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09.01.2004 - 

PC-Vermarkter zieht sich aus Kerngeschäft zurück

Preisverfall stoppt 4MBO

MÜNCHEN (CW) - Der Plochinger Computervermarkter 4MBO zieht sich aus seinem Kerngeschäft mit PCs und Notebooks zurück. Stattdessen setzt die Firma künftig auf Mikrowellen und Digitalkameras.

Der Wandel von Computeranbietern zu Elektronik-Gemischtwarenläden prägte im vergangenen Jahr das Bild der Hardwarebranche. Ein Vorreiter war das US-amerikanische Unternehmen Gateway, das sich wegen des rapiden Preisverfalls bei Rechnern ein weiteres Standbein in der Consumer-Electronics-Sparte aufgebaut hat. Im Herbst zogen auch die IT-Konzerne Dell, Fujitsu-Siemens und Hewlett-Packard (HP) nach: Sie setzen auf Unterhaltungselektronik, Musik-Files oder Abspielgeräte, vornehmlich aber auf Flachbildfernseher.

Der deutsche PC-Vermarkter 4MBO International, Erfinder des beim Einzelhandelsriesen Plus erhältlichen "Volks-PC", geht den gleichen Weg - nur ein bisschen weiter. Das Unternehmen kündigte an, künftig überhaupt keine PCs und Notebooks mehr zu verkaufen und sich komplett in die Elektronikecke zurückzuziehen. Ein Grund sei die Kaufzurückhaltung der Kunden, hieß es. Discounter hätten die Bestellungen so weit gedrosselt, dass für das Unternehmen kein rentables Computergeschäft mehr möglich sei. Zudem wollte die Company keine Rücknahmegarantien für nicht verkaufte Systeme abgeben.

Die Aussagen decken sich mit den Erfahrungen der Analysten: So hat der heimische Desktop-Markt das dritte Quartal 2003 mit einem Absatzrückgang um 2,6 Prozent abgeschlossen. Vor allem Privatkunden verschmähten zunehmend die stationären Rechner, hier registrierten die Marktforscher ein Minus von 7,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresszeitraum. Demgegenüber brummt das Geschäft mit Notebooks, deren Verkaufszahlen gegenüber dem Vorjahreszeitraum insgesamt um knapp 60 Prozent zulegen konnten. Allerdings sank deren Durchschnittspreis binnen eines Jahres um 28 Prozent - wer nicht mit Masse gegenhalten kann, kommt nicht auf seine Kosten.

Als Folge des Ausstiegs rechnet 4MBO nun damit, dass die Umsätze im laufenden Jahr um mehr als die Hälfte schrumpfen werden. Im Jahr 2002 hatte das Unternehmen 287 Millionen Euro eingenommen, für 2003 waren die Erwartungen auf 220 Millionen Euro reduziert worden. Im Zuge der Reorganisation wird es zu Entlassungen kommen. Zwischen der Umsatzwarnung Ende Oktober und Mitte Dezember ist der Kurs der 4MBO-Aktie von knapp sieben Euro auf unter zwei Euro abgestürzt. (ajf)