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23.08.1991 - 

Serie-50-Umsatz im zweiten Quartal um 42 Prozent gesunken

Prime Computer: Umstrukturierung fordert erneut 900 Arbeitsplätze

NATICK/WIESBADEN (IDG/ CW) - Die Prime Computer Inc. gibt Veränderungen im Top-Management des Unternehmens bekannt, die Insidern zufolge die Trennung des Bereichs "Computervision" (zirka 80 Prozent vom Gesamtumsatz) von der Minicomputer-Division des Unternehmens bedeuten können. Fest steht, daß bis Jahresende weltweit etwa 900 Mitarbeiter der Computer Systems Business Unit ihren Hut nehmen müssen.

Richard B. Snyder, bisher Präsident der Division, wurde durch Neil McMullan ersetzt, der bislang als General Manager in der englischen Niederlassung des Herstellers Dienst tat. Snyder wird sich in Zukunft auf die Entwicklung - speziell der Minis der Serie 50 - konzentrieren, während sich sein Nachfolger um die Verbesserung der Kundenbeziehungen kümmern soll. Die 900 Stellenstreichungen in diesem Bereich erfolgen aufgrund von "nicht mehr benötigten Kapazitäten", wie es in einer Mitteilung der Prime Computer GmbH, Wiesbaden, heißt. Gegenüber dem zweiten Quartal 1990 sank der Serie-50-Umsatz um 42 Prozent.

Der Wechsel an der Spitze der Computer-Systems-Unit erfolgt in einer Zeit, in der die finanziell angeschlagene Company erneut Gegenstand von Verkaufs- und Fusionsgerüchten ist. Erst vor zwei Jahren hatte sie in einem kräftezehrenden Kampf den unfreundlichen Übernahmeversuch durch die MAI Basic Four Inc. abgewendet. Seitdem befindet sich Prime allerdings in den Händen der Finanzierungsgesellschaft J. H. Whitney, die das für die Zurückweisung des Übernahmeangebotes notwendige Kapital bereitstellte.

Bruce Jenkins, Vice-President von Daratech Inc., einem Beratungsunternehmen mit Sitz in Cambridge, Massachusetts, weist darauf hin, daß Whitney die Geschäftsaussichten der beiden Prime-Divisions immer so betrachtet habe, als gäbe es keine oder nur marginale Überschneidungen. Er fügte hinzu daß es ihn nicht wundern würde, wenn Prime wieder an die Börse ginge.

Der neue Prime-Computerchef McMullan weist jedoch jegliche Spekulationen weit von sich, wonach sein neuer Job Teil einer großangelegten Umstrukturierung des Mini-Herstellers sei: "Ich bin hier, um einiges an der Zweigleisigkeit unserer Strategie zu tun. Damit meine ich unser Ziel, zum einen Unix-basierte Systeme zu produzieren und andererseits die existierende Serie 50 weiter auszubauen." Analysten dagegen geben der proprietären Plattform noch maximal fünf Jahre. Snyder zufolge schließt die strategische Neuorientierung von Prime Veränderungen in Europa und Asien ein, damit man sich dort stärker den Kundenwünschen widmen könne.

Wie die Prime GmbH Deutschland mitteilt, haben die angestrebten Umstrukturierungen hierzulande bereits durchgeschlagen: Ab sofort firmiert das Unternehmen unter seinem neuen Namen Prime Computervision GmbH. Der Name stehe als Symbol für einen Systemintegrator mit durchgängigem, eigenem Angebot an Hard- und Software auf den unterschiedlichsten Plattformen, ließ die deutsche Tochter ihre Kunden wissen.

Die Wiesbadener Vertriebstochter teilt weiter mit, daß sich der Konzern entschlossen habe, im laufenden Quartal eine einmalige Sonderabschreibung in Höhe von 225 Millionen Dollar vorzunehmen, um den sogenannten "Goodwill"-Wert des Unternehmens zu verringern. Dieser abschreibungspflichtige Überhang des (geschätzten) Firmen-Marktwertes über dem Buchwert habe sich in Form fester Kosten ausgewirkt. Der durch die Sonderabschreibung in Kauf genommene Verlust hingegen werde ein positives Resultat bringen .

Für die "weltweiten Aktionen" zur Umstrukturierung sollen außerdem in diesem Quartal Rückstellungen in Höhe von knapp 80 Millionen Dollar gebildet werden, die den Verlust nochmals vergrößern würden. Für das zweite Quartal 1991 meldet der Mini-Hersteller einen operativen Gewinn von 32,5 Millionen Dollar.