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21.02.1975

Prime Computer Plan:\Umtauschrecht zu Festpreisen

21.02.1975

WIESBADEN - Die Prime Computer Inc., Framingham/Mass. - unter den US-Minicomputer-Herstellern nicht im Vorderfeld zu finden - startet in Deutschland mit einem für den Mini-Markt neuen Konzept: Prime-Anwender können das installierte System innerhalb von zwei Jahren zu Festpreisen in eine größere Anlage umrüsten. Der Hersteller nennt diese Philosophie des Systemwechsels durch Austausch von Komponenten den "Prime Computer-Plan". Mini-Computer wurden bisher ausschließlich gekauft oder geleast. In Analogie zum kommerziellen EDV-Markt ist das vertraglich zugesicherte Umtauschrecht bei Prime der Miete gleichzusetzen. Prime-Geschäftsführer Hans-Dieter Holler sagt über das Prime-Top-Modell 300 - ein virtuelles Multi-User-System mit maximal 256 K (16 bit-Worte) Hauptspeicherkapazität: "Bei einem Preis von 160 000 Mark für ein System mit drei Platten, Zeilendrukker und vier Bildschirmen gibt es für diesen Rechner keine Konkurrenz."

Prime-Rechner unterscheiden sich nur durch die Zentraleinheit: Hauptspeicher, Zusatzeinrichtungen und Peripheriesteuereinheiten sind vollständig austauschbar.

Bei einem Systemwechsel wird lediglich die Steckkarte für den Prozessor ausgetauscht. Der Anwender kann die alte Prozessorkarte zurückgeben oder gegen Aufpreis als Ersatzteil behalten. Auch von der Software her ist volle Kompatibilität innerhalb der Rechner-Famille gewährleistet. Programmiersprachen für alle Prime-Rechner sind Assembler, Fortran und Basic.

Die Prime-Verkaufspreise schließen die Betriebssoftware (Betriebssysteme und Programmiersprachen) und zwei Wochen Schulung ein.

Die monatliche Wartung kostet zwischen 0,6 und 1,0 Prozent des Listenpreises der jeweiligen Anlage. Prime hat sich bei den Anwendungen auf rechnergestütztes Zeichnen mit angeschlossenen Benson-Plottern spezialisiert. Software für weitere technisch-wissenschaftliche Applikation ist nach Aussagen von Holler in Arbeit. Den kommerziellen Markt will der Mini-Hersteller erst angehen, wenn entsprechende Software-Pakete vorführbar sind. Der Mini-Manager gibt offen zu, daß Prime vorerst am kommerziellen Markt noch nicht sehr interessiert ist: "Wir wollen möglichst Standard verkaufen ohne große Modifikationen. Unter diesem Gesichtspunkt ist der technisch-wissenschaftliche Bereich sicher interessanter als der kaufmännische." Denn es fehlt Prime, so Holler, noch an dem erforderlichen Know-how:

"Wenn Sie kein Buchhalter sind, können Sie auch kein Buchhaltungspaket bauen." Prime konnte in Deutschland bisher sechzehn Anlagen plazieren. Für die Zukunft ist Holler zuversichtlich: "In den letzten zwei Jahren redet zwar jeder Hersteller auf dem Mini-Markt gern über kommerzielle Anwendungen, Prime setzt jedoch auf den eigentlichen Proseßrechnermarkt, denn Techniker und Wissentschaftler sind nun mal wtwas zutraulicher."

Information: Prime Computer GmbH, 6202 Wiesbaden-Biebrich, Postfach 9448