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23.02.1979 - 

IBM macht sich an die Zahnärzte:

Preis-Kosmetik durch Pseudo-Moduln

STUTTGART (je) - Seit Januar gehören Deutschlands Zahnarztpraxen zum Jagdrevier von IBM-BD-VBs. Geködert werden sollen die Zahnärzte mit der Aussicht, die EDV werde "die Verwaltungsarbeiten nachhaltig erleichtern, aber auch die medizinischen Arbeiten wirksam unterstützen", so IBM. EDV heißt hier: Ein System /34 mit 64 K Hauptspeicher, 27,1 MB Plattenkapazität und einem Matrixdrucker mit 80 Zeichen pro Sekunde. Hinzu kommen zwei Lizenzprogramme zur Abdeckung der Praxis-Aufgaben, die sich Computer-unterstützt besser lösen lassen.

Teil 1 der angebotenen Anwendersoftware enthält die Patientendaten, die Leistungserfassung und die Quartalsabrechnung; damit läßt sich eine Praxis bereits "fahren". Teil 2 bietet so wichtige Dinge wie Privatliquidation, Mahnwesen und Behandlungspläne für prothetische und parodontologische Maßnahmen.

Die Frage, ob ein Zahnarzt, der eine Investition in der Größenordnung eines Jahreseinkommens vornimmt, sich bei der Umstellung auf EDV möglicherweise mit Teil 1 der Software bescheidet, darf als akademisch gelten; und so kann IBM davon ausgehen, daß die Kunden von vornherein die große Lösung im Sinn haben.

Die Gründe für die Aufteilung der Anwendersoftware sind mithin beim Anbieter zu suchen. Wenn man sieht, daß bereits eine Normal-Konfiguration (mit drei Bildschirm-Terminals für Rezeption sowie Behandlungsraum A und B) einen Kaufpreis von rund 140 000 Mark hat, daß für die Software 24 Monate lang Lizenzgebühren von (2x) 275 Mark zu zahlen sind und die Implementierung und Schulung nochmals zirka 6000 Mark kostet, wird die IBM-Taktik um einiges deutlicher: Die angebotene Modularität erscheint nur noch als Vehikel einer Kostenverschleierung und Aufblähung eines Leistungspakets.

Der neuerliche Versuch, in der deutschen Zahnarztpraxis Fuß zu fassen, ist aber nicht nur eine Preisfrage. IBM wird zu beweisen haben, daß das System tatsächlich eine fehlerfreie (abgeprüfte) Quartalsabrechnung zustande bringt, daß ein einziger Drucker den sehr unterschiedlichen Anforderungen ohne Verlust an Komfort gerecht wird. Und unbekannt ist einstweilen auch noch, ob der Konsol-Bildschirm der /34 für den EDV-Laien Zahnarzt zum Problem werden kann.