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Open-Source-Konkurrenz wird zu groß

Prognose: Microsoft kommt an Linux nicht vorbei

20.12.2002
MÜNCHEN (CW) - Experten der Meta Group gehen davon aus, dass der Druck des Linux-Lagers Microsoft ab 2004 dazu zwingen wird, mit einigen seiner .NET-Server-Techniken auch das Open-Source-Betriebssystem zu unterstützen.

"Wir glauben, dass Microsoft einige zentrale .NET-Komponenten wie SQL Server, Internet Information Server und Exchange für den Einsatz in Linux-Umgebungen überarbeiten wird", heißt es bei der Meta Group. Die Analysten begründen diese Annahme mit einer äußerst optimistischen Linux-Wachstumsprognose. So würden schon jetzt 15 bis 20 Prozent aller neu verkauften Server auf dem Open-Source-Betriebssystem basieren, spätestens im Jahr 2007 könnten es 45 Prozent sein. Selbst in Rechenzentren, wo Linux aktuell nur einen Durchdringungsgrad von drei Prozent erreicht, sollen es dann immerhin elf Prozent sein. Das von Linux-Kritikern gerne zitierte Defizit an integrierten System-Management-Werkzeugen werde einer Verbreitung der Plattform nicht länger im Weg stehen.

"Microsoft wird keine Server-Software speziell für Linux entwickeln, die strategische Plattform heißt weiterhin Windows", entgegnet der für Windows-Server-Strategien zuständige Senior Director Peter Houston in einer ersten Reaktion auf die Meta-Weissagung.

Das hatten die Analysten auch nicht behauptet. Dale Kutnick von der Meta Group ist allerdings der Meinung, dass man in Redmond die Augen vor Linux als wachsendem Wirtschaftszweig nicht verschließen und eher einen unterstützenden Kurs einschlagen wird, um daraus ein Geschäft zu generieren.

Erst im September beschrieb Microsoft-CEO Steve Ballmer Linux als ernsthafte Konkurrenz, die sich nicht von selbst auflösen werde, sondern der man nur mit besseren Produkten begegnen könne. Dieses Vorgehen dürfte angesichts jüngster Entwicklungen der Linux-Hersteller nicht reichen: Die Nürnberger Suse AG etwa arbeitet an einem als "Cross Over" bezeichneten Office-Tool, mit dem man verbreitete Anwendungen wie Word und Excel ohne Modifikationen auf Linux-Rechnern betreiben kann. Damit geriete selbst die jahrelange Windows-Dominanz am Desktop ins Wanken.

Ein zweiter Weg, den Microsoft neben dem Linux-Support gehen könnte, ist nach Meinung von Meta die Preisgestaltung. Um Windows-Komponenten besser mit ihren "freien" Pendants vergleichen zu können, werde Microsoft seine bislang praktizierte Bundling-Strategie aufgeben und Server-Module mit neuen Lizenzmodellen anbieten.

Kosten sind kein Argument

Auf die Kostendiskussion zwischen Linux und Windows wollen sich die Meta-Analysten allerdings nicht einlassen. Hier sei man besser beraten, Vergleiche zwischen Risc- und Intel-Servern anzustellen oder zwischen Systemkombinationen wie etwa einer Oracle-Datenbank unter Linux und einem SQL Server. Ob Linux oder Windows auf Intel-Prozessoren: Die Kostenunterschiede sind gering, so Kutnik.

Nicht ganz so euphorisch wie die Meta Group beurteilen andere große Analystenhäuser die Marktchancen von Linux. IDC etwa beobachtet einen eher stagnierenden Absatz von Linux-Servern, gibt allerdings zu, nur die verkauften Einheiten, nicht jedoch die freien Kopien oder Downloads in die Statistik aufgenommen zu haben. Dagegen verzeichnet Gartner ein starkes Linux-Wachstum gegenüber moderaten Windows-Zuwächsen. Gartner-Experte David Smith kann sich wie seine Meta-Kollegen eine Linux-Unterstützung durch Microsoft vorstellen, sofern die Redmonder einen Weg fänden, wie sich die Open-Source-Plattform für das eigene Geschäft nutzen lässt. (ue)