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31.07.1992 - 

Nur Lotus Notes bleibt im Unternehmen

Price Waterhouse steigt von Lotus auf Borland-Produkte um

MÜNCHEN (CW)-Borland Lizenzen für 25 000 PCs hat das weltweit agierende Wirtschaftsprüfungs-Unternehmen Price Waterhouse erworben. Damit sticht Borland den Spreadsheet-Konkurrenten Lotus aus, dessen 1-2-3-Produkt jetzt ausgemustert werden soll. Nicht betroffen von dem Wechsel des PC-Software-Anbieters ist allerdings das Groupware-Produkt Notes von Lotus.

"Unser offizielles Tabellenkalkulationsprogramm heißt künftig Quattro Pro", verkündet Sheldon Laube, Direktor des Price Waterhouse Technologie-Entwicklungszentrums kalifornischen Menlo Park. Damit läutet der Manager das Ende der 1-2-3-Ära in seinem Unternehmen ein, auch wenn er die Mitarbeiter nicht zwingen will sofort auf das Borland-Produkt umzusteigen.

Von dem Herstellerwechsel wird jedoch das Groupware-Produkt Lotus Notes ausgenommen. In diesem Bereich bleibt Price Waterhouse nach Aussagen von Richard Eckel, Direktor für unternehmensweite Kommunikation bei der Lotus Development Corp., einer der größten Kunden seines Unternehmens.

Für Verwirrung sorgte Laube mit seiner Begründung der Borland-Entscheidung gegenüber der amerikanischen IDG-Schwesterpublikation "Infoworld": Sein Unternehmen, so der Manager, brauche einen Hersteller dessen PC-Produkte nicht nur hohe Funktionalität böten, sondern neben dem zeichenorientierten DOS-Betriebsystem auch die Grafikoberfläche MS-Windows unterstützten. Dieser Argumentation fehlt es insofern an Stichhaltigkeit als zwar von Lotus 1-2-3 eine Windows-Version existiert, nicht aber von Quattro Pro.

Bei Borland Deutschland wird daher vermutet, daß bei der Entscheidung für Quattro Pro weniger die Mängel des Lotus-Produkts als vielmehr die günstigeren Konditionen des Borland-Kontrakts eine Rolle gespielt haben dürften. Das Wirtschaftsprüfungs-Unternehmen gehört nämlich zu den ersten Teilnehmern am "Ease" Marketing-Programm für Borlands Großkunden. In diesem Rahmen hat Price Waterhouse nicht nur Quattro Pro, sondern auch die Datenbankprodukte "Paradox" und "Dbase" sowie die grafische Entwicklungsumgebung "Objectvision" lizenziert.

Nach den Bedingungen dieses Ease-Programms erhalten Großkunden keine Individual Lizenzrechte, sondern zahlen nach Stückzahlen und können dabei entsprechende Rabatte bekommen. Außerdem bekommen die Teilnehmer Zugriff auf Beta- oder Gamma-Versionen von Borland-Produkten. So verfügt Price Waterhouse eventuell schon jetzt über ein Pre-Release von Quattro Pro für Windows. In dieser Möglichkeit könnte die Ursache für die irreführende Argumentation von DV-Manager Laube liegen.