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29.01.2008

Proalphas ERP hilft beim Kundendienst

Mit Version 5.2 können Firmen ihre Fremdfertigung besser steuern und Automobilzulieferer Lieferabrufe automatisieren.

Nach den Worten von Werner Ernst, technischer Leiter der Proalpha Software AG, wollen und müssen Firmen aus dem Maschinenbau Kundendienst in unterschiedlichen Ländern anbieten, da ihr Exportanteil nicht selten bei 80 Prozent liegt. Aus diesem Grund hat der Hersteller das bestehende Service-Modul ausgebaut. Ergänzt wurde die Wartungsvertrags- und die Call-Verwaltung. Mit der Service-Komponente können Anwender nun Ressourcen (Material und Betriebsmittel) und Personal reservieren und Tätigkeiten sowie Einsätze planen. Bisher konnten Softwarenutzer nur einen Service-Auftrag verwalten. Abgebildet wird dies aus Funktionsbestandteilen eines Produktions- sowie eines Vertriebsauftrags.

Wartungsaufträge planen und verfolgen

Einplanen lassen sich sowohl turnusmäßige Wartungsdienste, die beispielsweise von der Betriebslaufzeit der Maschinen abhängen, als auch Serviceeinsätze, die aus einer Kundenanfrage resultieren. Anrufe gehen in der Call-Verwaltung ein und werden weiterbearbeitet. Die neue Service-Funktion eignet sich Ernst zufolge auch für Unternehmen, die selbst nicht produzieren, aber Dienstleistungen abwickeln und abrechnen wollen.

Einen mobilen Client für Außendienstmitarbeiter im Kundendienst gibt es noch nicht. Laut Ernst wird eine der nächsten Proalpha-Releases einen solchen beinhalten.

Make or Buy

Funktional ausgebaut hat der Hersteller ferner die Steuerung von Fremdfertigung: Unternehmen sind damit in der Lage, einen Produktionsauftrag auf mehrere Werke aufzuteilen. Damit ist es Ernst zufolge möglich, einen Teil eines Auftrags im eigenen Haus zu realisieren, andere Bereiche an Fremdfertiger auszulagern. Das Produktionsmodul soll solche Make-or-Buy-Prozesse in punkto Planung und Steuerung unterstützen. Die Software versendet hierzu Auftragsdaten an die Partnerfirmen und empfängt Wareneingänge sowie Rechnungen. Nach den Worten von Proalpha-Manager Ernst suchen Maschinenbaufirmen solche Features, da sie ob der vollen Auftragsbücher Schwierigkeiten haben, Produktionsaufträge termingerecht allein fertigzustellen.

Auch andere ERP-Anbieter haben ihre Software in Richtung Make or Buy erweitert. Unlängst hatte beispielsweise Infor ähnliche Funktionen für das kommende Release von "ERP.COM" in Aussicht gestellt.

Das Datenauswertungswerkzeug "Proalpha Analyzer" verfügt nun über eine verbesserte Schnittstelle für Microsoft Excel. Konnten Unternehmen bisher nur Daten aus dem Analyzer in die Microsoft-Software exportieren, sei es nun über die Live-Verbindung zum jeweiligen Data Cube möglich, Excel-Berichte zu aktualisieren, wenn sich im Backend Daten ändern. Darüber hinaus ist der Analyzer nun Unicode-fähig. Die ERP-Software ist dies bereits. Unicode-Unterstützung kommt vor allem dann zum Tragen, wenn Unternehmen Geschäftsdaten von ausländischen Töchtern auswerten wollen, die mitunter mit chinesischen und arabischen Schriftzeichen arbeiten. Neben der korrekten Darstellung muss die Software auch das Sortieren der Informationen beherrschen.

Beschaffungsprozesse straffen

Proalpha zählt zu den ERP-Anbietern, die Lösungen für ihre Produkte Automobilzulieferern anbieten. Die bereits bestehende Branchensoftware verfügt nun über verbesserte Funktionen für EDI-gestützte Lieferabrufe. Damit sollen sich Beschaffungsprozesse im Rahmen von Abrufbestellungen und Lieferavisen automatisiert abwickeln lassen. Ferner sollen es die Erweiterungen den Zulieferern erleichtern, sich in Lieferantenlogistikzentren auf Kundenseite einzubinden.

Auch Proalpha-Konkurrent Abas hatte im Herbst letzten Jahres die Eigenschaften seiner ERP-Software für Automobilzulieferer ergänzt und fügte ebenfalls Kundendienstfunktionen hinzu.

SOA stößt auf Hindernisse

Das auf 5.2 folgende Release will Proalpha weiter in Richtung Service-orientierter Architekturen (SOA) ausbauen. Hier nutzt das Softwarehaus Technik des Partners Progress Software. Einerseits hält Ernst das Thema SOA für wichtig, andererseits muss er jedoch feststellen, dass die Konzepte in der Praxis an Grenzen stoßen. "Wir sind bestrebt, Drittsysteme etwa zur Betriebsdatenerfassung sowie zur Zollabwicklung über Web-Services an die ERP-Software anzubinden, doch es ist schwierig, die Hersteller dieser Produkte dazu zu bewegen, entsprechende Vorkehrungen zu treffen", so der Technikchef des ERP-Spezialisten. Zwar würde sich Anwendungsintegration mit Hilfe von Softwarediensten erleichtern, doch würden viele Anbieter solcher Drittsysteme lieber an APIs festhalten. Für Ernst spielen SOA-Konzepte - wenn überhaupt - bei den Kunden zunächst nur für Intercompany-Prozesse eine Rolle. (fn)