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11.06.2004 - 

Wegbereiter des Desktop-Publishing für jedermann

Postscript feiert den 20. Geburtstag

MÜNCHEN (fn) - Postscript, eine Beschreibungssprache für Texte und Grafiken, wurde vor 20 Jahren auf den Markt gebracht. Sie vereinfachte vor allem das Drucken von Grafiken und Texten und bildete so neben anderen Techniken die Grundlage des Desktop-Publishing.

Postscript erlaubt es, Grafik und Text mit einer universellen Sprache zu beschreiben und an einen Drucker zu senden. So lassen sich Schriften beliebiger Form und Größe erzeugen, und zwar sowohl für Laserdrucker mit geringer Auflösung als auch für hochauflösende Systeme. Zuvor mussten Bitmaps für jedes Zeichen eines Fonts kreiert werden. Für jedes Ausgabegerät war ein spezieller Instruktionssatz erforderlich.

Die Ursprünge von Postscript gehen auf eine Entwicklung des Grafikspezialisten Evans & Sutherland aus dem Jahr 1976 zurück. Mit dem "Design System" entstand dort eine geräteunabhängige Beschreibungssprache für Grafiken. Sie wurde am Palo Alto Research Center (Parc) von Xerox durch John Warnock und Martin Newell zu "JaM" weiterentwickelt und später auf Drucken ausgedehnt ("Interpress"). 1982 gründeten Warnock und Chuck Geschke die Firma Adobe Systems. Postscript war ihr erstes Produkt.

Wirkliche Marktbedeutung erlangte Postscript jedoch erst durch die Kooperation zwischen Adobe und Apple: Der Computerhersteller brachte 1984 den Apple Macintosh auf den Markt, für den es auch einen Laserdrucker gab ("Apple Laserwriter"). Damit konnten Anwender Dokumente mit Texten sowie Grafiken am Bildschirm erstellen und ausdrucken, wobei die Vorlage am PC genauso aussah wie das Ergebnis auf Papier. Zur Verbreitung trug auch die DTP-Software "Pagemaker" von Aldus bei, die Firma wurde 1994 von Adobe geschluckt.

Mit der steigenden Nachfrage nach Postscript interessierten sich auch andere Druckerhersteller für die Technik und unterzeichneten Lizenzvereinbarungen mit Adobe. Die Weiterentwicklung von Postscript nach 1984 hatte unter anderem zum Ziel, den anfangs gewaltigen Rechenbedarf der Sprache zu reduzieren und Fonts und Grafiken eleganter zu verarbeiten. 1990 beschleunigte Postscript Level 2 das Drucken und verbesserte das Farb-Management. Es unterstützte jetzt Truetype-Zeichensätze. Postscript 3 erweiterte 1997 die Grafikfunktionen, bot mehr Graustufen und erlaubte eine schnellere Verarbeitung. Zudem wurde die Sprache in Acrobat 4.0 integriert und gestattete damit den plattformübergreifenden Dateiaustausch.

2003 erschien Postscript 3 mit der sagenhaften Versionsnummer 3016. Es unterstützt das "Portable Document Format" (PDF), Version 1.5, das mit Acrobat 6.0 auf den Markt kam. Das XML-basierende "Job Description Format" (JDF) soll helfen, Druckjobs besser zu steuern. Mit "Multi-threaded Rendering" lassen sich Rendering-Prozesse parallelisieren.