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Benutzerverein "Siemens Computer User Team (SCOUT) e. V." gegründet:

Pressure Group oder Fan-Club ?

04.07.1975

BERLIN/FRANKFURT - 20 Großanwender von Siemens-DV-Systemen gründeten in Berlin den Siemens Computer User Team (SCOUT) e. V. Die auf die Zielgruppe der Anwender von 4004-Anlagen (Modell 135 und größer aber 256 K) ausgerichtete Benutzergruppe soll in das Frankfurter Vereinsregister eingetragen werden.

Die Initiative ging vom Bertelsmann-Verlag aus; Sprecher des neugegründeten Vorstands ist Bert van Rennings (34), Leiter der Systemtechnik, EDV-Bereich der Zentralorganisation der Dresdner Bank, Frankfurt. Van Rennings betonte gegenüber der Computerwoche die Notwendigkeit eines Siemens-Anwender-Zusammenschlusses: "Der Wunsch des einzelnen Kunden ist Siemens nicht mehr Befehl. Das hängt natürlich damit zusammen, daß die Firma in den Kreis der großen EDV-Hersteller eingetreten ist."

Hauptziel von SCOUT ist ein über den bisherigen privaten - meist anonymen - Kontakt hinausgehender, organisierter Erfahrungsaustausch zwischen den einzelnen Mitgliedsfirmen, um Benutzerwünsche an System-Design und Software zu formulieren.

Van Rennings: "Zudem soll nicht jeder Großbenutzer die Lokomotive zum zweiten Mal erfinden."

Namhafte Großfirmen

Als weiteren Punkt, den zu klären eine vordringliche Aufgabe des neuen Vereins sei, nannte der Scout-Sprecher das Problem der Kompatibilität.

Dennoch versteht sich der "SCOUT-Verein" nicht als Gegenmacht zum Hersteller. Vielmehr sollen gemeinsam mit Siemens die Forderungen nach Änderung bestehender Systemkomponenten abgestimmt werden. Namhafte Firmen und Institutionen wie Bertelsmann, Bundesbank, Flughafen Frankfurt, Polydor, Rechenzentrale Bayerischer Genossenschaften und Springer-Verlag gehören zu den Gründern von SCOUT. Darunter sind einige, die als IBM-Anwender in den User-Groups "Guide" und "Share" bereits Erfahrungen mit dem Erfahrungsaustausch sammeln konnten.

Frühwarnsystem geplant

Nicht vertreten ist bisher der Behördenbereich, bei dem - wie van Rennnings erklärt - "der Entscheidungsprozeß erfahrungsgemäß etwas länger dauert".

Zumal Fragen der Vertragskonditionen nicht zum Themenkreis der Benutzervereinigung gehören sollen.

Das erste Projekt ist die gemeinsame Entwicklung eines Frühwarnsystems für Betriebssystem- und Hardwarefehler. Später sollen Softwarepakete für einen homogenen Kreis von Siemens-Anwendern geschrieben werden.

Wohl um den Eindruck der direkten Einflußnahme gar nicht erst aufkommen zu lassen, hat es Siemens, - obwohl dazu aufgefordert - bisher abgelehnt, als Vollmitglied beizutreten.

Im Hause Siemens wurde jedoch bereits eine Anlaufstelle benannt, Indiz dafür, daß Siemens an einer Zusammenarbeit mit SCOUT interessiert ist.