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05.12.1986 - 

Auch komplexe Organisationsplanung ist auf Mikros möglich (Teil 1):

PPS ist nicht mehr eine Mainframe-Domäne

MÜNCHEN - Im Markt der integrierten Softwarepakete für Mikrocomputer hat sich - neben etablierten Programmen für kommerzielle Anwendungen wie beispielsweise 1-2-3, Framework oder Open Access - nun auch ein weiteres Segment herausbilden können: Gemeint ist der Bereich der Produktionsplanungs- und Steuerungs-Systeme. Bislang nur als Domäne der Großrechner- oder MDT-Anwender angesehen, hat sich mit der Portierung der PPS-Systeme auf den Mikro ein interessanter Wandel vollzogen - nicht zuletzt auch aufgrund der Integration solcher PPS-Pakete in neue oder bestehende Netzwerke.

Mittlerweile ist es also auch für Mikro-Anwender möglich geworden, im Rahmen eines vernetzten Systems innerbetriebliche Abläufe zu kontrollieren und Materialflüsse entsprechend zu organisieren. Getrennt werden muß dieser neue Markt jedoch nach zwei Bereichen: Während die Großunternehmen in Industrie und Handel nach wie vor mit adäquaten Rechnersystemen arbeiten und die DV dort den PPS-Bereich lediglich als Anwendungs-Bestandteil ansieht, ergibt sich bei Klein- und Mittelbetrieben durch den Einsatz solcher Rationalisierungs-Programme auf Mikros eine ganz neue Perspektive. Anders als bei integrierten Paketen, die zumeist über Features wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Grafik, Datenbank und Kommunikation verfügen und damit spezifische Aufgaben lösen können, ist bei PPS-Systemen plötzlich der gesamte Betrieb transparent gemacht. Das Programm wird - die erforderlichen Einzelanwendungen einmal vorausgesetzt - gewissermaßen zum Spiegel des Unternehmens. Hier kommt es also nicht auf das korrekte Formatieren eines Geschäftsbriefes an, der mit Zahlen aus der Datenbank gemischt und durch eine Balkengrafik ergänzt an Geschäftspartner versandt werden soll, sondern um die Frage, wie betriebsinterne Vorgänge durch Einsatz von Personal Computern im Netzwerk optimiert werden können.

Als Beispiel für ein solches integriertes Paket, das sich mit der Produktionsplanung und -steuerung auseinandersetzt, haben wir ein Produkt des Calwer Herstellers sib herausgestellt. Die Software namens Madras (für Modulares Administrations- und Rationalisierungs-System) dient nach Angaben des Anbieters auch über die Produktions-, Mengen-, Termin- und Kapazitätsplanung hinaus der Verwaltung von Bereichen, wie beispielsweise Kundenauftragsabwicklung, Einkaufsabwicklung, Logistik und Kalkulation. Das auf IBM PCs sowie kompatiblen Maschinen lauffähige Programm besteht aus unterschiedlichen Modulen, die sämtlich für verschiedene Bereiche eines Unternehmens zum Tragen kommen. Als Zielgruppe sieht der Anbieter eigenen Angaben zufolge insbesondere Klein- und Mittelbetriebe im Industrie- und Handelsbereich. Als typische Anwendungsbranchen seien in diesem Zusammenhang Anlagen- und Apparatebau sowie Elektro- und Feinwerktechnik genannt; auch in der metallverarbeitenden Industrie sieht das Unternehmen Einsatzmöglichkeiten für ein Produktionsplanungssystem dieser Größenordnung.

Das Programmpaket Madras eignet sich demzufolge für Unternehmen die nach folgendem Schema verfahren: Ware vom Lieferanten zum Lager (und/oder Fertigung, sprich Weiterverarbeitung) und von dort zum Kunden. Der Zweck dieser Unternehmen ist demnach erstrangig verkaufsorientiert sowie auf die Lieferung von Erzeugnissen spezifischer

Art ausgerichtet.

Für alle Handels- und Fertigungsunternehmen besteht das Problem, den Materialfluß (von der Bestellung bis zur Auslieferung) zu organisieren. Dabei ist es einerseits wichtig, über alle Materialien Bescheid zu wissen (was, wo, wieviel, für wen/von wem, bis wann), andererseits müssen alle administrativen ) Aufgaben, die im Zusammenhang mit der Planung, der Bestellung, der Produktion und der Auslieferung notwendig werden, zuverlässig, pünktlich und sauber ausgeführt werden. Darüber hinaus ist es bei der Produktion besonders wichtig, neben dem Material die zur Verfügung stehenden Betriebsmittel (Werkzeuge, Maschinen und Personal) optimal, das heißt ohne Engpässe, aber auch ohne Leerzeiten zum Einsatz zu bringen. Insbesondere die immer teurer, aber auch leistungsfähiger werdenden Maschinen verlangen eine sorgfältige Planung ihrer Arbeitskapazität.

Bei diesen täglichen Aufgaben müssen permanent Erkenntnisse gewonnen werden, deren Umsetzung in entsprechende Maßnahmen (im Innenverhältnis oder im Marktverhalten) mittel- und langfristig zu einer Sicherung oder gar Verbesserung der Unternehmenssituation führen sollen.

Bei Madras handelt es sich um eine Standard-Software, trotzdem kann das Programm in einer Vielzahl wichtiger Details an die individuellen, betrieblichen Besonderheiten angepaßt werden. Ohne Programmänderungen sollen während oder

nach der Installation Wünsche berücksichtigt werden können, wie beispielsweise

Auswahl nur derjenigen Funktionen, die für den betrieblichen Einsatz notwendig sind;

Erweiterung der Stammdaten (mit spezifischen technischen Detailinformationen über die eigenen Erzeugnisse);

Gestaltung von Listen und Formularen (für Rechnungen oder Fertigungspapiere);

Gestaltung von Bildschirmmasken (zur Eingabe von Auftragskonditionen);

Speicherung von spezifischen Abhängigkeiten (in Preislisten oder für Mengen-/Maß-Umrechnungen);

Steuerung von betriebsspezifischen Abläufen (Fakturierung vor oder nach Auslieferung);

Änderung der Sprachtexte (Standard: deutsch);

Zusammenstellung derjenigen Auskünfte, die im Dialogbetrieb zur effektiven Unterstützung bei der Entscheidungsfindung des Sachbearbeiters notwendig sind;

Ausbau von der Einzelplatzanwendung auf ein Mehrplatz-System mit sovielen PC-Arbeitsplätzen, wie das zum Einsatz kommende Netzwerk technisch beziehungsweise praktisch zuläßt.

Der Anbieter propagiert seine Software als einen ersten Schritt in Richtung "Experten-System", weil sie keine starren Strukturen verlangt oder festschreibt, sondern weil es sich den Anforderungen der jeweiligen Sachbearbeiter unterordnet und hierfür in hohem Maße anpassbar ist. Durch die individuell über Parameter steuerbare Einsetzbarkeit des Auskunft-Systems zu jedem beliebigen Programmzeitpunkt kann das umfassende "Wissen" des Paketes gezielt für die spezifischen Belange des Sachbearbeiters eingerichtet werden.

Madras wurde von vorneherein so konzipiert, daß es alle betriebswirtschaftlichen Problemstellungen sowohl um das Material als auch um die zur Verfügung stehenden Kapazitäten und die jeweils damit verbundenen Kosten behandelt. Es ist jedoch gleichzeitig funktionsorientiert, das heißt es ist so in Teilsysteme gegliedert, daß diese sowohl einzeln als auch in Kombinationen einsetzbar sind.

Das Paket umfaßt Komponenten, die nach dem Modell verbunden sind, das in Abbildung 1 erläutert wird. Innerhalb des Integrationsmodells besteht Madras aus sogenannten Anwendungsbereichen, die ihrerseits wieder in Teilsysteme gegliedert sind:

Grunddatenverwaltung

Stammdatenverwaltung (SV),

Stücklistenverwaltung (ST),

Arbeitsplanverwaltung (AP);

Materialverwaltung

Materialbuchung (MB),

Lagerbestandsführung, Inventur (LB);

- Kundenauftragsabwicklung

Kundenauftragsabwicklung, Fakturierung (KA),

Verkaufsstatistik (VS);

Einkaufsabwicklung

Einkaufsabwicklung (EA),

Einkaufsstatistik (ES);

Kalkulation

Vorkalkulation (VK),

Nachkalkulation (NK);

Bedarfsplanung

Bedarfsrechnung (BR);

Fertigungsauftragsabwicklung

Fertigungsauftragsabwicklung (FA),

Terminplanung (TP),

Kapazitätsplanung (KP).

Der Bausteincharakter des Pakets läßt es zu, daß die für den Einzelfall notwendige Software nur mit denjenigen Komponenten zusammengesetzt werden muß, die wirklich beziehungsweise zum gegenwärtigen Zeitpunkt benötigt werden. Natürlich können auch zu einem späteren Zeitpunkt Teilsysteme nachinstalliert werden.

Aus den oben genannten Teilsystemen bietet das Unternehmen auch sogenannte Standard-Software-Pakete an. Es sind dies: Madras-Standard als PC-PPS-System mit Einkaufs- und Kundenauftragsabwicklung, Madras-Kommerz als handelsorientiertes Softwarepaket, Madras-Logistik als Materialdispositionssystem und schließlich Madras-PPS als reines PPS-System mit Kostenkontrolle.

Daneben verfügt das Programm über Schnittstellen beziehungsweise über die Fähigkeit, beliebige Daten aus der eigenen Datenbank so aufzubereiten, daß sie für andere Systeme weiterverarbeitbar sind. So sind beispielsweise Integrationen zu folgenden anderen Systemen denkbar beziehungsweise bereits realisiert: Hola für Hochregallagerabwicklung, Optiplan für Materialeinsatzoptimierung, Edmas als CAD-System für Leiterplatten-Entwicklung, Spidas als CAD-System für Elektronik und Autocad als CAD-System für Mechanik; ferner die IBM PC Finanzbuchhaltung, der Madras-Netzplan für Netzplantechnik, dann MMS als Paket für die Maschineninstandsetzung, ein Tabellenkalkulationssystem namens 20/20 und schließlich dBase III als allgemeines Datenbanksystem.

Die Integration der Teilsysteme zu einem kompletten System ist deshalb möglich, weil das Programm mit einer Datenbank arbeitet. Eine Datenbankorganisation ist für ein komplexes Anwendungssystem praktisch unentbehrlich, weil in einer Datenbank

Informationen nur einmalig gespeichert werden - gleichgültig, wo sie benötigt werden und

ohne zeitaufwendige Datenumordnung (zum Beispiel Sortieren, Mischen) Informationen über die verschiedensten Fragestellungen auffindbar sind.

Technisch gesehen besteht Madras aus drei wesentlichen Bereichen; nämlich der Anwendungssoftware, dann aus der Pflege-Software (Dienst-Programme) sowie aus der systemnahen Software (Kernsystem).

Die allgemeinen Merkmale der Anwendungssoftware spezifiziert der Anbieter wie folgt: funktionsorientiert modular, von dialogfähig, sprachneutral (Standard: deutsch), Menütechnik (solange gewünscht), individuelle Gestaltung von Bildmasken, Formularen und Listen, umfangreiche und beliebig individuell erweiterbare Help-Funktion (Infosystem über die Software für den Bediener), Datenbank mit Erweiterungsmöglichkeit für individuelle Daten, Parametersteuerung und Einplatz- oder Mehrplatzfähigkeit.

Die allgemeine Datenverwaltung untergliedert sich wiederum in die Stammdatenverwaltung. Stammdaten sind solche Daten, die (im Gegensatz zu Bewegungsdaten) einmalig angelegt werden und so lange gespeichert bleiben, wie die durch die Stammdaten beschriebenen Zusammenhänge für den Betrieb existieren. Stammdateien gibt es für: Artikel (Teile), Kunden, Lieferanten, Lagerorte, Stücklisten, Maschinen, Arbeitsgänge, Arbeitspläne, Textkonserven, Personal und Kalender.

Es gibt Stammdateien, die nur für einen bestimmten Anwendungsbereich benötigt werden (wie zum Beispiel Kunden für die Kundenauftragsabwicklung), und solche, die für verschiedene oder alle Anwendungsbereiche benötigt werden (wie zum Beispiel Artikel oder Stücklisten). Alle Stammdateien (außer den Dateien Stücklisten und Arbeitspläne) werden mit dem allgemeinen Erfassungsgenerator und Auswertungssystem Megas verwaltet.

Zur Verwaltung der Stammdateien gehören Funktionen wie: Erfassen, Ändern, Löschen, Anzeigen und Drucken. Für die einzelnen Dateien wurden die Datensätze und deren Aufteilung in einzelne Felder bereits vorher als Standard definiert. Dabei können für individuelle Anforderungen die Standardbelegungen ergänzt werden. Alle Programme von Madras verfügen außerdem über ein Auskunfts- und Suchsystem, das jederzeit über eine Funktionstaste oder in bestimmten Fällen automatisch programmgesteuert aufgerufen werden kann.

Für jedes Programm kann bestimmt werden, welche Auskünfte zu welchen Programmzeitpunkten möglich sein sollen. Maximal sind 13 verschiedene Auskünfte pro Programmzeitpunkt wählbar. Welche Auskunftsformen jeweils erlaubt sind, wird durch Drücken einer bestimmten Funktionstaste in einem Fenster am Bildschirm angezeigt.

Die Auskünfte sind über Parameter steuerbar

Beispiele für Auskünfte:

Suchen Stammdaten über Matchcode,

Anzeigen Baukastenstückliste für Teilenummer,

Anzeigen Arbeitsplan für Teilenummer,

Anzeigen Verwendungen für ein Teil.

Für eine Auskunft können die anzuzeigenden Daten parametergesteuert bestimmt werden. Ebenso kann selektiert werden, welcher "Ausschnitt" aus einer Datei gewünscht wird, indem Selektionsfelder mit "von/bis"-Werten belegbar sind. Selektionswerte können auch unvollständig mit sogenannten Platzhalterzeichen vorgegeben werden. So bedeutet zum Beispiel das Zeichen "?", daß anstelle des Fragezeichens jedes Zeichen innerhalb der erlaubten Formatierung erscheinen kann; "*" bedeutet, daß von diesem Zeichen an alle Zeichenfolgen erlaubt sind. Diese Wildcard-Funktion ähnelt derjenigen, die auch auf Betriebssystem-Ebene (MS-DOS) verfügbar ist.

Das Modul zur Stücklistenverwaltung innerhalb des Programms verwaltet zusammengesetzte Erzeugnisse, Baugruppen und Rezepturen. Madras unterstützt die Entwicklung und Konstruktion bei folgenden Aufgaben:

Stücklistenpflege (Erfassen, Ändern, Kopieren, Löschen);

Ausgabe von Stücklisten in den Formen

Baukasten-Stückliste,

Struktur-Stückliste,

Mengenübersichts-Stückliste (Mengenausfaßliste);

Ausgabe von Verwendungsnachweisen in den Formen

einstufiger Verwendungsnachweis,

mehrstufiger Verwendungsnachweis.

Mit der Stücklistenverwaltung können im Dialog Baukasten-Stücklisten erfaßt beziehungsweise geändert oder gelöscht werden. Automatisch werden damit mehrstufige Strukturen verwaltet sowie die Verwendungsnachweise geführt. Für Teile, die in verschiedenen Fertigungsstufen auftreten, wird ihre sogenannte Dispositionsstufe automatisch ermittelt. Damit ist gewährleistet, daß bei der Bedarfsermittlung für solche Teile die Nettobedarfsmengen zum frühesten Zeitpunkt in optimaler Menge zusammengefaßt werden können (wenn die Dispositionsart dieser Teile dies zuläßt).

Auch die Verbindung zu CAD-Systemen ist möglich

Eine Stücklistenposition kann bei der Erfassung mit Gültigkeitsdatum-Angaben (gültig von/gültig bis) versehen werden. Damit werden bei allen Stücklisten-Auflösungen die Ein-/Auslauf-Termine der jeweiligen Positionen beachtet, das heißt es ist möglich, automatisch terminbedingten Teileaustausch sicherzustellen. Neben der manuellen Erfassung ist es auch möglich, Stücklistendaten mit Hilfe eines speziellen Übernahmeprogramms direkt aus einem CAD-System abzuholen, wenn das betreffende CAD-System eine Stücklistenausgabe-Schnittstelle besitzt.

Die Arbeitsplanverwaltung des Produktes verwaltet für Erzeugnisse, Baukästen und Einzelteile die Arbeitsanweisungen, die zu ihrer Herstellung dienen. Immer wiederkehrende Arbeitsanweisungen können mit Madras SV in einem sogenannten Arbeitsgang-Katalog abgelegt werden und daraus für die Aufnahme eines bestimmten Arbeitsganges innerhalb einer Folge von Arbeitsgängen (Arbeitsplan) kopiert und gegebenenfalls noch geändert werden.

Madras SV, ST und AP bilden als Gesamtheit die Grunddatenverwaltung. Damit ist der Anwender in der Lage, alle für die Beschaffung, Produktion und Verkauf relevanten Daten zu pflegen. Mit diesen Daten oder mit einer Untermenge davon beginnt jeder Anwender seine Umstellung auf eine EDV-gestützte Abwicklung.

Die Materialbuchung dient als Kernstück

Bei umsichtiger Einführung läßt sich bereits mit nur diesen Teilsystemen eine beachtliche Verbesserung der Pflege der "Karteien" (respektive "Dateien") und vor allem in der Auswertung derselben erreichen. Das wichtigste Instrument ist hierzu der Listgenerator. Mit ihm lassen sich - neben den wichtigen Ausdrucken der Stücklisten- und Arbeitsplanverwaltung alle Datenbestände ausdrucken.

Beispiele für typische mit dem Listgenerator erzeugte Listen:

Artikelstammliste,

Kundenliste,

Preisliste für Verkaufsartikel,

Maschinenparkliste

Liste aller Standardarbeitsgänge (Arbeitsgangkatalog) und anderes mehr.

Die Materialbuchung ist das Kernstück von Madras. Sie dient der Verwaltung der sogenannten Bewegungsdaten oder Ereignisdaten.

Mit den innerhalb dieses Programms auszuführenden Buchungen werden alle Geschäftsvorgänge (Ereignisse), die sich auf Material beziehen, zentral aufgezeichnet - gleichgültig, ob es sich um Kundenaufträge, Bestellungen oder um Fertigungsaufträge handelt. Dies ist so, weil es sich letztlich immer nur um die vier wesentlichen Basisinformationen über "Was"?, "Wieviel?", "Für wen/von wem?" und "Bis wann?" handelt.

Bestände sind effektiver oder dispositiver Natur

Neben der relativ einfachen Art, wie diese Daten innerhalb Madras-MB eingegeben werden, kann je nach Sachgebiet die Eingabe dieser Daten mit mehr Komfort auch in den entsprechenden Teilsystemen abgehandelt werden. Damit herrscht nicht nur hinsichtlich der Leistungsstufen Ausbaufähigkeit, sondern auch im Komfort beziehungsweise in der Verteilung der Bearbeitung auf verschiedene Sachgebiete unter Berücksichtigung der dabei notwendigerweise auftretenden Spezialisierungen. Eine Unterteilung dieses Moduls erfolgt in zwei Merkmale, nämlich nach Buchungsarten und nach Buchungsvorgängen. Madras-MB arbeitet mit beliebig vielen Bestandsarten. Die Veränderungen; der Bestandsarten (Bewegungen) können dabei entweder effektiver oder dispositiver Natur sein. Effektiv sind alle solche Bewegungen, die sich auf die mengenmäßige Veränderung eines Lagerbestandes beziehen. Dispositiv sind solche Bewegungen für Bestandarten, die zukünftig eine effektive Bewegung zur Folge haben werden.

Gleichartige dispositive Bewegungen werden zur Auskunft zu sogenannten Bestandsarten zusammengefaßt. Meistens werden folgende geführt:

Kundenauftragsbestand,

Bestellbestand,

für die Produktion reservierter Bestand (Reservierung),

zur Produktion geplanter Bestand (Fertigungsauftragsbestand) .

Bei der Installation von Madras ist jedoch alleine durch die Änderung von Parametern möglich, weitere Bestandsarten einzuführen, wie zum Beispiel:

Rückstand aus Kundenauftrag,

Prüfbestand (Qualitätskontrollbestand), oder ähnliches.

Ebenso kann für jeden definierten Buchungsschlüssel eine spezifische Buchungsmaske hinterlegt werden.

Auswahlkriterien können auch gefiltert werden

Über das bereits erwähnte Auskunfts- und Suchsystem sind die gespeicherten Materialbuchungsdaten nach folgenden Sortierkriterien auffindbar:

nach Artikel-Nummer,

nach Kunden- beziehungsweise Lieferanten-Nummer,

nach Bestandsart und

nach Termin.

Die so gefundenen Daten können wiederum nach gewissen Auswahlmerkmalen gefiltert werden. Bei Buchungen (zum Beispiel Wareneingang nach Bestellung) schaltet das System vor Annahme der Buchungsdaten automatisch auf eine Recherche-Funktion um, über die zunächst je nach Art der vorliegenden Belegdaten, die bereits eingespeicherte Bestellung gefunden werden kann.

Durch Auswahl der zeilenweise angezeigten Alternativen werden die zugehörigen Daten komplett in die danach automatisch eingeblendete Buchungsmaske übernommen und zur Änderung freigegeben. Wenn alles stimmt - was ja die Regel ist -, muß der Bediener nur noch bestätigen und die Buchungen (Abbuchen von der Bestellung und Zugang im Lager) werden ausgeführt.

Madras kann nach Anbieterangaben ferner wichtige Auskünfte für eine zuverlässige Materialdisposition liefern. Eine typische Fragestellung ist zum Beispiel: Wieviel ist im Moment oder zu einem bestimmten Termin vom Material/Erzeugnis X wirklich verfügbar oder wie lange dauert die Beschaffung bei Nichtverfügbarkeit? Das Programm kann diese Auskunft entweder unter Nachweis aller Einzeldispositionen oder nach den verschiedenen Bestandsarten zusammengefaßt erbringen.

Eine nützliche Auskunft ist hier die sogenannte Materialdispositionskarte als Nachweis aller Dispositionen zu einem Artikel, wobei alle jeweils gleichen Bestandsarten spaltenweise geordnet ausgewiesen werden.

Bei der Materialverfügbarkeits-Auskunft werden alle gleichen Bestandsarten bis zum angegebenen Termin zu Summen zusammengefaßt und durch Verrechnung der verfügbare Bestand ermittelt. Bei "Nichtverfügbarkeit" wird die Beschaffungszeit für das Teil ermittelt und ausgewiesen. (wird fortgesetzt)