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Deutschland-Geschäft ging 1987 um 15 Prozent zurück

Prime-Chef: Umsatzplus kein Primärziel

11.03.1988

FRANKFURT (ujf) - Mit nur noch 105,4 (Vorjahr: 124,4) Millionen Mark Umsatz schloß die Prime Computer GmbH das letzte Geschäftsjahr vor der Zusammenlegung mit der Computervision GmbH ab. Im Laufe dieses Jahres will der Prime-Konzern alle Länderniederlassungen des übernommenen CAD/CAM-Herstellers an die eigenen Vertriebsfilialen angliedern.

Die deutsche Vertretung des amerikanischen Minicomputer-Herstellers Prime hat 1987 die Umsatzeinbußen infolge währungsbedingter Preissenkungen nicht durch höhere Stückzahlen wettmachen können. Mit einem 15prozentigen Einbruch sank der Umsatz fast ebenso schnell wie das Preisniveau, das um 18 Prozent nachgab. Trotz des schlechteren Geschäfts rutschte die Frankfurter GmbH aber nicht in die roten Zahlen; vor Steuern blieb eine Rendite von drei Prozent - genug nach Ansicht von Geschäftsführer Erwin Leonhardi. "Ein Umsatzplus ist nicht unser Primärziel", kommentierte der Manager mit Blick auf das abgelaufene Geschäftsjahr. "Das Ergebnis muß wachsen." Wichtig sei vor allem ein solider Cash-Flow. Dann könne man das nötige Wachstum ebensogut über Akquisitionen erzielen.

Als Grund für den mangelhaften Mengenabsatz im Jahr 1987 nannte Leonhardi vor der Presse in Frankfurt Verspätungen bei der Einführung neuer Produkte, etwa bei dem kürzlich vorgestellten Minisupercomputer, den Prime von der Cydrome Inc. bezieht. Außerdem befinde sich der DV-Markt in einer Umbruchphase; heute werde bereits die Hälfte der Hardware nur deshalb verkauft, weil der Hersteller die richtige Software bieten könne. Allerdings seien die Vorlaufzeiten beim Verkauf kompletter Systeme länger als beim reinen "Verhökern von Hardware". Die Folge: Auf der einen Seite gehen die Umsätze schneller zurück, als sie auf der anderen Seite zunehmen. "Da haben wir uns vielleicht verschätzt. Aber durch dieses Tal müssen alle Unternehmen dieser Industrie", prophezeite der Prime-Chef.

Der Zusammenschluß von Prime mit dem CAD-Spezialanbieter Computervision (CV) wird nach Angaben von Leonhardi im Lauf dieses Jahres von den Tochterunternehmen nachvollzogen. Nun müßten die Mitarbeiter von CV und Prime "lernen, ,wir` zu sagen", nachdem sie bisher als Rivalen aufgetreten seien. Wie die Geschäftsführung der kombinierten Gesellschaft aussehen wird, steht noch nicht fest. Bislang arbeitet CV in der Bundesrepublik mit zwei Geschäftsführern - einem in der Münchner Vertriebszentrale und einem im Werk Dreieich bei Frankfurt.

Für die Anwender von CV-Systemen soll die Fusion schmerzlos über die Bühne gehen. Weil der Vertrieb und der Support schon heute vertikal ausgerichtet seien, also nach Anwendungsgebieten geordnet, würden die Kunden von denselben Mitarbeitern betreut werden wie bisher. Prime werde lediglich die bisher im Bereich CAD/CAM Beschäftigten an den neuen Geschäftsbereich Computervision abtreten und umgekehrt auch CV-Personal ins Stammhaus, die künftige "Commercial/ Technical Division", übernehmen.

Das von beiden Firmen in unterschiedlichen Versionen vermarktete Softwareprodukt "Medusa" wird nach Prime-Angaben in absehbarer Zeit als dritte Version zur Verfügung stehen, die die Vorteile beider alten Releases verbindet und eine Migration von beiden Seiten aus erlaubt. Hardwareseitig soll sich zunächst nichts ändern, obwohl CV zu den wichtigsten OEM-Kunden des großen Prime-Rivalen Digital Equipment gehört. Daß demnächst DEC-Rechner unter Prime-Logo verkauft werden, stört Leonhardi nicht: "Man muß auch einmal heilige Kühe schlachten. "