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Starke Konkurrenz durch Airlines


06.10.2000 - 

Priceline: Das Online-Geschäft mit den Billig-Flugtickets stagniert

MÜNCHEN (CW) - Der Kurs der Internet-Preisagentur Priceline sank letzte Woche auf ein Rekordtief. Über 42 Prozent ihres Wertes büßte die Aktie ein, nachdem das Unternehmen seine Umsatzprognosen für das dritte Geschäftsquartal wegen rückläufiger Erlöse aus dem Flugticket-Verkauf nach unten korrigiert hatte.

Einnahmen zwischen 340 und 345 Millionen Dollar seien realistisch, hieß es im Rahmen der Gewinnwarnung von Priceline Ende letzter Woche. Die Analysten hatten ursprünglich mit 360 bis 380 Millionen Dollar gerechnet. Grund für den Umsatzeinbruch sind die niedrigen September-Erlöse aus der Flugticket-Börse, Pricelines Kerngeschäft. Nach Angaben von Firmenchef Daniel Schulman sind daran vor allem Probleme im US-Flugverkehr schuld. Zahlreiche Flüge seien im Sommer wegen Streiks und schlechter Wetterbedingungen gestrichen worden.

Wachsende Konkurrenz bei BilligflügenDie Fluggesellschaften hätten ihre Tickets dann im September weit unter den sonst üblichen Preisen angeboten, um das in den Monaten Juli und August sehr flaue Geschäft wieder anzukurbeln. Dadurch hätten die Flugreisenden weniger Anreize gehabt, auf Schnäppchenjagd bei Priceline zu gehen. Nach Ansicht von Tim Albright, Analyst bei Salomon Smith Barney, leidet das Geschäft aber auch unter den hohen Benzinpreisen, die die Fluggesellschaften beim Ticketverkauf an das Unternehmen weitergäben.

Das größte Problem ist nach Einschätzung von Experten jedoch Pricelines Abhängigkeit von den Erlösen aus der Flugbörse, die stattliche 85 Prozent der gesamten Einnahmen ausmachen. Der restliche Umsatz wird durch den Bieterservice für Hotelzimmerbuchungen (neun Prozent), Autovermietungen (vier Prozent) sowie Telefondienste und Hypotheken für Immobilien erzielt. Eine Bedrohung für das Unternehmen sehen Analysten auch in dem neuen Billigticket-Dienst "Hotwire", an dem mehrere große US-Fluggesellschaften - darunter American Airlines, United Airlines und US Airways - beteiligt sind. Solche Angebote seien flexibler als die der Priceline-Börse, bei der sich die Kunden mit der Abgabe ihres Gebots - unabhängig von Flugzeit und Airline - zum Kauf des Tickets verpflichten.

Um nicht länger von der wirtschaftlichen Entwicklung seiner Billigflugbörse abhängig zu sein, setzt Priceline verstärkt auf neue Geschäftssegmente. Firmenchef Schulman will eigenen Angaben zufolge vor allem die Aktivitäten im Bereich Telekommunikation weiter ausbauen. Auch die Einführung eines ersten Versicherungsprodukts sei demnächst geplant. Diese Strategie halten Analysten grundsätzlich für sinnvoll. Allerdings bezweifeln sie, dass sich das Motto "Nennen Sie den Preis" ohne weiteres auf andere Geschäftsfelder übertragen lässt. Das Business-Modell, für das die Marke Priceline steht, hat nur bei Reisen Erfolg, meint etwa Holly Becker von Lehman Brother Holdings.

Über den Kurseinbruch von Priceline dürften sich einige hochkarätige Anleger besonders ärgern. Der Microsoft-Mitbegründer Paul Allen und LibertyMedia-Chef John Malone hatten gerade vor zwei Monaten je für 190 Millionen Dollar Priceline-Aktien erworben. Auch Saudi-Prinz Alwaleed beteiligte sich Anfang September mit 50 Millionen Dollar.