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20.02.2004 - 

Mobile Connect Card von Vodafone

Praxistest: Erste PC-Card für das UMTS-Netz

MÜNCHEN (lex) - Während Kunden in Großbritannien, Österreich und Italien bereits auf UMTS-Dienste zugreifen können, müssen sich deutsche Anwender zum Teil noch gedulden. Via Handy lässt sich noch nicht auf das Netz zugreifen, Vodafone bietet jedoch hierzulande eine erste UMTS-fähige Datenkarte an. Im CW-Test erwies die "Mobile Connect Card" (MCC) ihre Praxistauglichkeit.

Bei der MCC handelt es sich um eine PC-Card mit integrierter SIM-Karte und einer Sende- und Empfangseinheit für GPRS- und UMTS-Datendienste. Um sie in Betrieb zu nehmen, ist die Installation der mitgelieferten "Dashboard"-Software nötig, die auf dem Testgerät, einem mit Windows 2000 Professional (Service Pack 4) ausgestatteten Notebook, problemlos verlief. Nach dem Neustart des Rechners hat das Betriebssystem die Karte anstandslos erkannt.

Einfache Konfiguration

Der Konfigurationsaufwand der Software ist minimal. Wer will, kann sich unmittelbar nach der Installation ins Internet einwählen. Zwei Einstellungen sollten jedoch getroffen werden. So lässt sich bestimmen, ob die Verbindung zum Netz bevorzugt über GPRS oder über UMTS aufgenommen werden soll. Anwender können außerdem wählen, ob das Dashboard automatisch mit Windows gestartet oder manuell aufgerufen wird. Vor dem Start ist in jedem Fall, ähnlich wie beim Handy, die Eingabe der PIN notwendig.

Neben der puren Anbindung ans Netz ist auch der Empfang und das Senden von SMS-Kurznachrichten möglich. Die bis zu 160 Zeichen langen Texte lassen sich bequem verfassen und absenden. Neu eingetroffene Kurznachrichten zeigt das Dashboard-Icon in der Taskleiste an. Telefongespräche lassen sich über die MCC nicht abwickeln. Vodafone-UMTS-Kunden bekommen die PC-Card zusätzlich zu ihrer normalen Handy-SIM-Karte. Der Vorteil liegt laut Anbieter in der Möglichkeit, Gespräche über das Mobiltelefon zu führen, während der Rechner eine Datenverbindung zur Verfügung stellt.

Vodafone hat für den Testzeitraum eine Datentransferrate von bis zu 384 Kilobit/s angegeben. Das entspricht rund dem Siebenfachen einer GPRS-Verbindung (53 Kilobit/s) und halber DSL-Geschwindigkeit. Praktisch: Die Dashboard-Software zeigt sowohl die Datenraten als auch das übertragene Datenvolumen in einer übersichtlichen Zusammenstellung an.

Die angegebene Bandbreite reicht auch für den Abruf datenintensiver Online-Inhalte wie zum Beispiel Multimedia-Streaming-Angeboten. In unserem Test wurden die Werte jedoch nicht immer erreicht. So lag an manchen Tagen die Download-Rate mit rund 100 Kilobit/s kaum über ISDN-Geschwindigkeit. Die Ursache kann zum einen in Konfigurationsarbeiten am Netz, zum anderen an der Auslastung der jeweiligen UMTS-Zelle liegen, da jedem Nutzer dynamisch eine bestimmte Bandbreite zugewiesen wird. Die Qualität der Datendienste hängt außerdem von der Feldstärke des Netzes ab. So nahm die Verbindungsstabilität bei einer Fahrt mit dem Notebook ins Münchner Umland rapide ab.

Zwischen UMTS und GPRS

Die MCC schaltet automatisch auf GPRS-Betrieb um, wenn das UMTS-Netz ausfällt. Wer von GPRS zurück in das UMTS-Netz will, muss sich allerdings neu einwählen. Das automatische Roaming in diese Richtung funktioniert nicht. Schlecht: Eine Warnmeldung gibt die Dashboard-Software beim Wechsel zu GPRS nicht aus. Der Anwender bemerkt den Wechsel allenfalls an der erheblich langsamer gewordenen Verbindung. Da Vodafone sowohl GPRS als auch UMTS nach Volumen abrechnet, entstehen dadurch jedoch keine finanziellen Nachteile.

Zumindest in den Großstädten sollte es kein Problem mit der Netzabdeckung geben. Laut Vodafone ist UMTS in 100 Städten Deutschlands verfügbar. Die Auflagen der Lizenzvergabe seien ebenfalls erfüllt, nach denen das Netz seit dem dritten Quartal des vergangenen Jahres 25 Prozent der Bevölkerung abdecken muss.

Einschränkungen hinsichtlich nutzbarer Anwendungen gibt es nicht. Da die Netzverbindung auf IP-Ebene zustande kommt, werden laut Hersteller alle Protokolle unterstützt, so dass Nutzer zum Beispiel über Citrix Metaframe auf Applikationen und Daten im Unternehmensnetz zugreifen können. Auch eine Desktop-Firewall ließ sich im Test problemlos vorschalten, da Windows 2000 die Verbindung in das UMTS-Netz über das DFÜ-Netzwerk herstellt.

Pro und Kontra

+ Schnelle mobile Internet-Verbindung,

+ einfache Installation,

+ volle IP-Unterstützung.

- UMTS-Netzabdeckung nicht flächendeckend,

- keine Warnung bei Wechsel von UMTS zu GPRS,

- kein nahtloses Roaming von GPRS zu UMTS,

- zum Teil erhebliche Performance-Schwankungen.

Vodafones PC-Card

Produkt: Mobile Connect Card UMTS;

Anbieter: Vodafone;

Preis: Zwischen 128,45 und 861,21 Euro (ohne Kartenvertrag);

Tarif: Wahlmöglichkeit zwischen Zeit- und Volumen-basierenden Tarifen: zum Beispiel "Vodafone Time XXL" mit monatlich 30 Stunden für 69,90 Euro;

Systemvoraussetzungen: Windows ab 98 SE, PC-Card-Steckplatz Type II, 64 MB RAM, 100 MB Festplattenspeicher (empfohlen);

Verfügbarkeit: ab sofort.