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21.01.1994

Preispolitik soll transparenter werden Datenbankhersteller ruecken von Hardware-abhaengigen Preisen ab

MUENCHEN (CW) - Dem allgemeinen Trend in der Preispolitik fuer Software folgend, will die Informix Inc. ihr Preisgefuege aus der Hardwarebezogenheit loesen und eine Struktur einfuehren, die sich rein an der Anzahl eingesetzter Lizenzen orientiert. Damit soll das Preisschema durchschaubarer werden und besser den Wert der Software widerspiegeln. Oracle und Ingres planen ebenfalls veraenderte Preisstrukturen.

Eine Entwicklungslizenz fuer die Informix-Online soll zum Beispiel, wie die CW-Schwesterpublikation "Computerworld" berichtet, fuer 1200 Dollar pro Benutzer erhaeltlich sein, waehrend eine Runtime- Lizenz pro Endanwender rund 900 Dollar kostet. Das Einstiegsminimum liegt hier bei fuenf Lizenzen.

Das neue Preisschema "Per-user-pricing" (pup) fuer die Bundesrepublik soll laut Werner Niebel, Marketing-Direktor bei der Informix Software GmbH, Ismaning, zur CeBIT vorliegen.

In abgeschwaechter Form gelten seit Juni 1993 auch bei der ASK Group Inc. Pup-Preise. Gab es bis zu diesem Zeitpunkt bei der Ingres GmbH, Frankfurt, noch 14 Rechnerklassen, teilt das Unternehmen heute die CPU-Groessen nur noch in drei Kategorien auf: PC-Plattformen, Workstations und kleine Server sowie Mehrprozessor-Rechner und Mainframes. Von der Sybase GmbH aus Duesseldorf war zum Thema Hardware-unabhaengiges Pricing keine Auskunft zu erhalten.

CS-Anwender votieren fuer das Per-user-pricing

Traditionell haben die Hersteller von Unix-Datenbanken ihren Vertrieb bislang nicht an Preislisten gebunden, um einen Verhandlungsspielraum zu gewaehren. Doch zeigen Client-Server- Anwender wenig Neigung, die komplizierten Preismatrizen bezogen auf unterschiedliche Rechnermodelle auszuwerten.

Ob die neue Preisstruktur den Einsatz der Datenbankprodukte billiger macht, ist allerdings fraglich. Ein entscheidender Faktor fuer den anwenderfreundlichen Trend zur Transparenz duerfte die aggressive Preispolitik der Microsoft Corp. sein - insbesondere fuer den Workgroup-SQL-Server unter Einsatz einer Windows-NT- Datenbank. Je nach Konfiguration kann beispielsweise das MS- Produkt zehnmal weniger kosten als ein vergleichbares System. So kaeme etwa eine Oracle-7-Datenbank fuer 50 Benutzer mittlerweile auf rund 42000 Dollar. Fuer eine Microsoft-Installation mit einer unbegrenzten Anzahl von Usern muesste der Anwender dagegen lediglich 15000 Dollar aufwenden.

Unbestreitbar, behauptet die CW-Schwesterpublikation "Computerworld", verfuegt die Microsoft-Variante nicht ueber eine ebenso ausgedehnte Funktionalitaet. Um so wichtiger seien Entscheidungshilfen, mit denen beurteilt werden koenne, ob Groesse und Funktionen ausreichten, die jeweiligen Projektanforderungen zu erfuellen. "Preisstaffelungen nach Anzahl der Anwender ergeben einen Orientierungsrahmen fuer die optimale Dimensionierung eines Datenbankeinsatzes", formuliert Carl Esposito, Vorsitzender der Oracle-Anwendergruppe aus New York. Doch der Branchenfuehrer teilt den Standpunkt seiner Anwendergruppe offensichtlich nicht: "Bei Oracle gibt es keine Plaene fuer eine rein anzahlbasierte Preisbildung", erklaert Brett Bachman, Oracles Vice-President fuer das Marketing von Systemsoftware. Historisch eher durch Host- basierte Anwendungen gepraegt, will das Unternehmen die Produktlinie mit einem Low-end-Datenbankerzeugnis aufstocken, das zudem leichter zu installieren sein soll. Den Zielmarkt bilden Abteilungsanwendungen. Ab Mitte 1994 soll die abgespeckte Datenbank als Buendel mit Novells "Netware" oder "Unixware" auf den Markt kommen.