Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

25.09.1992 - 

SW-Häuser schließen sich zu einem Schulungsverbund zusammen

Praxiserfahrung der Trainer gilt als das wichtigste Kriterium

Harald Summa ist Geschäftsführer der SISZ Software-Industrie Support Zentrum GmbH in Dortmund.

Sieben Softwarehäuser haben sich zusammengetan, um ihre Weiterbildungsaktivitäten zu koordinieren. Ziel dieser Zusammenarbeit soll laut Harald Summa sein, DV- und persönlichkeitsbildende Seminare flächendeckend über den deutschsprachigen Raum anzubieten.

Die Marktanteile im DV-Schulungsmarkt entfallen etwa zu gleichen Teilen auf die großen Hard- und Software-Anbieter, die staatlichen beziehungsweise halbstaatlichen Einrichtungen sowie zu etwa 20 Prozent auf unabhängige Anbieter. Zu diesem Ergebnis kommt die neue Marktanalyse des Marktforschungsinstitutes Input, Langgöns-Niederkleen.

Es ist allerdings durchaus damit zu rechnen, daß sich diese Anteile zu Lasten der großen Hardwarehersteller sowie der staatlichen oder halbstaatlichen Einrichtungen und zugunsten der unabhängigen Anbieter verschieben werden. Denn der Trend in der DV geht eindeutig in Richtung offene Systeme. Offene Systeme verlangen auch eine offene Ausbildung. Hardwarehersteller und SW-Häuser werden sich schwertun, für andere als die eigenen Produkte auszubilden.

Klasse statt Masse

Nutznießer dieser Situation könnten die unabhängigen Anbieter werden, wenn es ihnen gelingt, auf Klasse statt auf Masse zu setzen. Denn die Masse wird den staatlichen und halbstaatlichen Einrichtungen wie IHK und Volkshochschulen zufließen. Die Ausbildung von Anwendern wird zunehmend zu einem Geschäft für öffentliche und halböffentliche Einrichtungen und für industrielle Anbieter uninteressant. Diese werden sich mehr auf die Schulung von DV-Fachkräften konzentrieren.

Während insbesondere das PC-Ausbildungsgeschäft zur Domäne der öffentlichen und halböffentlichen Einrichtungen wird, ist qualifizierte Unix-Ausbildung durch industrielle Anbieter sehr gefragt. Die Ausbildung für DV-Fachleute ist dem Volumen nach sicherlich rückläufig, hier ist aber die Nachfrage nach höher Qualität und ganzheitlicher Ausbildungskonzeption sehr viel höher als noch vor einem Jahr.

Gegenwärtig befindet sich die Informations- und Kommunikationstechnik in einer Phase des technischen Wandels, den allerdings nur wenige Unternehmen mitmachen. Nur sehr langsam setzen sich neue Technologien durch. Mittelfristig ist jedoch mit einem sehr großen Bedarf nach Schulung zu rechnen, gleich, ob es sich dabei um Software-Engineering, Netzwerktechnologie oder ganz allgemein um offene Systeme handelt.

Ein strukturelles Problem liegt in der Aufsplitterung der Anbieter von Training auf viele kleine und kleinste Unternehmen. Bildungsverantwortliche in Unternehmen informieren sich über Seminare privater Anbieter in erster Linie über Ankündigungen in Form von Broschüren, Katalogen und Prospekten. Sie haben es mit einer Vielzahl von Katalogen zu tun, die jeweils immer nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Gesamtspektrum widerspiegeln.

Einem Großunternehmen ist es kaum möglich, ein komplettes DV- oder persönlichkeitsorientiertes Trainingskonzept von einem Anbieter zu erhalten. Es muß im Zweifelsfall selbst unterschiedliche Seminare zu einem Gesamtangebot bündeln, mit allen damit verbundenen Risiken der Überschneidung und der Lücken.

Vor diesem Hintergrund entstand 1991 die Idee der Trainings-Union. Unternehmen, die bisher Aus- und Weiterbildung auf kleinen regionalen Märkten in unterschiedlichen Marktsegmenten angeboten hatten, beschlossen, kooperativ ein umfassendes, qualitativ hochwertiges Seminarangebot zu schaffen.

Der Gedanke der Kooperation ist nicht neu. Neu ist vielmehr das Ergebnis dieser Kooperation. Unter dem gemeinsamen Markennamen der Trainings-Union operieren die Unternehmen Experteam, Infoplan, Ixos, SQS, ITK, Software-Union und das SISZ Software-Industrie Support Zentrum weiterhin selbständig. Daß sich die Unternehmen in den Ausbildungsbereichen jeweils nur ergänzten und es nur wenige Überschneidungen im Angebot gab, erleichterte die Konzeption der Kooperation.

Experteam, groß geworden mit DV-Großprojekten, bringt Erfahrung im IBM- und CASE-Umfeld sowie aus eigener Produktentwicklung in die Trainings-Union ein. Infoplan, mit 180 Mitarbeitern eines der größeren Softwarehäuser der Branche und Ixos, einer der Urväter der deutschen Unix-Bewegung sorgen für geballtes Unix-Know-how. Das Seminarangebot von SQS ist spezialisiert auf Verfahren und Methoden der Software-Qualitätssicherung. Das Dortmunder Institut für Telekommunikation ITK schult im LAN- und ISDN-Umfeld. Schwerpunkte der Software Union sind Projekt-Management, Persönlichkeitsentwicklung und Software-Engineering. Das SISZ bringt ein speziell auf die Bedürfnisse professioneller Software-Entwicklung angepaßtes DV-Trainingsangebot ein und fungiert darüber hinaus in der Trainings-Union als zentrale Anlauf- und Koordinierungsstelle für Seminarbuchungen und Anfragen.

Die Trainings-Union hat sich zum Ziel gesetzt, ein Seminarangebot über den gesamten DV-technischen und persönlichkeitsbildenden Bereich zu schaffen - flächendeckend über den gesamten deutschsprachigen Raum. Mit derzeit etwa 200 Seminaren umfaßt das Angebot die Bereiche der DV-Ausbildung von IBM-Mainframes bis zu Unix, die Persönlichkeitsbildung von DV-Mitarbeitern und den Bereich Management und Führung.

Die Seminare sind in einem gemeinsamen Katalog zusammengefaßt, der über das SISZ angefordert werden kann. Statt sieben hat ein Personalverantwortlicher nun nur noch einen Katalog in der Hand, um passende Seminare auswählen zu können. Der Auswahlprozeß wird dadurch wesentlich erleichtert und verkürzt, ganz abgesehen davon, daß sich die Trainings-Union um "Kompatibilität" ihrer Seminare bemüht und das SISZ als Koordinator bedarfsgerechte Angebote zusammenstellen kann. Für objektorientierte Technologien und den CASE-Bereich werden von der Trainings-Union vollständige Ausbildungszyklen erarbeitet.

Neben individueller Betreuung der Seminarteilnehmer ist oberstes Gebot die Praxiserfahrung der Trainer: Wissen aus der Praxis für die Praxis ist die Devise. Geschult wird daher überwiegend durch Mitarbeiter der Mitgliedunternehmen, die ihre Erfahrung aus Projekten und Entwicklung in die Seminare einfließen lassen.