Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

10.11.2000 - 

Bekommt der Kaufinteressent kalte Füße?

Pricewaterhouse-Übernahme durch HP ist fraglich

MÜNCHEN (CW) - Die im September dieses Jahres bekannt gewordenen Fusionspläne zwischen HP und dem Beratungsgeschäft von Pricewaterhouse-Coopers (PWC) könnten scheitern: So soll der Computerhersteller das Zustandekommen des Mergers nicht zuletzt von einem um etwa zehn Prozent niedrigeren Kaufpreis abhängig machen.

"Angesichts der veränderten Marktsituation überprüfen wir derzeit jeden einzelnen Aspekt der Übernahme - bis hin zum Preis", erklärt HP-Vorstandsvorsitzende Carleton Fiorina die plötzliche Zurückhaltung ihres Unternehmens gegenüber der Fusion mit der Beratungssparte von Pricewaterhouse-Coopers.

Nicht zuletzt aufgrund des etwa 23-prozentigen Kursverfalls der HP-Aktie seit der Ankündigung der Akquisitionspläne im September soll es US-Presseberichten zufolge bei den Übernahmeverhandlungen zu Schwierigkeiten gekommen sein.

Den ursprünglich anvisierten Preis von 17 bis 18 Milliarden Dollar will der Computerhersteller mittlerweile nicht mehr bezahlen. Wie die "Financial Times" berichtet, macht HP einen um mindestens zehn Prozent niedrigeren Kaufpreis zur Bedingung für das Zustandekommen des Mergers. Zudem soll der größere Anteil der Summe, die bisher zu gleichen Teilen in HP-Aktien und Bargeld beglichen werden sollte, nun in bar bezahlt werden.

"Von dem strategischen Sinn der Transaktion sind wir nach wie vor überzeugt", versichert HP-Chefin Fiorina. Zum Abschluss bringen werde man diese allerdings erst, wenn man von den daraus resultierenden Vorteilen für Aktionäre und Mitarbeiter überzeugt sei.

Der Traum vom Full-Service-ProviderDer Zukauf von PWC würde HP in die Lage versetzen, als Full-Service-Provider auch gegen den Rivalen IBM anzutreten, der in Anbetracht der im reinen Hardwaregeschäft sehr geringen Margen bereits seit geraumer Zeit erfolgreich Komplettpakete aus Computersystemen, Software, Dienstleistungen, Support sowie Management-Beratung schnürt.

Ein Grund für die zögerliche Haltung des im Übernahmegeschäft eher unbeleckten Computerherstellers mag nicht zuletzt in der zunehmenden Nervosität der Investoren liegen, die insbesondere bezüglich der Integration der rund 30000 Berater von Pricewaterhouse-Coopers ihre Bedenken haben. So könnten die bisher relativ unabhängigen Mitarbeiter des Übernahmekandidaten nach Ansicht der Aktionäre die Tätigkeit unter dem Dach des Computerkonzerns scheuen. Außerdem büße die Beratungsqualität der Pricewaterhouse-Spezialisten durch die enge Verzahnung mit HP möglicherweise an Neutralität ein.

Nach Meinung der Investoren könnten die mit einer Fusion einhergehenden Schwierigkeiten nicht zuletzt für Fiorina, die im Juli 1999 bei HP das Ruder übernommen hatte, zum Stolperstein geraten. "Die Akquisition könnte ihr Waterloo werden", meint etwa Jerry Dodson, Manager des Parnassus Equity Income Fund und Besitzer von 75000 HP-Aktien. "Wenn sie das tut, könnte sie es bereuen." Auf der Wunschliste der Investoren stehen vielmehr die Konzentration auf Kostensenkung, die Vorstellung neuer Produkte sowie die Festigung der führenden Position im Druckermarkt.

Nach Einschätzung von Branchenbeobachtern soll es noch in diesem Monat zu einem Abschluss oder aber zu einem Abbruch der Verhandlungen kommen.