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16.06.1983 - 

Immer noch sind Computer oft nicht ausgelastet:

Primzahlensuche in den Arbeitspausen

MÜNCHEN (CW) - Multi-User-Betriebssysteme gelten allgemein als ausgefeilt und vor allem als dafür konzipiert, keinerlei vermeidbare Prozessorleerlaufzeiten entstehen zu lassen. Paul A. Pritchard, Informatiker an der Cornell University, USA, fand jedoch noch Möglichkeiten, einen scheinbar voll ausgelasteten Computer für sein Hobby einzusetzen.

Pritchard konzentrierte sich dabei auf Totzeiten wie die Pausen zwischen zwei Tastenanschlägen bei der Dateneingabe. Die hier anfallenden Millisekunden nutzte er für sein im Hintergrund laufendes Primzahlenprogramm. Auf diese Weise gewann er zu seiner eigenen Verblüffung einer VAX 11/780 inzwischen mehr als 250 Stunden Rechenzeit ab.

Ebenso ungewöhnlich wie Pritchards Entdeckung der freien Rechnerkapazität ist auch sein Hobby: Er sucht nach möglichst langen Folgen von Primzahlen, die sich voneinander durch jeweils die gleiche Differenz unterscheiden. Ein einfaches Beispiel hierfür ist die Sequenz 1-3-5-7 mit der konstanten Differenz 2.

Mit solchen einfachen Zusammenhängen gibt sich der Primzahlen-Freak jedoch schon längst nicht mehr zufrieden. Inzwischen fand er die längste Oberhaupt bekannte Sequenz, die nicht weniger als 18 Primzahlen umfaßt. Sie beginnt bei 107 928 278 317 und setzt sich in Abständen von je 9 922 782 870 (keine Primzahl) bis zur 18. Zahl der Sequenz, der 276 615 587 107, fort. Die folgende Zahl, die 286 538 369 977, ist keine Primzahl mehr.

Pritchards Primzahlensuche ist alles andere als eine Spielerei. Mit ihr erprobt er eine neue Methode zum Auflisten von Primzahlen. Sie ist nach seinen Worten "um eine Größenordnung schneller als die bisherige", die dazu verholfen hatte, eine bis vor kurzem umgeschlagene Rekordsequenz zu finden, nämlich eine Reihe von 17 Primzahlen mit gleicher Differenz untereinander.

Nach Beendigung seiner Untersuchung will Pritchard nachprüfen, ob die Zahl der dann wirklich gefundenen 18er-Sequenzen mit der von der Theorie vorhergesagten Anzahl übereinstimmt. Sollte das nicht der Fall sein, "dann", so Pritchard, "geht die Suche erst richtig los - und zwar die Suche nach den Gründen für so eine Abweichung..."