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ERP-Markt noch nicht gesättigt


17.11.2000 - 

Pro Alpha setzt auf Eigenentwicklungen

MÜNCHEN (ue) - Ende November geht die Pro Alpha AG, Weilerbach, an den Neuen Markt. Mit schwarzen Zahlen seit fünf Jahren und einer auf Eigenentwicklungen konzentrierten Produktstrategie sieht sich der ERP-Hersteller gut gerüstet.

Entgegen so mancher Prognose habe ERP besonders im Mittelstand noch ein enormes Wachstumspotenzial, begründen die Brüder und Pro-Alpha-Vorstände Leo und Werner Ernst ihren für den IPO nötigen Optimismus. Gerade bei Handels- und Industriefirmen mit 50 bis 250 Arbeitsplätzen gebe es noch viel zu tun. Dass einige ERP-Anbieter trotz dieser günstigen Situation in Schwierigkeiten geraten sind, dafür haben die beiden Pro-Alpha-Gründer eine simple Erklärung: Viele dieser Firmen hätten Produktübernahmen vor allem im Hinblick auf Customer-Relationship-Management (CRM) sowie Supply-Chain-Management (SCM) weder finanziell noch unter dem Integrationsaspekt verkraftet. Dieses Problem habe man bei Pro Alpha nicht, so Leo Ernst, da man in Sachen CRM und SCM konsequent auf Eigenentwicklungen setze.

Auf der Systems wurde diese Strategie mit der Präsentation des neuen Pro-Alpha-Moduls "Advanced Selling" als Vertriebs-Informationssystem unterstrichen. Die in Version 4.1 der betrieblichen Standardsoftware verfügbare Komponente umfasst CRM-Funktionen etwa für die Interessentenverwaltung, zur Verfolgung von Vertriebsaktivitäten, für Analyse und Controlling von Vertriebsprozessen sowie für Wettbewerbervergleiche. Neben Computer Telephony Integration (CTI) zur Call-Center-Anbindung werden auch Workflow- und Dokumenten-Management-Funktionen geboten. Weitere Features sind ein Produktkonfigurator und die Möglichkeit zur MS-Office-Integration.

Nicht ganz so konsequent in Sachen Eigenentwicklung war der Hersteller bei den neuen E-Business-Komponenten "Webshop" und "Content Management": Die hier verwendete Technik stammt aus einer Beteiligung an der Omeco GmbH, Kaiserslautern. Zu den Shop-Funktionen zählen unter anderem ein intelligenter Warenkorb, baumartige Hierarchien für Produktgruppen, verschlüsselte Zahlungsverfahren (Wirecard, Telecash), WAP-Integration, Plausibilitätsprüfung der Formulareingaben, kundenindividuelle Preisgestaltung sowie eine Ampelfunktion zur Anzeige der Artikelverfügbarkeit.

Schließlich will der Anbieter mit der in Aussicht gestellten "XMQ"-Version von Pro Alpha seine Zukunftsfähigkeit beweisen. Dabei geht es in erster Linie um die Integration eines XML-Parsers, so dass XML als universelles Format zum Datenaustausch mit anderen Applikationen genutzt werden kann, sowie um die Einführung eines Message-Servers als asynchrones und transaktionssicheres Transportmedium. Da das ERP-Paket mit seiner Entwicklungsumgebung und Datenbank ohnehin auf Tools von Progress Software aufbaut, setzt der Hersteller beim Java Message Server mit "Sonic MQ" ebenfalls auf eine Progress-Infrastruktur.

Pro-Alpha-IPOIm Geschäftsjahr 1999/00 erzielte Pro Alpha einen Umsatz von über 20 Millionen Euro und ein Vorsteuerergebnis von 3,3 Millionen Euro. Der ERP-Anbieter weist damit seit fünf Jahren steigende Gewinne aus. Er ist in deutschsprachigen Ländern sowie in Frankreich, Ungarn und in den USA mit eigenen Landesgesellschaften aktiv. Nach dem Börsengang ist eine Expansion nach Großbritannien, Spanien, Italien sowie Tschechien und Polen geplant. Zur Platzierung kommen 1,5 Millionen Namensaktien inklusive einer Mehrheitszuteilungsoption von 150000 Stück. Die Bekanntgabe des Emissionspreises ist für den 23. November, die Erstnotiz für den 27. November angesetzt.