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15.03.2005

Proalpha und CIS gewinnen ERP-Vergleich

In einem Wettkampf mussten die ERP-Systeme "Axapta" und "Proalpha" sowie "Infor COM" und "Semiramis" vorher festgelegte Aufgaben erfüllen. Die Leistungen wurden vom Publikum bewertet.

Partnerunternehmen beziehungsweise Vertreter der jeweiligen Hersteller mussten in dem auf der CeBIT ausgetragenen Wettbewerb eine Prozesskette eines fiktiven Unternehmens nachbilden, das im Kundenauftrag Waren fertigt, im Ausland produzieren lässt, bei Lieferanten Artikel bestellt und Finanzdaten der Firmen verrechnet.

Die Teams mussten die Aufgaben in vier Szenarien nacheinander abarbeiten. Wertungsrichter waren die Zuschauer, die per Fragebogen ihr Urteil abgaben. Dabei achteten die Veranstalter Gesellschaft für Prüfung von Software (GPS) aus Ulm und die Aachener Trovarit AG darauf, dass keine Hersteller- oder Partnervertreter die Wertung beeinflussten. Die Abstimmung gibt somit lediglich den Eindruck des anwesenden Publikums wieder und ist statistisch gesehen nicht repräsentativ.

Proalpha bewältigt Aufgaben besser

Den Direktvergleich zwischen Axapta von Microsoft Business Solutions, vertreten durch die Firma Tectura aus Münster, und Proalpha - für den gleichna- migen Hersteller war das Partnerunternehmen Alpha Business Solutions AG in den Ring gestiegen - konnte Proalpha für sich entscheiden. Der Ge- winner lag in allen vier Szenarien leicht vorn. Am größten war der Abstand bei der Aufgabe "Einkauf & Produktion im Ausland".

In den Kategorien "Look & Feel" sowie "Handhabung" schnitt allerdings Axapta besser ab. Das modernere Benutzer-Interface der Microsoft-Lösung reichte jedoch nicht aus, um die Zuschauer zu überzeugen: In der "Sonntagsfrage" an die Anwesenden, welches System sie spontan erwerben würden, votierten knapp 53 Prozent für Proalpha und gut 36 Prozent für den Konkurrenten. Die restlichen Teilnehmer enthielten sich der Stimme.

Aus dem Duell zwischen Infor Global Solutions ("Infor COM") und KTW Software & Consulting/CIS AG ("Semiramis 4") ging Letztere als Sieger hervor. Obwohl hier das Zuschauervotum bei der Sonntagsfrage mit 54 gegen 32 Prozent ebenfalls recht eindeutig ausfiel, lagen beide Systeme bei den funktionalen Kriterien nicht weit auseinander. Die Intercompany-Steuerung und -Verrechnung konnte Semiramis besser bewältigen. Bei der Logistik-Einbindung von Standorten und dem Einkauf sowie der Produktion im Ausland hatte Infor Vorteile. Eindeutiger Sieger war Semiramis in puncto Look & Feel.

Keines der vier Systeme erhielt vom Publikum sehr gute Noten; alle Werte pendelten sich zwischen drei und vier Punkten ein, wobei fünf die beste und eins die schlechteste Wertung war.

Branchenriesen SAP und Oracle kneifen

Ursprünglich sollten in diesem Wettbewerb auch die "Oracle E-Business Suite" und SAP R/3 aufeinander treffen. Beide Partner sagten jedoch nacheinander ihre Teilnahme ab. Sechs Tage vor der CeBIT zog sich der SAP-Partner All for One mit der Begründung zurück, zu wenig Zeit für die Vorbereitung auf den Wettkampf zu haben. Hinzugekommen seien krankheitsbedingte Ausfälle. Der Firma zufolge sei dies keine Entscheidung der SAP gewesen. Auch der Hersteller selbst legte gegenüber der computerwoche Wert auf diese Feststellung.

Für den SAP-Partner sprang der Semiramis-Hersteller KTW in die Bresche, der schon ge- gen Infor angetreten war. Doch unmittelbar vor Beginn des Showdowns bekam auch der Oracle-Partner Apconex kalte Füße und ließ die Veranstaltung zur Enttäuschung aller Beteiligten platzen. Ihm war plötzlich eingefallen, dass die Oracle-Lösung und Semiramis für einen solchen Wettkampf zu unterschiedlich seien. "Man kann Excel nicht mit einer Oracle- Datenbank vergleichen", so Apconex-Geschäftsführer Detlef Pfützenreuter, der ebenfalls jegliches Einwirken des Softwareanbieters bestritt, gegenüber der computerwoche.

Weitere ERP-Showdowns sind geplant

Der Ablauf des ERP-Wettstreits ähnelte dem eines direkten Vergleichs vom Oktober 2003 zwischen SAPs "Business One" und "Navision" von Microsoft Business Solutions. Auch hier hatte GPS das Szenario entwickelt. Damals ging Navision als eindeutiger Sieger hervor.

Weitere Wettbewerbe dieser Art sind schon geplant, zum Beispiel für die diesjährige Systems in München. Möglicherweise treten dann doch noch Oracle und SAP gegeneinander an.