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28.05.1982

Preisgünstiger und flexibler Rechnereinsatz als Programmierproblem: Mikros als Kommumkationsrechner

MÜNCHEN - Da Kommunikationsrechner von der Hardwarestruktur her keine besonderen Systeme sind, sondern lediglich durch Software Kommunikationsrechner werden, kann auch ein Mikrocomputer so programmiert werden, daß er bis zu 28 Terminals problemlos und ohne Zeitverzug bedienen kann. Welche Voraussetzungen dafür gegeben sein müssen, beschreibt Hagen Cyrus, Geschäftsführer der GFU-Unternehmensberatung in Köln.

Grundsätzlich läßt sich nicht jeder Mlkrocomputer für den Kommunikationsrechnereinsatz verwenden. Er muß einige spezifische Merkmale aufweisen, wie etwa

- freie Steckplätze für Karten mit seriellen Ports (RS232 oder 20 mA),

- Interrupts für Zeichen-Ein-/Ausgabe,

- genügend RAM für Pufferung der variablen Daten eines jeden Bildschirms.

Implementierungen haben sich bisher als sehr preisgünstig und flexibel erwiesen. Auch bei Vollast der Terminals ist der Mikro noch nicht ausgelastet, wie ein Beispiel zeigt.

32 000 Zyklen für 24 Terminals

Die Übernahme der Zeichen von den Terminals wird mit höchster Priorität behandelt. Kommt ein Zeichen an, so wird ein Interrupt ausgelöst. Durch geschickte Programmierung und entsprechendes Design der Baugruppe ist es möglich, das Zeichen mit 60 Taktzyklen dem richtigen Terminal zuzuordnen. Weitere 70 Zyklen werden benötigt, um die unterbrochene Aufgabe wieder aufzunehmen. Die serielle Baugruppe speichert ein Zeichen. Senden 24 Terminals gleichzeitig, so werden 32 000 Zyklen benötigt. Ein typischer Mikroprozessor (Z80A) arbeitet mit 250 Nanosekunden. Es werden also acht Millisekunden benötigt, um von jedem Terminal jeweils ein Zeichen zu empfangen.

Arbeiten die Terminals mit 1200 Baud, sieben Bits, einem Paritybit und einem Stopbit, so werden von einem Bildschirm jeweils etwa 140 Zeichen je Sekunde empfangen. Das Zeitintervall zwischen zwei Zeichen beträgt also zirka 8,1 Millisekunden. Somit ist der Vorrechner in der Lage, alle Zeichen von allen Terminals "gleichzeitig" in Empfang zu nehmen. Die Wahrscheinlichkeit, daß alle Terminals gleichzeitig senden, ist äußerst gering, da sie sich die meiste Zeit im lokalen Erfassungsmodus befinden. Einerseits erkennt die Baugruppe, wenn ein Zeichen nicht rechtzeitig abgeholt worden ist (Überlauf), zum anderen kann ein Terminal so geschaltet werden, daß es erst dann das nächste Zeichen sendet, wenn ein Bereit-Signal vom Empfänger vorliegt.

Die Kommunikation mit dem Hauptrechner kann mit der bereitgestellten Prozedur des Hauptrechners erfolgen. Ist hier die Programmierung zu aufwendig, so kann ein Protokollkonverter zwischengeschaltet werden. Auf dem Markt sind Geräte verfügbar, die TTY in MSV1, MSV2, HDLC oder sonstige Prozeduren konvertieren.