tayloristischen IT-Rollen und Jobs hin zu Skillpools entlang den drei IT-Wertschöpfungsstufen Architektur-Management, Projekt-Management und Ressourcen-Management für den integrierten Anwendungs- beziehungsweise Technologiebetrieb". Weniger wichtig würden in Zukunft die Organisationsprogrammierung nach dem "Wasserfallmodell" sowie Kenntnisse der klassischen Programmiersprachen wie Cobol.