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20.06.1981

Professional Training und Know-how-Bank als Schlagworte der Utrechter Software-Messe:\DV-Spezialisten und Generalisten unter einem Dach

UTRECHT- Software als Gegenstand eines Entwicklungsauftrags, Software in Form von standardisierten System- und Applikationspaketen, Software auch in der Funktion des Verkaufsvehikels für Hardware - all dies hatte die Utrechter Messe "Europe Software 1981" zu bieten, die vom 2. bis 4 Juni stattfand (CW Nr. 24 vom 12. Juni). Angeboten wurden ferner Dienstleistungen wie etwa die entgeltliche Hilfe bei der Hard- und Softwareauswahl oder das stellvertretende Führen von Auftrags- und Kaufgesprächen mit Anbieterfirmen. Ein willkürliches und sicherlich nicht repräsentatives Herausgreifen einiger Aussteller und einiger ihrer Exponate soll in den folgenden Ausführungen diese generellen Eindrücke etwas konkretisieren. Das Computercentrum Groningen B.V stellte beispielsweise das System "Klima" vor, mit dessen Hilfe sich die maximalen Anforderungen an Heizung und Kühlung eines Gebäudes im Jahresablauf berechnen lassen. Dabei gehen nicht nur Variable wie die Bauisolierung oder -verglasung, die Beleuchtung und die interne Baustruktur in die Rechnung ein, sondern auch Wärmequellen wie Personen oder Apparaturen. Die Groninger fungieren übrigens auch als Vertreiber des Programmgenerators "Delta", den die schweizerische Sodecon AG entwickelt hat.

Informatics mit Benelux-Tochter

Die neugegründete Informatics s.a. Benelux, Zwijndrecht, nutzte die Gelegenheit der Utrechter Messe, sich erstmals der Öffentlichkeit zu präsentieren. Neue Produkte hatte Informatics zwar nicht zu bieten, doch gab Manager Bastiaan J. A. Stuy der Hoffnung Ausdruck, es werde gelingen, die Existenz von "Trans IV" stärker im Bewußtsein der Fachwelt zu verankern. Trans IV, ein interaktives Anwendungsentwicklungssystem für CICS-Umgebungen steht nach Stuys Ansicht - nicht nur in Benelux - unverdientermaßen im Schatten des bekannteren "Inquiry IV/ims", einer Query-Sprache für IMS-Anwender.

Die CAP Gemini Nederland BV, Utrecht, setzte einen Akzent auf die seit dem 1. Januar dieses Jahres in großem Rahmen betriebenen Ausbildungsaktivitäten. Seit diesem Zeitpunkt bringt CAP Gemini unter der Bezeichnung "CGN Professional Training" vom neuen Utrechter Schulungszentrum aus in etwa 30 verschiedenen Lehrveranstaltungen EDV-Know-how unter die Leute.

Ein "General Ledger and Financial Reporting System" bot Charles F. Wiggenhauser, zuständig für internationales Marketing bei der Software International Corporation, Andover (Massachusetts), dem Messepublikum an. Dieses Paket, dessen neue Releases übrigens grundsätzlich in einem Einjahresrhythmus freigegeben werden, läuft auf IBM 360/370 und /3, aber auch auf Burroughs, DEC, Honeywell, Univac oder ICL und "in naher Zukunft" - so der Anbieter - auf verschiedenen Small-Business und Minisystemen.

CA zweimal vertreten

Einer der Vertriebspartner von Software International ist die Consulting Associates (CA) Packages B. V. in Woerden (Niederlande). Die beiden Buchstaben "CA" deuten noch an, daß vor Jahren Consulting Associates und die bekannteren Computer Associates zusammengehört hatten, bevor die einen ihre Zukunft im Markt für Dienstleistungen und Applikationen sahen, die anderen sich der IBM-nahen Systemsoftware zuwandten.

Consulting Associates nahmen auch über ihre Tochtergesellschaft Computer Conversions (CC) B.V., Zoetermeer (Niederlande), an der Messe teil. CC-Mitarbeiter Nico Boer beriet Interessenten in Konvertierungsfragen vornehmlich auf dem Sektor von Univac-Rechnern (Beispiel: Umstellung von OS/4 auf VS/9), aber auch von Assembler- in Cobol-Programme.

Natural auf Holländisch

Computer Associates (CA) Products Nederland B.V. waren ebenfalls auf der Messe vertreten. Neuigkeiten hatte CA-Managing Director Kees Zimmermann nicht vorzuweisen; trotzdem äußert er sich über das Interesse der Besucher und die Zahl neugeknüpfter Kontakte ausgesprochen zufrieden.

Die Automation Centre "Volmac" BV, Utrecht, die auch als Vertriebspartner ausländischer Softwarehäuser fungiert, bot Messebesuchern die Möglichkeit, in rund zwei Stunden das Programmieren in "Natural" zu erlernen (Abfrage- und Programmiersprache, entwickelt von der Software AG, Darmstadt). Dazu stellte Volmac einen holländischsprachigen Befehlssatz zur Verfügung.

Grafische Software - und zwar Eigenentwicklung für Bauzeichner der Produktbezeichnung "Sektor" - präsentierte die Plotburo Arnhem B.V, Arnheim. Das CAD-Paket läuft auf dem Tischcomputer Hewlett-Packard 9845T. Für die BASF 7100- Serie entworfen war das Paket "Finad", das De Groep Jannssen aus Zeist (Niederlande) in Utrecht vorführte. Finad umfaßt einen Modul "Finanzverwaltung", einen Modul "Auftragsbearbeitung und Lagerwirtschaft" sowie einen Lohn- und Gehaltsmodul.

Als "Know-how-Bank" offerierte die Data Process BV, Amersfoort, die auch Niederlassungen in Düsseldorf und Antwerpen hat, ihre anwendungsorientierte Dienstleistungpalette. Data Process, das Wert auf seine Stellung als unabhängiges Systemhaus mit Mixed-Hardware-Erfahrung legt, bietet nach eigener Darstellung einem Auftraggeber die Möglichkeit, "seinen" Auftrag ganz nach eigenen Gesichtspunkten zusammenzustellen. Zu den Data Process-Services gehören beispielsweise schlüsselfertige Projekte, Beratung und Dokumentation nach NCC-Standard.

Vielseitigkeit der Dienstleistung hatte die R, H, T & Partners BV, Overveen, auf ihr Panier geschrieben. R, H, T & Partners boten sich als Gesprächspartner, beratender Begleiter, Koordinator, Produzent oder auch Generalunternehmer bei EDV-Projekten der verschiedensten Art an. Ausschnitt aus dem Leistungsspektrum: Systementwurf und -auswahl, stellvertretende Verhandlungsführung, Projektbegleitung, Personalbeschaffung sowie Betriebs- und RZ-Diagnose. Diese Angebotsbreite sicherstellen soll ein niederländisch-belgischer Firmenverbund (der übrigens zehn seiner Servicebüros in unmittelbarer Nähe der deutschen Grenze hat), innerhalb dessen nach Darstellung eines Sprechers das jeweils kundigste Mitglied mit der Ausführung eines Auftrags betraut wird.

Herstellerunabhängigkeit und große Vielfalt des Angebots waren auch die Merkmale des Messeangebots der Buro voor Systemontwikkeling (BSO) B.V., Utrecht. Es ist dies ein 250-Mitarbeiter-Haus mit mehreren Niederlassungen in den Niederlanden und Tochtergesellschaften in England und der Schweiz, neuerdings im Zuge eines Satellitengroßauftrags auch in Darmstadt. BSO ist aktiv als Vertriebspartner beispielsweise der Hübner & Mergard GmbH, Rödermark der Dataware Inc., Buffalo und der Osys AG, Zürich.

BSO offeriert Dienste etwa auf dem Gebiet von Organisation, Planungshilfen, Systemsoftware, Konvertierungen, Kommunikation, Automatisierung und Mikroprozessor-Technologie. Besonderer Beachtung wert ist für Remgo F. Steijgerwalt, "Adjunkt Direkteur" von BSO, das - wie er meint - laienfreundliche und trotzdem sehr präzise Ergebnisse liefernde Planungspaket seines Hauses, das (anders als gängige Konkurrenzprodukte) zunächst von einer Zehn-Phasen-Struktur eines Automatisationsprojektes ausgeht, die erst später in ein übliches Sechs-Phasen-Modell umgewandelt wird.

Krankenhaus-EDV für den Endbenutzer

Zu den ganz Großen in Utrecht gehörte die EDS World Corporation, Bethesda (Maryland), die als freies System- und Softwarehaus sowie Beratungs- und Servicebüro weltweit 14 000 Mitarbeiter beschäftigt. Für die in Dallas (Texas) ansässige EDS-Tochter Electronic Data Systems Corporation stellte Edwin R. Hinkley in Utrecht ein integriertes Krankenhaussystem auf der Basis spezieller Z80-Terminals vor. Hinkley skizzierte das (auch schon in Norwegen installierte) System folgendermaßen:

- erlernbar für Laien in Minuten

- "Point and Touch"-Philosophie (vertikale Sensorenleiste am Bildschirm),

- wirtschaftlich für Krankenhauser von 300 Betten an, o Festpreis "for really all" bei einem 600-Betten-Hospital zwischen zweieinhalb und drei Millionen Dollar,

- kein Anpassungsaufwand an die jeweilige Landessprache,

- Hardwareausstattung demnächst (höchstwahrscheinlich) von Plessey.

Hasler (Great Britain) Ltd., Croydon, empfahl sich in Utrecht als Lieferant von Communicationware, darunter dem "Silk"-System, über das die COMPUTERWOCHE kürzlich in anderem Zusammenhang bereits berichtete. Wie Hasler-VB Luuk van Breda erklärte, waren die Engländer über die Aufmerksamkeit, die die Messebesucher ihrem Angebot entgegenbrachten, positiv überrascht. In ähnlicher Weise äußerte sich Han. Bruggeling, teilhabender Geschäftsführer von The European Software Company, Den Haag/Düsseldorf, der reges Interesse an der Tuning- und Security-Software seines Hauses, ausgerichtet auf IBM-Systeme, verzeichnete.

Not new, but unknown

Weitere Aussteller und dazu jeweils eine exemplarische Produktangabe seien noch kurz aufgelistet.

ARC Automation Services, Amstelveen (Niederlande): Turnkey-Systeme für verschiedene Branchen auf CTM900-Basis.

Marc Software International Inc, Palo Alto, Kalifornien: Textverarbeitungssystem "Muse", einsetzbar auf bereits vorhandener Hardware.

Compex Nederland Groep B.V., Assen, Niederlande: "Impact"-Package; Datenabfrage und -verarbeitung mit so Compex - ausgefeilter Kommunikationstechnik .

Software Sciences Nederland BV, Amsterdam: Das "AII-in-One-Package" BSO zur Entwicklung von Mikrocomputer-Software.

University Computing Compeny, Den Haag: "UCC Two"; DOS-Software unter OS ohne Konvertierung. Dazu UCC: Not new, but unknown.

Xerox Computer Services B.V., Vernraij, Niederlande: Kommunikations-Netzwerk mit annähernd 30 Hauptanwendungen .