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10.04.1981 - 

IBM-Atempause beendet:

Preis-Krieg der Textverarbeiter

MÜNCHEN (CW) - Verlorenes Terrain auf dem Textverarbeitungs-Markt möchte die amerikanische IBM zurückerobern. Da IBM dieses Ziel mit viel Nachdruck verfolgt, rechnen Branchenkenner damit, daß ein harter Konkurrenzkampf zu Unternehmenszusammenbrüchen und Fusionen In den USA führen wird.

Der Marktanteil der IBM sei, so recherchierte Dataquest, eine Tochter der A. C. Nielsen Co., von über 90 Prozent in den frühen siebziger Jahren auf 16 Prozent im vergangenen Jahr zurückgegangen.

Im Juni 1980 stellte IBM dann Textverarbeitungs-Systeme vor, die sich seit ihrer Auslieferung im November AP-Dow Jones zufolge "explosiv" auf den Markt ausgewirkt haben. Die Preise für diese Systeme liegen zwischen 7800 und 17 900 Dollar.

Hierdurch seien, so VWD, viele der rund zwei Dutzend Konkurrenten gezwungen worden, bessere und billigere Systeme auf den Markt zu bringen.

Konkurrenten kontern

Der Vorjahres-Marktführer in den USA, Wang, (20 Prozent Marktanteil) beantwortete den IBM-Vorstoß mit der Einführung des "Wangwriters" zu einem Basispreis von 7500 Dollar. Mit diesem System wolle man einen möglichst breiten Anwenderkreis erreichen, sagt Wang-Pressesprecher Helmut Nollert, und die Marktposition halten.

Die amerikanische Digital Equipment Corp. reagierte mit einer Preissenkung des Systems WS 78 von 11 995 auf 7795 Dollar. Außerdem habe DEC vor, ein System ohne Programmierungsmöglichkeiten für 4995 Dollar auf den US-Markt zu bringen, berichtet VWD.

Wie die Sprecherin der DEC Deutschland GmbH, Imai-Alexandra Roehreke, mitteilt, hat Stanley C. Olsen, Vizepräsident der Computer Products Group, auf einer Pressekonferenz zu dieser Politik Stellung genommen: "Es ist unsere Absicht, ein führender und potenter Faktor auf - sem Markt sein. Unsere neue Preispolitik bestätigt dieses Vorhaben."

Dataquest prognostiziert, daß IBM in ein oder zwei Jahren wieder einen Marktanteil von über 30 Prozent in der Textverarbeitung haben werde. Eine Ausweitung der Produktion im IBM-Werk Austin/Texas, so AP-Dow Jones, könnte zu weiteren Preissenkungen führen und die Lieferfristen von zur Zeit zehn bis 38 Wochen weiter verringern i Von IBM war zu diesem Thema keine Aussage zu erhalten.

Vertreter der Industrie vermuten, so VWD, daß dieser Preisdruck die Gewinnspannen der mit guten Gewinnen arbeitenden IBM-Konkurrenten um bis zu 25 Prozent reduzieren wird. Andere Gesellschaften würden größere Verluste hinnehmen müssen. Für den amerikanischen Markt sieht a - Nollert, daß "einige Anbieter sic auf der Strecke bleiben".