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25.05.1984 - 

Canon macht den Anfang, Hewlett-Packard wird nachziehen:

Preiswerte Laserdrucker drängen in den Markt

NEW YORK (VWD) - Die elektromechanischen Schnelldrucker in der mittleren bis teuren Preiskategorie bekommen Konkurrenz. Bei den Herstellern von Laser- und anderen nicht mechanischen Druckern in den USA und Japan laufen die Vorbereitungen für die Vorstellung neuer Gerate, die in dieses Marktsegment vorstoßen sollen. Die Produzenten der herkömmlichen Geräte sind nervös, denn die Laserdrucker sollen schneller und leiser arbeiten.

Der erste Laserdrucker wurde bereits 1973 von Xerox vorgestellt. Aber bis vor kurzem lagen die Preise bei mehreren hunderttausend Dollar, also außerhalb der Reichweite der meisten Interessenten. Die Entwicklung eines billigeren Lasergeräts durch die japanische Canon hat jetzt aber einer Revolution auf dem Druckermarkt "Tür und Tor" geöffnet. Eine ganze Reihe von Unternehmen wird in den kommenden sechs Monaten mit Verkauf von Druckern beginnen, die mit diesem Canon-Lasergerät arbeiten.

Acht Seiten pro Minute

Nach Ansicht eines Branchenexperten werden die elektromechanischen Drucker nicht in der Lage sein, den neuen Laserdruckern Paroli zu bieten. "Sie werden bei der Geschwindigkeit, bei der Flexibilität und beim Lärm geschlagen", sagte er. So erwartet Dataquest für die neuen Drucker ein enormes Umsatzpotential, für 1984 bereits 600 Millionen Dollar und 2 Milliarden Dollar 1988. Im vergangenen Jahr hatten die mechanischen Systeme (Matrix und Typenrad) einen Anteil von 60 Prozent an dem 4,2-Milliarden-Dollar-Markt. Zeilendrucker kamen auf 26 Prozent, und nicht-mechanische gerade auf 14 Prozent. Für 1988 rechnet Dataquest bei einem Gesamtvolumen von dann 7,2 Milliarden Dollar für Matrix- und Typenrad-Drucker mit einem Anteil von 54 Prozent, für Zeilendrucker von 15,5 und für Laserdrucker von 30 Prozent.

Das größte Interesse unter den zukünftigen Anbietern findet derzeit Hewlett-Packard. Eine offizielle Vorstellung des HP-Laserdruckers "Laserjet" könnte bereits während der Comdex-Konferenz in Atlanta Ende dieses Monats erfolgen. Dem Vernehmen nach druckt dieses Gerät "in aller Stille" acht Seiten pro Minute verglichen mit drei "lauten" Seiten bei dem derzeit schnellsten elektromechanischen Drucker. Noch wichtiger ist, daß der "Laserjet" nicht mehr als 3500 Dollar kosten soll.

Nach Ansicht von Chuck Ulfers Marketing-Manager bei HP für Systemdrucker, werden sich die meisten Kopiererproduzenten für einen Einstieg in den Laserdrucker-Markt interessieren. Zu 70 Prozent glichen sich Laserdrucker und Kopierer. Wie es heißt, bereiten sich bereits folgende Hersteller von Kopierern auf einen Einstieg in den neuen Markt vor: Agfa-Gevaert, Konica, Minolta, Mita, Ricoh, Sharp und 3M.

Starkes Interesse zeigen viele Industriebeobachter auch an Xerox, dem Unternehmen der "ersten Stunde" in der Laserdrucker-Branche. Henry Haughland, Program-Manager für langsame elektronische Drucker bei dem Unternehmen, sagte dazu, man werde in jedem Bereich des Laserdrucker-Geschäfts "extrem" aktiv sein. Zum Termin einer Vorstellung von billigen Xerox-Geräten fügte Haughland hinzu, er glaube nicht, daß der Markt noch sehr viel länger warten werde. Xerox erwarte ein explosives Wachstum in diesem Bereich, 60 bis 70 Prozent pro Jahr. Das sei zwei- oder dreimal soviel wie der Rest des Druckermarktes

Xerox, wie jeder andere Wettbewerber, beobachtet die Japaner und auch IBM. Dieses Unternehmen könnte entweder ein eigenes Produkt vorstellen oder den Vertrieb eines fremden Erzeugnisses übernehmen. Haughland erwartet, daß sich IBM zu einem starken Konkurrenten entwickeln wird. Auch Apple will sich ein Stück des "Marktkuchens" sichern. Das Unternehmen hat bereits angekündigt, zum Jahresende einen preisgünstigen Laserdrucker für den Macintosh vorstellen zu wollen.

Wie ein Industriebeobachter sagte, sei es für jedes Unternehmen, das im Bereich elektromechanische Drucker engagiert sei und eine volle Produktpalette anbiete, ein tragischer Fehler, wenn es nicht auch im Bereich der Laserdrucker aktiv werde.

Einige Unternehmen Versucher diese Produktlücke zu füllen, indem, sie mit Herstellern von Laserdruckern Lieferverträge abschließen. So wird Dataproducts Corp., Hersteller von Zeilen-, Matrix- und Daisy-Druckern, ab Jahresende auch Laserdrucker von 3M anbieten. Auch Datasouth will versuchen, auf diese Weise einen bereits jetzt spürbaren Absatzrückgang aufzufangen. Printronix, Hersteller von Zeilendruckern nimmt eine abwartende Haltung ein. Wie Marketing Director Ted Lorber sagte, betrage das eigene Wachstum bei elektromechanischen Druckern immer noch über 30 Prozent. Dies werde man nicht aufgeben zugunsten einer ungeprüften Technologie.

Damit sich mit Druckern auch die vielfältigen Grafiken darstellen lassen, deren Gestaltung auf dem Bildschirm dank neuer Software mehr und mehr möglich ist, brauchen die Motoren der Drucker das "Gehirn" intelligenter Kontrolleure und Software. Gerade für kleinere Unternehmen eröffnen sich hier Möglichkeiten für die Entwicklung von Software, mit der nicht-elektromechanische und Matrixdrucker Grafiken und typografische "Wunderwerke" darstellen können.

Ein solches Unternehmen ist Quality Micro Systems (QMS), dessen intelligente Grafik-Image-Prozessoren von fast jedem Laserdrucker-Hersteller begehrt sind. Im Januar 1983 nahm das Unternehmen die Produktion eines eigenen Laserdruckers auf. Im Fiskaljahr 1983 (30. September) erzielte QMS einen Umsatz von 14,6 Millionen Dollar, für das laufende Geschäftsjahr rechnet Executive Vice President Arthur K. Hyzer mit einer Umsatzverdopplung.