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Erfahrungen mit einem Cobol-Precompiler

Produkt gut, Lieferant verschwunden

27.08.1976

KIEL - 1972 entstand bei uns ein Engpaß weil die Entscheidung über neue Hardware zu spät fiel und gleichzeitig ein Programmierer kündigte. Um die Zeitverzögerung aufzuholen" wollten wir einen Generator anschaffen, dessen Ausgabesprache allerdings nur Cobol sein durfte, weil für die bestellte NCR Century 200 kein Assembler zur Verfügung stand. Dadurch kamen überhaupt nur wenige Generatoren oder Precompiler aus dem Isis-Software-Report in Frage.

Wir verglichen vier Pakete und entschieden uns für den NPL-Precompiler von Combyte-Software, da er einige wesentliche Vorteile für uns bot:

-Preisreduzierung als Pilotinstallation

-Anpassung an die NCR-COBOL-Bedingungen durch den Anbieter

-Installationsmöglichkeit auf einer IBM 360-30 bei einem befreundetem Unternehmen

-sehr große Flexibilität

-wenige einengende Vorschriften.

Schnell und fehlerfrei

Anfang Mai 1972 wurde das NPL-System im RZ der Firma Bommerlunder installiert. Bis zum Frühjahr 1973 haben wir bei drei Terminen insgesamt 150 Programme durch NPL erzeugt. Die Vorteile: des Precompilers waren:

-Sehr hohe Compilierungsgeschwindigkeit - daher geringer Kostenaufwand für die Fremdanlage

-Praktisch keine Fehler, zumindest nie semantische oder Formatfehler im erzeugten Cobol-Programm

-Wenig Formalismus, Einsatz auch durch Fachabteilung theoretisch möglich.

-Problembeschreibung = Programmvorgabe Programmdokumentation

-Routineschreibarbeit für Cobol minimiert

-Ablaufsteuerung für alle Dateien unabhängig von Speicherungs- und Zugriffsmethoden

Die negativen Seiten dürfen aber nicht vergessen werden: Leider konnte der Precompiler nicht auf unserer eigenen Anlage installiert werden, da der Kernspeicher zu klein war. Dadurch kam der Einsatz (auf der Fremdanlage) nur in Frage, wenn wir eine ganze Reihe von Programmen zu erzeugen hatten. Als wir unseren Kernspeicher erweitert hatten, baten wir um eine Implementierung auf unserer eigenen Anlage. Combyte ließ sich aber Zeit.

Totgeborenes Kind

Im Februar 1975 erhielten wir zwar Nachricht von einer Schweizer Firma; wir baten um eine Implementierung auf unserer Anlage, wurden um etwas Geduld gebeten - und harten auch nichts mehr. Auf eine neuerliche Mahnung kam im Juni 1976 die lakonische Mitteilung, daß die Übernahme von NPL gescheitert sei und daß NPL vermutlich ein totgeborenes Kind bleiben dürfte. Es war eine teure Erfahrung, die wir machten. Da ist es nur ein geringer Trost, daß ein neuer Programmierer in der Umstellungsphase noch teurer und zudem weniger effektiv in der Leistung gewesen wäre.

Hermann Engstler ist DV-Leiter bei der Firma Werner Schulze in Kiel.