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14.03.1997 - 

Augsburg: Fester Platz in den Manager-Köpfen

Praxisbezug gilt als Selbstverständlichkeit

Obwohl die akademischen Ursprünge technischer Gelehrsamkeit in Augsburg bis zu den Anfängen des 18. Jahrhunderts zurückreichen, blickt das Fach Informatik auf eine Geschichte von gerade mal sechs Jahren zurück. Heute nun kümmern sich 14 Professoren um 500 Studenten, die im Durchschnitt knapp fünf Jahre bis zum Diplom büffeln. Jeder siebte an der FH Immatrikulierte studiert Informatik.

Pro Semester nehmen 80 Junginformatiker ihr Studium auf, im vergangenen Wintersemester kamen weitere 35 für den neuen Schwerpunkt Multimedia hinzu. Viele Studenten arbeiten bereits vor ihrem Abschluß in gutbezahlten Jobs. Dies treibt zwar die statistische Verweildauer in die Höhe, trägt allerdings auch dazu bei, daß das Image der Hochschule stark von diesen gutausgebildeten und motivierten Studenten geprägt ist.

Den Professoren Michael Lutz und Hans-Jürgen Körner ist die Freude über das erfolgreiche Abschneiden bei der CW-Umfrage ins Gesicht geschrieben. Das gute Resultat, so hoffen sie, hilft den Absolventen bei der Jobsuche, die immer öfter über die Augsburger Region hinaus ausgeweitet werden muß.

Neben den zwei etablierten Schwerpunkten - "Informatik in der Technik" und "Informatik in der Wirtschaft" - können sich die Studenten nun auch noch für "Informatik und Multimedia" begeistern. "Unsere Studenten sammeln ihre praktischen Erfahrungen insbesondere in der mittelständischen Wirtschaft in der Region, doch auch im Münchner Raum haben wir einen guten Namen", erklärt Körner, der zugleich Vizepräsident der FH ist.

Lutz und seine Kollegen sehen die persönliche Betreuung der Lernenden als elementaren Bestandteil der Ausbildung: "Wir sind sehr stark in den Praktikumsfirmen engagiert und verfolgen genau, welche Aufgaben der Student zu bewältigen hat. Die Kommunikation mit der Praxis ist für uns sehr wichtig." Projektarbeit, Praktika und Diplomarbeiten sind wichtige erste Sprossen auf der Karriereleiter. Bereits in ihren Vorlesungen versuchen die Dozenten, Theorie und Anwendung in Einklang zu bringen. Hat eine Vorlesung offiziell vier Stunden pro Woche, entfällt eine davon auf das Praktikum. In einer Vorlesung zur Objektorientierung beschäftigen sich die Übungsaufgaben zum Beispiel mit OO-Anwendungen in einer Bank.

In der Projektarbeit wird heftig zwischen den einzelnen Teilnehmern, Gruppen und Professoren über das Internet und Intranets diskutiert. Zuletzt hat eine Gruppe in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Stadt eine professionell gestaltete Web-Seite über Hermann Hesse für das Augsburger Literaturhaus entwickelt. Aber auch andernorts gehen die Studenten in die Offensive: Auf der Audicom, einer regionalen Computermesse in Augsburg, stellen Studenten ihre Diplomarbeiten aus und knüpfen Kontakte zur Wirtschaft.

Doch nicht nur für ihre Studenten, auch für das eigene Renommee legen sich die Gelehrten vom Lech ins Zeug. Obwohl die FHs laut bayerischem Hochschulrahmengesetz keinen Forschungsauftrag haben, ringt man eifrig um Anerkennung im etablierten Wissenschaftsbetrieb. So läuft das bundesweite Multimedia-Forschungsprojekt Medoc unter Beteiligung der bayerischen FHs Regensburg und Augsburg.

Ohne sie vorher genehmigen lassen zu müssen, bieten die Informatikprofessoren Wahlpflichtfächer an, die aktuelle Anforderungen aus der Praxis aufgreifen. Heuer heißen sie "Java" und "HTML" (Hypertext Markup Language). Dennoch will man nicht auf jeden Modetrend in der Wirtschaft reagieren. "Wir sind auch konsequent bei Unix geblieben", unterstreicht Lutz die Unabhängigkeit seiner Lehre.

Praxisbezug bedeutet auch, offen für die Fragen der Studenten zu sein. Auch während der Semesterferien ist in der Hofrat-Röhrer-Straße 7 immer ein Lehrender zu erreichen. Viele kommen aber aus einem ganz anderen Grund: Das Schwarze Brett ist voller Stellenangebote. Es gibt mehr Jobs als Absolventen. Die Gründe für die derzeitige Attraktivität nicht nur der Augsburger Informatik sind schnell aufgezählt: die Jahr-2000-Umstellung, Euro und Internet. "Der Bedarf an Informatikern wird schon mittelfristig weiter steigen", lautet Körners optimistische Prognose.

Und die Ziele für die nächsten Jahre? Lutz nennt den Studienschwerpunkt Multimedia, dazu eine noch stärkere Konzentration auf Anwendungen sowie den Aufbau des Schwerpunkts Wirtschaftsinformatik: "Wir orientieren uns an dem bayerischen Modell der Informatikausbildung, das einen starken Anwendungsbezug vorsieht.".Studienführer

Die Ergebnisse der Studie werden ab April in einem Buch veröffentlicht. Zusätzlich zu den Image-Analysen aus Sicht der Praxis enthält der Studienführer alle wichtigen Informationen zu den IT-Hochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz inklusive eines Verzeichnisses der Professoren. Der 640 Seiten starke Band kostet 29,80 Mark und erscheint im Ueberreuter Verlag. Vorbestellungen sind möglich bei Westerwelle & Partner, Heidenkampsweg 51, 20097 Hamburg, Telefon 040/235 24-450, Telefax -405.