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23.02.2001 - 

Vorläufig neuer Mann an der Spitze

President von SAP America tritt zurück

MÜNCHEN (CW) - Chris Larsen, seit Ende 1999 President von SAP America Inc., hat das Unternehmen verlassen, um künftig "anderen Interessen nachzugehen". Die Walldorfer Zentrale der SAP AG hat den Rücktritt bestätigt, wollte aber keine weiteren Details nennen.

Chris Larsen ist binnen eines Jahres der zweite Topmanager, der aus dem Unternehmen ausscheidet. Im Frühjahr letzten Jahres ist der damalige CEO (Chief Executive Officer) von SAP America Kevin McKay zurückgetreten. Seine Position hat seitdem Wolfgang Kemna inne.

Für Bruce Richardson von AMR Research kommt der Schritt Larsens nicht überraschend. Er sieht ihn eher als Lückenbüßer."Sie brauchten damals jemanden, der den Vertrieb stabilisiert", meint der Analyst, nach dessen Meinung der Mohr seine Schuldigkeit getan hat. Sein Kollege Joshua Greenbaum von Enterprise Application Consulting sieht die Angelegenheit kritischer: "Zum jetzigen Zeitpunkt benötigt SAP eine feste Hand und ein einheitliches Auftreten. Es wäre besser, sie hätten keinen Mann dieses Ranges verloren."

Die Aufgaben Larsens übernimmt vorübergehend CEO Wolfgang Kemna. An den Finanzmärkten kursierende Gerüchte, wonach auch Kemna zurückgetreten sei, wurden inzwischen von SAP dementiert. "Unsinn" sei dies, so ein SAP-Sprecher in Walldorf gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Ein kurzzeitiges Absinken der SAP-Aktie sei zusätzlich zu den europaweiten Kurseinbußen von Technologieaktien durch die Gerüchte über den angeblichen Rücktritt Kemnas hervorgerufen worden, so die Meinung einiger Finanzexperten.

Die Kündigungswelle auf der Führungsebene von SAP America scheint sich nun fortzusetzen, nachdem SAP 1999 einige Topmanager und zahlreiche Mitarbeiter verloren hatte. Nach Chief Executive Officer (CEO) Paul Wahl und zwei Vice Presidents hatte auch President Jeremy Coote seinen Hut genommen. Besonders hart traf SAP, dass viele der Manager, darunter auch Coote, zum Front-Office-Spezialisten Siebel Systems wechselten. Damals kam es zu einem Gerichtsverfahren, weil SAP dem Konkurrenten Siebel Systems vorwarf, 27 SAP-Manager in der klaren Absicht angeheuert zu haben, dem Geschäft zu schaden.