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09.04.1999 - 

300-Dollar-Grenze ist unterschritten

Preiskampf in der PC-Branche wird härter

MÜNCHEN (CW) - Der Rechner für weniger als 1000 Dollar ist bereits ein alter Hut. Inzwischen rutschen die Preise noch weiter ab, bis weit unter 500 Dollar. Die Billiganbieter rennen mit ihren Angeboten bei den Anwendern offene Türen ein und setzen damit die etablierten PC-Hersteller unter Druck.

Rechner unter 1000 Dollar machen in den USA laut einer Untersuchung des Marktforschungsunternehmens PC Data mittlerweile über 60 Prozent aller im Retail- und Mail-Order-Bereich verkauften Computer aus. Das heißt, wer im Consumer-Segment erfolgreich sein will, kann es sich nicht leisten, keinen Billigrechner in seinem PC-Sortiment zu haben.

Analysten untergliedern das Segment unter 1000 Dollar mittlerweile in drei Preisgruppen: für 900 Dollar bekommt der Kunde schon einen leistungstarken Rechner, im 600-Dollar-Bereich bewegen sich die Mittelklassesysteme, und die konsequentesten Billiganbieter verkaufen ihre Rechner bereits für 400 Dollar und weniger.

Der Markt für die Billigrechner boomt. 20 Prozent aller über den Einzelhandel verkauften Rechner kosten weniger als 600 Dollar. Das Segment zwischen 600 und 1000 Dollar führt im Februar 1999 zwar noch deutlich mit 42 Prozent Marktanteil, mußte aber im Vergleich zum Vorjahresmonat einen Rückgang um 12,9 Prozent hinnehmen.

Zwar macht der Einzelhandel nur etwa 23 Prozent des gesamten US-amerikanischen PC-Marktes aus, aber die Experten gehen davon aus, daß sich der Preisverfall schnell auf das gesamte Consumer-Segment ausweiten wird. Diese Entwicklung wird die ganze Computerindustrie überrollen, glaubt Roger Kay, Analyst bei der International Data Corp. (IDC).

Letzter Höhepunkt des Preiskriegs ist die Ankündigung des in Seattle ansässigen PC-Anbieters Microworkz, ab Mitte April einen PC für 299 Dollar zu verkaufen. Nachdem das Angebot veröffentlicht war, brachen der Web-Server und die Telefonleitungen der Firma unter der Last der Nachfragen zusammen.

Die etablierten PC-Anbieter sehen durch den wachsenden Preisdruck ihre Felle davonschwimmen. Zähneknirschend müssen sie sich an den Billigzug anhängen und die geringeren Gewinnmargen schlucken. Als letzten hat es jetzt auch den Direktanbieter Dell erwischt. Die Texaner bieten für 999 Dollar einen Komplettrechner mit einem 15-Zoll-Monitor an. Allerdings positioniert Dell seinen 1000-Dollar-PC nach eigener Definition nicht im Low-end-Segment. Der texanische Direktanbieter will sich nicht das Image eines Billiganbieters verpassen lassen. Laut Firmensprecher Bill Robbins bewegt sich sein Unternehmen mit dem 1000-Dollar-PC noch im gehobenen Mittelfeld.