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11.08.1989 - 

Venture-capital-Gesellschaft Whitney braucht zusätzlichen Geldgeber

Prime: Wieder Takeover-Druck durch MAI

NATICK (bk) - Wacklig geworden ist das Übernahmeangebot des Finanzhauses J. H. Whitney & Co. für die Prime Computer Inc.: Die Venture-capital-Gesellschaft hat Probleme mit der Finanzierung ihrer Offerte. MAI Basic Four wiederum will jetzt nur noch den Minicomputer-Bereich von Prime erwerben"

Erleichterung hatte sich noch vor vier Wochen bei der Prime Computer Inc. und deren Kunden breit gemacht, als förmlich in letzter Minute ein Übernahmeangebot von J. H. Whitney bei dem Minicomputer-Hersteller aus Natick einging. Sie wähnten sich endlich gerettet vor der MAI Basic Four, die Prime nun schon seit gut neun Monaten mit einem "hostile takeover" traktiert. Letztes Angebot der Kalifornier: 19,50 Dollar je Prime-Aktie.

Inzwischen aber ist das Happy-end wieder in Frage gestellt. Zwar hatte J. H. Whitney die Übernahmeofferte für bis zu 49,52 Millionen Stammaktien der Prime Computer bei 21,50 Dollar je Aktie in bar bis zum 4. August verlängert (ursprünglicher Stichtag: 28. Juli, doch wurde jetzt bekannt, daß die Venture-capital-Gesellschaft Schwierigkeiten mit der Finanzierung hat. Grund: Die Kreditgeber von J. H. Whitney, unter anderem die Chemical Bank, zeigen wenig Verständnis für die anhaltend schlechten Quartalsergebnisse von Prime. Der Minimaker aus Natick hatte für das zweite Quartal einen Verlust von 19 Millionen Dollar ausgewiesen. Die Banken scheinen jetzt in Zweifel zu geraten, ob sich mit dem zur Verfügung gestellten Kapital sowohl die Übernahme von Prime finanzieren als auch der Cash-Flow aufrechterhalten läßt. Noch mehr Geld wollen sie aber nicht investieren. Deshalb ist J. H. Whitney derzeit auf der Suche nach einem weiteren Geldgeber. Wie verlautete, hat das Unternehmen Verhandlungen mit einem "großen Finanzhaus" aufgenommen.

Die MAI Basic Four wiederum läßt von Prime noch immer nicht ab, obwohl sie ihre Offerte für die Gesamtübernahme des Naticker DV-Unternehmens inzwischen zurückgezogen hat. Die Kalifornier wollen nach wie vor Primes Board of Directors stürzen, um zu erreichen, daß der DV-Hersteller sein Minicomputergeschäft für rund 600 Millionen Dollar an MAI verkauft. Deshalb verschob das Prime-Management am 28. Juli in letzter Minute erneut die Hauptversammlung - mit der Begründung, die Aktionäre brauchten Zeit, die neue MAI-Offerte zu überdenken. Als neuer Termin wurde der 9. August festgelegt.

Prime-Sprecher Joe Gavaghan erklärte dazu, man habe Vertrauen in das Whitney-Angebot. Es sei die beste Offerte, die man erhalten habe. Bei den Prime-Aktionären indes machet sich immer mehr Frust breit. "Wann endlich", so die vorherrschende Frage, "wird dieses Durcheinander ein Ende haben?"