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19.11.1976 - 

Eigener Systemkreis für Datendruck-Verarbeitung?

Pro und Contra beim "Papierzentrum"

Im Büro schwören viele hochorganisierte Verwaltungen heute auf Zentralisation, wovon die zentralen Schreibdienste, Kopierzentralen, Hausdruckereien und selbst die Bürolandschaften Zeugnis geben. In der Datenverarbeitung steht hingegen die Dezentralisation ist Ehren, wenn das Schlagwort von der "Computerleistung am Arbeitsplatz" glaubwürdig bleiben soll. Wichtigste Schnittstelle zwischen Büro und Systemraum ist jene Papierproduktion, die in Form endloser Drucke aus den Schnelldruckern quillt. Viele Gründe sprechen dafür, diesen wichtigen und doch so lästigen Output näher am Büro und ferner vom Computer zu erzeugen, weiterzuverarbeiten und zu verwalten. In einem "Papierzentrum"?

"Papieratoren"

Die meisten Gründe, solche im Rechenzentrum selbst und solche, die eher das Interesse der Postbearbeitungsmenschen finden, leiten sich aus dem Handling her. Viele Operatoren wenden wesentlich mehr Zeit für die Kontrolle, Versorgung und "Entsorgung" der Schnelldrucker auf, als sie der Zentraleinheit und den Speichereinheiten zuwenden können. Papier ist und bleibt nun einmal ein problematischer "Datenträger", und die Vorsorge oder der rechtzeitige Eingriff bei Durchlaufstörungen am Drucker spart teuere Betriebsunterbrechungen mit meist viel höherem Zeitaufwand ein. Was aber spricht eigentlich dagegen, diese Aufgaben von Mitarbeitern ausführen zu lassen, die über viel Papierverstand und wenig Computerwissen verfügen - die wohl auch billiger sind?

Zur Adoption freigegeben

Striktes Rauchverbot, Personen-Berechtigungssysteme und anderer Aufwand gehören zu den Vorbeugemaßnahmen gegen den Platten-Crash. Wohl keine DV-Komponente spendet am Standort der empfindlichen Luftspalten über rotierende Platten derart viel Staub wie der Schnelldrucker mitsamt seinen Papierbahnen. Auch das zur Ausgliederung dieses Aufgabengebiets. Im übrigen erfreut sich Paperwork ohnehin keiner sonderlichen Beliebtheit. Damit wächst das Risiko, daß die Output-Verarbeitung für alle Zeit ein Stiefkind der DV-Innovation bleibt. Liebkind ist das Papier offensichtlich aber beim Büromitmenschen im Kopierzentrum, in der Poststelle etc. Auf beide kommt ohnehin die größte Last hinzu, den vom Computer gespendeten "Rohstoff" in eine verwendungsfähige Form umzuarbeiten - in Datenlisten, Aktenmaterial oder in Briefsendungen. Es ist anzunehmen, daß sie daher auch für die Entwicklung rationeller Papier-Handling- oder gar Verarbeitungssysteme ein viel offeneres Ohr als die DV-Chefs und ihre Operatoren haben.

Je häufiger die DV-Anlage dank der Bildschirmtechnologie in den Hintergrund gerät, desto lästiger erweist sich der Rest von Druckaufgaben, den das Batch-Processing kreiert: Ein weiterer Grund für die Delegation der Papierverwertung, zumal wohl nichts dagegen spricht, in einem Netzwerk mit Datenstationen auch eine meist spärliche Verlängerung der Kabel zwischen Zentraleinheit und Druckern vorzunehmen. Damit werden auch diese peripheren Komponenten von der lokalen Installation freigestellt oder zur standortfreien Einheit befördert.

Vor Ort nun läßt sich der Schnelldrucker ohne Zweifel mit einer Technik vereinigen, die seinem mechanischen Aufbau viel verwandter ist. Das gleiche gilt für die Funktionen und für die Störungs- und Leistungseinflüsse, die hier eine Rolle spielen. Solange sich in den meisten Unternehmen und Verwaltungen die Papierproduktion trotz aller Bildschirme und COM-Fiches erhöht, spricht all das für ein "Papierzentrum": Sphäre der Weiterverarbeitet, wenn nicht sogar der Output-Controller,

Neben dem Problem der Einflußsphären, das in keinem Betrieb (wohl aber in diesem Essay) ignoriert werden kann, gibt es eigentlich nur wenige Argumente gegen den dedizierten Systemkreis fürs Papier. Sinnlos erscheint er allenfalls bei kleinen DV-Systemen und geringem Output oder in Fällen, die eine Zusammenschaltung zwischen Schnelldrucker und Reißern, Separatoren, Sortern als Bestlösung erscheinen lassen.

*Herbert F. W. Schramm ist freier EDV-Fachjournalist.