Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

12.02.1999 - 

Produktgeschäft wird aufgeteilt

Produktgeschäft wird aufgeteilt Neuer Chef krempelt Micro Focus um

12.02.1999
MÜNCHEN (as) - Neben der Umbenennung in Merant erhält Micro Focus nun auch eine neue Unternehmensstruktur. Künftig soll es weltweit vier eigenständige Business Units geben.

Nach den wirtschaftlichen Turbulenzen der letzten Monate will CEO Garry Greenfield, frischgebackener Nachfolger von Martin Waters, das Unternehmen wieder auf Kurs bringen. Als Ausdruck einer neuen Ära möchte der Vorstand dabei die für März geplante Umbenennung von Micro Focus in Merant (von lateinisch merere = verdienen, verdanken) vermarkten. Doch das Firmensignet allein besagt nur wenig, da sich hinter ihm keine Produkte gleichen Namens verbergen.

Von größerer Bedeutung ist hingegen die derzeit intern verhandelte Neuorganisation des Unternehmens. Auf seiner Besuchstour durch die europäischen Filialen kündigte Greenfield jetzt an, Micro Focus nach amerikanischem Vorbild nun auch weltweit in vier eigenständige Business Units aufzuteilen. Geplant ist, ab März 1999 unter dem Namen Application Development Systems (ADS) die Vermarktung und den Support der Micro-Focus-Produkte für die Euro- und Jahr-2000-Umstellung sowie für die Mainframe-Wartung fortzuführen. Intersolv soll als Geschäftsbereich "SCM/PVCS" weiterleben, und die Abteilung "Datadirect" ist für Datenbanksoftware (ODBC-Treiber) verantwortlich. Eine vierte Abteilung soll den Kundenservice für die anderen Units übernehmen. Mit dieser Entscheidung werden Micro Focus und Intersolv demnach nur noch als Produktbezeichnungen existieren. Eine zentrale Geschäftsleitung wird es, abgesehen von einer übergreifenden Finanz- und Personalverwaltung, nicht mehr geben.

Greenfield verspricht sich von der Ausrichtung an den einzelnen Produktlinien eine Straffung des Geschäfts. Mitarbeiter erinnert die Vorgehensweise indes an die letztlich erfolglose Firmenstrategie Greenfields als President von Intersolv, die er bis zur Übernahme durch Micro Focus im Herbst 1998 verfolgt hatte. So befürchtet Deutschland-Geschäftsführer Reinhard Janning, daß die Aufspaltung des Unternehmens letztlich den Support schwächt und die Anwender irritiert: "Nun könnte es passieren, daß plötzlich beim Kunden drei verschiedene Vertriebsleute auftauchen." Zwar erwarte Janning, daß die einzelnen Abteilungen auch künftig bei Großkunden zusammenarbeiten, aber das "Konfliktpotential" erhöhe sich. Er habe einen Vorstandsposten bei ADS abgelehnt und werde zum März das Unternehmen verlassen. Entlassungen seien nicht geplant, vielmehr sollten in den nächsten Wochen neue Leute für den Vertrieb und Support eingestellt werden.

Die Krise, die Micro Focus im dritten Quartal einen Aktiensturz von über 40 Prozent beschert hatte, hat zudem laut Janning nichts mit einer falschen Vertriebsstrategie in Europa zu tun, sondern sei vor allem auf die Probleme bei ADS und dessen schlechtes Jahr- 2000-Geschäft in den USA zurückzuführen.