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03.10.1997 - 

Meta Group von Selbstsicherheit überrascht

Problem 2000: Anwender zu sorglos

Vor wenigen Wochen hatte CSC Ploenzke Entwarnung gegeben: Das Problem der Umstellung von zwei- auf vierstellige Jahreszahlen sei gar nicht so gravierend, die Situation werde von der Presse "dramatisiert" (siehe COMPUTERWOCHE Nr. 37 vom 12. September 1997, Seite 8). Jetzt muß das Unternehmen Daten aus einer Analyse zur Kenntnis nehmen, die es bei der Meta Group in Auftrag gegeben hat.

Das neue Zahlenwerk hat die Meta Group auf der Grundlage von 150 vollständigen telefonischen Interviews aus dem August dieses Jahres zusammengetragen. Die befragten Unternehmen haben mehr als 500 Mitarbeiter, 90 der Firmen kommen aus Deutschland und jeweils 30 aus der Schweiz und Österreich. Bei der Hälfte handelt es sich um Banken und Versicherungen.

Die befragten IT-Verantwortlichen glauben, daß durchschnittlich zwei Drittel ihrer Systeme und Applikationen eine Anpassung benötigen dürften. So genau wissen sie es nicht. 68 Prozent der Angaben beruhen auf eigener Schätzung beziehungsweise Analyse. Nur 13 Prozent der Auskunftgeber haben ihre Lines of Code analysiert, und nur ein Drittel mochte seine Systeme als bestenfalls "einigermaßen gut gepflegt und dokumentiert" bezeichnen.

42 Prozent der Unternehmen sind noch nicht über die Projektvorbereitung hinausgekommen. Kein Unternehmen war mit den Arbeiten fertig, sechs Prozent gehen davon aus, nichts umstellen zu müssen. 17 Prozent haben überhaupt noch nichts unternommen. Von diesen will fast die Hälfte im nächsten Jahr anfangen, 14 Prozent gar erst 1999, und fast ein Drittel hat noch keinerlei Zeitpläne.

Wenn im eigenen Haus keine Aufregung herrscht, sind kaum Sorgen über die Entwicklung bei anderen Firmen zu erwarten, von denen man aufgrund des regen Datenaustausches ein Problem importieren könnte. Sage und schreibe 71 Prozent der Banken und Versicherungen wissen nicht, in welchem Stand sich die Umstellungsarbeiten bei ihren Geschäftspartnern befinden. In den sonstigen Branchen beträgt der Anteil der Unkundigen etwas mehr als die Hälfte.

Die Gelassenheit überrascht, zumal sich die IT-Verantwortlichen des Risikos bewußt zu sein scheinen. 23 Prozent nennen die "Störung des betriebswirtschaftlicher Ablaufs" als schlimmste Folge bei einer nicht rechtzeitigen Umstellung. Für 21 Prozent ist der Stillstand sämtlicher Geschäftsprozesse denkbar, und selbst die Liquidation des Unternehmens halten 14 Prozent für möglich.

Auch unter Berücksichtigung der Angaben, laut denen bei gut einem Drittel der Unternehmen die Arbeiten einigermaßen fortgeschritten sind und andere glauben, gar nichts machen zu müssen, verwundert es die Meta Group, "daß die Projekte aus Sicht der Verantwortlichen unumstößlich fristgerecht realisiert werden". Nur sieben Prozent der Unternehmen können notfalls Alternativpläne aus der Schublade ziehen.