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20.10.2006

Preisdruck bremst den Outsourcing-Markt

Gartner erwartet starkes Wachstum im deutschen Auslagerungsgeschäft.
Deutsche Anwender lagern vor allem aus, um zu sparen. Gartner nennt das "taktisches Outsourcing", weil es nur kurzfristige Ziele verfolgt.
Deutsche Anwender lagern vor allem aus, um zu sparen. Gartner nennt das "taktisches Outsourcing", weil es nur kurzfristige Ziele verfolgt.

Die Marktforscher haben einen kräftigen Anstieg der Outsourcing-Aktivitäten unter deutschen Anwendern registriert. Eine aktuelle Erhebung von Gartner unter 57 deutschen IT-Leitern hat ergeben, dass der Anteil der Unternehmen mit nach eigenen Angaben starken IT-Outsour- cing-Aktivitäten von zehn auf über 27 Prozent im Jahr 2007 steigen wird. In der vorgestellten Studie spekulieren die Marktforscher, dass sich die intensive Nutzung von Outsourcing-Angeboten auch in den nächsten beiden Jahren fortsetzen wird.

8,6 Prozent Plus im Jahr

Die Entwicklung des Geschäftsvolumens wird dieser starken Nachfrage jedoch nicht in gleichem Maße folgen. Gartner rechnet damit, dass sich der Markt von 12,1 Milliarden Euro in diesem Jahr auf 18,3 Milliarden Euro im Jahr 2010 verbessern wird. Das entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 8,6 Prozent.

Wichtigster Grund für das Outsourcing ist weiterhin der Wunsch nach Kostenersparnis. 70 Prozent der Befragten nannten dieses Motiv. Außerdem lagern Anwender aus, um sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren und um Freiräume für Mitarbeiter zu schaffen, damit diese sich strategischeren Aufgaben widmen können.

Über einen langfristigen Outsourcing-Plan verfügen hingegen lediglich 35 Prozent der befragten Firmen. "Im Vordergrund stehen meistens sehr taktische Ziele wie kurzfristige Kostenersparnis", schilderte Gianluca Tramacere, Principal Research Analyst bei Gartner, die Entwicklung. Zumeist fehle eine Strategie, die Ziele gemeinsam mit dem Anbieter mittel- und langfristig definiert. Zudem sollten Anwender sich darüber im Klaren sein, woran der Erfolg gemessen und wie die Beziehung zum Dienstleister angepasst werden kann, wenn sich Änderungen im Kerngeschäft ergeben.

Geiz zahlt sich nicht aus

"Die Unternehmen sollten sich vor Abschluss eines Vertrages darüber Gedanken machen, welche Dienste sie in ein oder zwei Jahren benötigen, und eine entsprechende Flexibilität im Vertrag berücksichtigen", ergänzte Roger Albrecht, Managing Partner und Leiter des Consulting bei Gartner Deutschland. "Das ist nur möglich, wenn man die Anbieter nicht auf das absolute Preisminimum drückt - die Geiz-ist-Geil-Mentalität ist hier gefährlich."

Die größte Nachfrage nach Auslagerungsdiensten registrierte Gartner in den Bereichen Helpdesk, Storage und Anwendungen: 35 Prozent der Unternehmen haben ihren Helpdesk bereits ausgelagert, weitere 27 Prozent wollen in den nächsten zwölf Monaten folgen. Auch bei der Auslagerung der Speicherkapazitäten, von Disaster Recovery und Anwendungen ist mit vergleichbar starkem Wachstum zu rechnen.

Auch neue Outsourcing-Modelle wie Offshore-Outsourcing oder verbrauchsabhängige Servicekonzepte stoßen in Deutschland auf reges Interesse. Während letztes Jahr nur zwölf Prozent im hohen Maße Services aus Niedriglohnländern bezogen haben, wird diese Zahl bis nächstes Jahr auf 17 Prozent ansteigen. Damit liegt Deutschland allerdings leicht unter dem europäischen Durchschnitt - hier wollen 20 Prozent bis 2008 Aufgaben in hohem Maße ins Ausland verlagern. (jha)