Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

15.09.1988 - 

Fehlende Programme von Dritt-Anbietern lähmen Interesse für OS2:

Presentation Manager droht Fehlstart

BURLINGAME (IDG) - Anwender, die auf OS/2 umsatteln und auf den Presentation Manager setzen, werden zunächst mit dem neuen Betriebssystem nicht viel anfangen können. Denn wenn im November die OS/2 Standard Edition 1.1 lieferbar ist, wird am Markt in puncto verfügbarer Software von Dritt-Anbietern gähnende Leere herrschen.

Mit Ausnahme der Unternehmen Microsoft, Aldus und Micrografix haben alle Software-Größen signalisiert, daß sie zum Zeitpunkt der Auslieferung der OS/2 Extended Edition 1.1 noch keine geeigneten Programme anbieten werden. Ursprünglich hatten noch einige Hersteller auf den Presentation Manager abgestimmte OS/2-Software zum Erscheinungstermin des Release in Aussicht gestellt, dann aber einen Rückzieher gemacht. So zum Beispiel Ashton-Tate, das für Ende dieses Jahres dBase-Software für den Presentation Manager angekündigt hatte, jetzt aber - wie andere Unternehmen auch - die Auslieferung auf Mitte 1989 verschob.

Darf man den Angaben von Insidern Glauben schenken, verzögert sich die Entwicklung bei Ashton-Tate und Lotus Development deshalb, weil sie noch mit der Aktualisierung ihrer neuesten DOS-Upgrades befaßt sind. Normalerweise dürfte es für beide Unternehmen kein Problem sein, ihr Know-how kurzfristig auf den Presentation Manager zu übertragen.

Wegen des Mangels an Software für den Presentation Manager haben viele OS/2-Interessenten ihre Kaufabsichten wieder verworfen. Argument: Ohne neue Applikationen können die Stärken und Schwächen des Betriebssystems nicht getestet werden. Außerdem wollen sie den Wechsel von DOS zu OS/2 erst dann vollziehen, wenn sich die Umstellung aufgrund ausreichend vorhandener Software lohnt. Das kann nach Ansicht von Experten noch zwei Jahre dauern.

Laut Mark Mackaman, OS/2-Product-Manager bei Microsoft, hat sich sein Unternehmen auf die terminlichen Versprechen der Software-Produzenten ohnedies nicht verlassen. Vielmehr sei ein gemächlicher Start der OS/2 Standard Edition einkalkuliert.

Bei Microsoft rechnet man mit einer zweistufigen Entwicklung von Applikationen für den Presentation Manager. Die erste Phase werden Window- und Grafik-fähige Versionen bereits existierender Anwendungen sein, die im Verlauf des nächsten Jahres auf den Markt kommen sollen. Die zweite Phase sollen dann Programme sein, die eigens für OS/2 und den Presentation Manager entwickelt werden. Mit dieser zweiten Generation glaubt man um das Jahr 1992 die Verkaufszahlen von DOS zu übertreffen.