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GhK-Studie soll bei der Systemauswahl helfen


09.02.1996 - 

PPS-Markt: Risiko ueber den Funktionsumfang minimieren

PPS ist wieder gefragt - anders als noch vor fuenf Jahren gehe es nun auch bei kleineren Firmen fast immer um die Abloesung oder den Ausbau von Altsystemen, beschreibt Professor Uwe Geitner vom Institut fuer Maschinenbau der GhK den aktuellen PPS-Markt. Waehrend PPS frueher "einfach dazugehoerte", sind in Zeiten der Rationalisierung, des Re-Designs und Downsizings die Erwartungen an diese Softwarekategorie deutlich differenzierter.

Funktionalitaet ist laut Geitner das Zauberwort, und hierin sei die SAP-Software nicht zu uebertreffen. Allerdings werde den Walldorfern dieser selten benoetigte Funktionsumfang auch zum Vorwurf gemacht. Die Rede ist von schwerfaelligem Systemverhalten etwa bei Anpassungen. Einige PPS-Hersteller wuerden deshalb ihre Chance in flexibleren, zum Beispiel objektorientierten Architekturen suchen. Die Diskussion darum, wie weit sich Funktionen zugunsten der Flexibilitaet einschraenken lassen, sei derzeit jedoch eher theoretischer Natur, heisst es bei der GhK: SAP dominiere den Markt unangefochten.

Der Grund dafuer liegt nicht zuletzt im "mueden" statt "muendigen" Anwenderverhalten. Auf die Frage der GhK nach der Kenntnis von Geschaeftsablaeufen und der Bereitschaft, diese Prozesse zu gestalten oder zu aendern, antworteten 99 von 100 Benutzern: "Weiss ich nicht; kann ich nicht; dafuer gibt es Standardsoftware; wenn die alle moeglichen Funktionen enthaelt, kann nichts schiefgehen." Die offensichtlich mangelnde Bereitschaft, Verantwortung zu uebernehmen, widerspreche der vielfach beschworenen Muendigkeit der Benutzer.

Die von der GhK 1995 zum achten Mal durchgefuehrte PPS-Marktuebersicht hat in dieser Hinsicht auch den Zweck, das Selbstvertrauen der Anwender bei Systementscheidungen zu staerken. Etwas mehr als 120 Produkte wurden im Hinblick auf rund 800 Kriterien ueberprueft. Um die Auswahl zu erleichtern, bietet die in Form eines Dbase-Programms verfuegbare Marktuebersicht die Moeglichkeit, Produkte anhand einer Grob- und Feinauswertung zu selektieren, wobei der Anwender selbst gewichten kann, wie weitgehend ein von ihm gefordertes Kriterium erfuellt sein muss.

Bei den Produkttrends stellen die Kasseler in ihrer Studie einen klaren Angebotsschwerpunkt im Bereich PC-Betriebssysteme fest. Besonders Windows NT, das erst seit 1994 in der Statistik auftaucht, wurde im vergangenen Jahr von fast 45 Prozent der PPS-Produkte unterstuetzt.

Bei den verwendeten Programmtechniken wurden die Bereiche Objektorientierung, Expertenansatz und Simulation unterschieden. Wann ein Produkt welchem Systemansatz zugeordnet wurde, hing davon ab, ob mindestens fuenf Anwendungsfunktionen (Entwicklung, Material- und Kapazitaetswirtschaft, Beschaffung, Lagerhaltung, Fertigungsvorbereitung, Grobplanung, Leitstand, BDE sowie Vertrieb) durch die jeweilige Technik unterstuetzt werden. Das Ergebnis: Rund 70 Prozent aller PPS-Produkte verwenden einen wissensbasierten Programmansatz - eine fuer die Analysten erstaunlich hohe Zahl, die selbst den mit 60 Prozent erwartungsgemaess hohen Anteil der Simulation uebertreffe.

Die Objektorientierung habe zwar von 30 auf etwa 45 Prozent zugenommen, sei aber oft nur in Loesungsteilen wie der kontextsensitiven Hilfe (76 Prozent aller Systeme) verwirklicht. In den OO-Bereich fallen auch Konzepte wie Microsofts OLE, das von 29 Prozent der PPS-Produkte unterstuetzt wird. Angesichts eines Windows-Anteils bei den Betriebssystemen von 60 Prozent bedeutet dies, dass nur jedes zweite Windows-Produkt diese Technik beherrscht.

Einfluss auf die PPS-Welt koennen, so die Marktforscher, kuenftig auch Produkte aus Niedriglohnlaendern wie Indien haben. Funktionsfuelle, OLE und ODBC erfuellten die meisten Benutzerwuensche - aufgrund der spaeten Verfuegbarkeit konnten die Produkte jedoch nicht mehr in die Studie aufgenommen werden. Auch in Werkzeugen, die es erlauben, aus Standardelementen eine einfache Anwendung zu generieren, sehen Geitner und Kollegen ein alternatives PPS-Konzept. Die Kenntnis von Unternehmensprozessen werde dabei allerdings vorausgesetzt.

Zwei Varianten

Die PPS-Marktuebersicht der GhK ist in zwei Varianten verfuegbar. Die kleine Version (100 Mark) enthaelt Anbieteradressen, Preise und die Moeglichkeit, anhand eines eingeschraenkten Kriterienkatalogs eine Grobauswahl unter den PPS-Systemen zu treffen. Die Vollversion des Dbase-Programms mit Grob- und Feinauswertung kostet 700 Mark und laesst sich vom Benutzer erweitern.