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04.03.1977 - 

Über den Wert der Ausbildungskontrollen:

Praxis ist durch nichts zu ersetzen

Von Rüdiger Podlech, Mitarbeiter der GMD Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung mbH, St. Augustin.

Wozu Überhaupt Erfolgskontrollen? Sie sind eine Entscheidungshilfe für Personalmaßnahmen. Der Mitarbeiter soll entsprechend seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten eingesetzt und bezahlt werden.

Diese Erfolgskontrollen sollte man dort durchführen, wo sie benötigt werden: Im Beschäftigungssystem, nicht im Bildungssystem! Zwei Bereiche - und das gilt nicht nur für die Ausbildung in der Verarbeitung - müssen getrennt werden: Schulung dient nur dazu, dem Lehrgangsteilnehmer Dinge zu vermitteln, die für seine praktische Arbeit erforderlich, sind.

Der Pädagoge bekommt sein Feedback, das er für die Unterrichtsgestaltung benötigt, auch ohne Test und Prüfung. Wird die Ausbildung mit schulungsfremdem Aufwand belastet, bringt es unumstritten Nachteile:

- Die Lernfähigkeit des Lehrgangsteilnehmers wird erheblich vermindert, wenn er weiß, daß der Unterrichtende ihn auch beurteilt (er bemüht sich "Punkte zu sammeln").

- Es wird weniger unter dem Gesichtspunkt der praktischen Nutzanwendung, sondern eher in bezug auf prüfungsrelevante Sachverhalte gelernt, da hilft auch der gute alte Spruch "non scholae sed vitae discimus" nichts.

- Durch Abschlußprüfungen wird auch negativ ausgelesen. Wer kennt nicht den Schnellerner und den Blender, der in der Praxis versagt, oder den Spätzünder und den Prüfungsangsthasen, der beim Test versagt?

Die praktische Arbeit zielt auf den Betriebserfolg und letztlich auf den eigenen Erfolg hin.

Durch praktische Bewährung - und die Beurteilung der Leistungskriterien ist in der Datenverarbeitung ungleich einfacher zu messen als in anderen Aufgabengebieten - sollte der rein fachliche Beitrag für Personalentscheidungen gegeben werden. Wozu vereinbart man in den Arbeitsverträgen (Tarifverträgen) Bewährungszeiten? Wozu gibt es denn die Möglichkeit, das Leistungsprinzip nicht nur in einer Richtung anzuwenden?

In dieser Beziehung denke ich unsozial. Ich meine, soziale Momente müssen in einer leistungsorientierten Arbeitswelt - die Datenverarbeitung ist Dienstleistung - nachgeordnete Bedeutung haben.