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Informatik- und Betriebswirtschafts-Studium in USA:


11.04.1975 - 

Praxis vor akademischem Grad

NÜRNBERG/USA - Die weltbekannte Harvard University und die Wharton School an der University of Pennsylvania wollen den Kritikern eines sogenannten "praxisfernen" Informatik- und betriebswirtschaftlichen Hochschulstudiums den Wind aus den Segeln nehmen.

So offeriert Harvard ab kommenden Herbst ein "Master of Information-Sciences-Programm" (MIS), an dessen Ende der akademische Grad eines "Master of Engineering" steht. Mit diesem neuen MIS-Programm soll der Tatsache begegnet werden, daß dem typischen Absolventen eines betriebswirtschaftlichen Hochschulstudiums die technische Wissens-Tiefe fehlt, um im Bereich der fortgeschrittenen Computer-Systeme sattelfest zu sein. Doktoranden dagegen, die auch in Computer-Anwendungen ausgebildet werden, seien sehr oft einseitig technisch ausgerichtet, um in der Praxis der DV-Organisation zu Hause zu sein oder deren volle Auswirkungen in bezug auf notwendige DV-Entscheidungen zu begreifen.

Praktikabel, praxisnah

Ähnliche Sorgen hat man an der Wharton School: Mit der Errichtung eines Department of Decision Sciences sollen Studenten der ersten Semester, angehende Master of Business Administration (MBA) und Doktoranden angemessene, gezielte Möglichkeiten einer praxisnahen Informatik-Ausbildung geboten werden. Schwerpunkte dieser neuen Studienlehrgänge sind ein sorgfältiges Training in Computer-Anwendungen und praktikable Lösungswege bei zukünftig anstehenden Management-Entscheidungen.

Industrie-Praktikum

Das Harvardsche MlS-Programm stützt sich auf eine zweijährige Studiendauer, ein EDV-Praktikum bei einem Anwender-Unternehmen oder im öffentlichen Dienst, sowie auf eine wirklichkeitsnahe Projekt-Arbeit.

Sowohl Harvard als auch die Verantwortlichen der Wharton School wollen neben praxiserfahrenen Professoren auch zeitweilig bedeutende Gastdozenten aus dem Industriebereich gewinnen. Beide Hochschulen werden ein DEC System 10 und verschiedene Terminal-Typen für Unterrichtszwecke einsetzen.

Für Deutsche kein Vorbild

So optimistisch die Verantwortlichen beider US-Universitäten mit ihren Programm-Planungen in die Zukunft schauen, so pessimistisch äußert sich dazu Professor Dr. Peter Mertens von der Universität Erlangen-Nürnberg: "Die geschilderten Ausbildungsprogramme müssen für deutsche Verhältnisse kein Vorbild sein, weil man auch an deutschen Universitäten durch geeignete Zusammenstellung der Wahlfächer innerhalb des betriebswirtschaftlichen beziehungsweise des Informatik-Studiums ähnliche Wissensvoraussetzungen für die Entwicklung von Informations-Systemen erwerben kann." Der Inhaber des Lehrstuhles für Betriebs- und Wirtschaftsinformatik betont: "Wir sind skeptisch gegenüber der Einführung neuer Spezialstudiengänge und Titel weil eine zu starke Spezialisierung die Flexibilität des HochschulabsoIventen am Arbeitsmarkt in gefährlicher Weise verringert."