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26.08.1977 - 

Deltak soll Lücke im Management-Training schließen:

Praktiker übersetzen Lehrprogramme

CW-Bericht, Birgit Hotz

HAMBURG - Viele aus dem Englischen übernommene EDV-Lehrprogramme kranken daran, daß sie die "typisch deutsche" Anwender-Realität nicht berücksichtigen. Selten auch werden bei der Adaption Praktiker herangezogen. Deshalb will jetzt die Polymedia GmbH, ein Unternehmen, das audio-visuelle Programme für die betriebliche Aus- und Weiterbildung entwickelt, bei der Übersetzung von Lehrprogrammen des amerikanischen BIS-Deltak-Konzerns auch deutsche, österreichische und schweizerische Anwender in die Mitverantwortung nehmen. "Jedes der an dem Projekt beteiligten Unternehmen soll eine bestimmte Anzahl von Lehrprogrammen, die in englischer Fassung vorliegen, in Eigenregie übersetzen", erklärt Polymedia-Vertriebsleiter Manfred Geißelmeyer, "wir wollen so praxisnahe Teachware über die neuesten EDV-Konzepte und -Verfahren sowie Software-Techniken auf die Beine stellen."

Die "Multi-Media-Show" besteht aus audio-visuellen Programmen des anglo-amerikanischen Konzerns BIS-Deltak, der - so Geißelmeyer - in den USA und Europa mittlerweile über 1500 EDV-Anwender zu seinen Kunden zählt.

Es sollen neue Lerninhalte Systemanalytikern,

Projektleitern, EDV-Spezialisten und Führungskräften der Fachabteilungen vermittelt werden. Polymedia bleibt damit auf der Ebene der Führungskräfteschulung, weil - so - Geißelmeyer (Foto) - "speziell im Management-Training eine Marktlücke vorhanden ist, die jetzt durch das Projekt Deltak geschlossen werden soll".

In der ersten Phase sollen die Lehrmittel über folgende Gebiete in eine deutsche Fassung gebracht werden:

- Entwurf von Teleprocessing-Systemen,

- Entwurf von Datenbank-Systemen,

- Integrierte Systeme für Führungskräfte,

- Datenverarbeitungskonzepte für Führungskräfte,

- Effektives Projekt-Management,

- Grundlagen des Systementwurfs,

- Systemanalyse und Systementwurf,

- Entwurf von strukturierten Systemen,

- IMS-Entwurf und Spezialisten-Training,

- Entwurf und Handhabung von MVS-Systemen.

Jede Programmreihe besteht aus drei bis 20 Einzelprogrammen, die jeweils für ein Halb-Tages-Seminar (Dauer drei bis vier Stunden) konzipiert sind.

Jedes audio-visuelle EDV-Lehrprogramm besteht aus Video-Teil (etwa 20 Minuten), Trainerleitfaden, Teilnehmerhandbuch und Übungen für den Teilnehmer, die oft zusätzlich durch eine Audio-Kassette ergänzt werden.

Programme im Medienverbund

Die Arbeiten der Unternehmen, die als Partner bei dem Gesamtprojekt beteiligt sind, werden koordiniert: Im monatlichen Rhythmus wird je ein Halbtages-Seminar eingedeutscht. Dabei sollen keine lippensynchrone Übersetzung der Filmteile und keine Wort-für-Wort-Übersetzung der schriftlichen Materialien erstellt werden, sondern eine "Kommentar-Übersetzung", die sich ausschließlich auf die wesentlichen und für den Lernenden wichtigen Fakten beschränkt. Die englische Originalfassung bleibt erhalten, so daß ein zusätzlicher Lerneffekt hinsichtlich des englischen Sprach- und Lesetrainings entsteht. Sobald die von den Partnern monatlich abzugebenden Programme eingegangen sind, wird sofort ein weiterer Partner mit dem Korrekturlesen betraut, und nach dem Redigieren durch Polymedia werden Video- und Audio-Teil von Schauspielern im Studio für die Endfassung besprochen und die schriftlichen Materialien für die Handbücher zum Setzen gegeben. Ist die Produktion des jeweiligen Medienverbund-Programmes abgeschlossen, stehen den Partnern - wiederum im monatlichen Rhythmus - die von allen beteiligten Unternehmen übersetzten Programme zur Verfügung.

"Die in Eigenregie übersetzten Programme werden den Partnern in kostenloser Firmennutzungslizenz überlassen", so Geißelmeyer. Darüber hinaus soll jeder Partner eine zusätzliche Vergütung in Form eines Kauf- oder Mietguthabens erhalten. Nach Ablauf der Übersetzungsphase werden die Partner als Subskribenten an den deutschen und englischen Versionen beteiligt: Für jedes gekaufte oder gemietete Lernprogramm soll ein Nachlaß von 20 Prozent gewährt werden. Die in die deutsche Kommentarfassung gebrachten Lehrprogramme werden auch später mit dem Namen des beteiligten Unternehmens und den Namen der mit der Übersetzung betrauten Personen gekennzeichnet sein.