Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

29.03.1996

Pressespiegel

"Die Woche" ueber Apple-Manager im Buessergewand: Der Mann war die Zerknirschung in Person. Jawohl, man sei auf die Nase gefallen, brummte Gilbert Amelio, neuer Chef von Apple Computer. Doch nun sei die Firma dabei, "aufzustehen, den Schmutz abzuklopfen und weiterzugehen". Die Mitmanager auf dem Podium, verschanzt hinter Fruehlingsblumen, nickten dazu betreten. (...) Die Sinnkrise im Management ist gewaltig. Nie hat man die Repraesentanten des einstigen Flaggschiffs der Branche so gerupft gesehen. Im "PowerPark", dem Apple-Stand auf der CeBIT, schaufelten die Vizepraesidenten um die Wette Asche auf ihre Haeupter.

Das "Handelsblatt" kritisiert eine deutsche Unart: Die "global information structure", das weltumspannende Informationsnetz, ist im Anmarsch. Die Deutschen sprechen von der "Informationsgesellschaft". Eine bezeichnende Semantik. Dieser Begriff suggeriert die Symbiose des ohnehin schon nebuloesen Begriffs "Gesellschaft" und des Gutes "Information". Typisch deutsch. Im Englischen gibt es den Terminus "age of information" oder "information technology", aber keine "information society". Was sagt das ueber uns Deutsche aus? Die Begriffstheoretiker hierzulande gehen von einer Art ganzheitlichem Tableau aus. Information und Gesellschaft bilden in ihrer Vorstellungswelt eine Einheit. Die Information muss, moeglichst auch noch harmonisch, in die Gesellschaft eingebettet und kontrolliert, wie ein Pferd an die Zuegel genommen werden.

Der "Spiegel" vermisst die Regierung: Als Forschungsminister Juergen Ruettgers (CDU) Anfang vergangenen Jahres als erster ans Netz ging, wurde ueber den Mann noch gelaechelt. Seit kurzem ist sogar Helmut Kohl online, der schon ein Handy fuer eine Zumutung haelt. Hoehepunkt der Kanzler-Darstellung im WWW ist ein Filmchen von 18 Sekunden Laenge. Wer es sehen will, muss allerdings 1,4 MB aus dem Netz herunterladen - das kann ueber eine halbe Stunde dauern. Die Erotik des neuen Mediums verfuehrt die Bonner Profis vor allem zu gefaelligen Posen. Was man im Datenstrom erleben kann, wissen aus eigener Erfahrung nur wenige. Unter den Kabinettsmitgliedern beherrscht allein eine ostdeutsche Frau die Fahrt ueber die Datenbahn: Familienministerin Claudia Nolte. Die einstige Kybernetikstudentin hat einen Internet-Anschluss zu Hause.

Die "Wirtschaftswoche" laesst einmal den Standort loben: Die Loehne zu hoch, der Wettbewerb moerderisch, Deutschland ein Standort ohne Zukunft? "Quatsch", sagt Jost Stollmann, 40, Gruender und Vorstandssprecher der Compunet Computer AG in Kerpen bei Koeln. Er koenne das "Gejammere ueber den Standort Deutschland" einfach nicht mehr ertragen. Rund 800000 Mark, zwei Drittel seines Werbeetats, hat der Rheinlaender Ende 1995 ausgegeben, um in Zeitungsanzeigen derart gegen den Strom zu schwimmen.