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16.09.1977 - 

Softwaretrends bei MDT - Anlagen:

Programm - Moduln für den Sachbearbeiter

*Dr. rer. pol. Rüdiger A. Lepp ist in der Marktforschung für die Taylorix Organisation, Stuttgart, tätig.

MÜNCHEN - Die "Mittlere Datentechnik" hat mit geschlossenen Problemlösungen in der mittelständischen Wirtschaft in fast zehn Jahren erfolgreich Einzug gehalten. Inzwischen reicht die MDT - Größenklasse vom kleinen Abrechnungscomputer über arbeitsplatzorientierte Bürocomputer bis hin zu größeren EDV - Systemen. Dies fordert innovative Ideen und Entwicklungen für zukünftige Erfolgsperioden im Hard - und Orgwarebereich sowie bei der Software, auf die im folgenden genauer eingegangen werden soll.

Die Software läßt sich generell einteilen in:

- Systemsoftware (Mikrosoftware, Basissoftware, Übersetzer, Dienstprogramme)

- Anwendersoftware (Problemorientierte Anwendersoftware - Standard -u. Individualsoftware, Branchenorientierte Anwendersoftware)

Systemsoftware

Für zukünftige Tendenzen in der Systemsoftware sind einige Kernprobleme aufzuzeigen:

Anpassung der Hardware an die Aufgabenstellung durch Mikrosoftware derart, daß die Durchsatzleistung (Throughput) verbessert werden kann.

Entwicklung der Basissoftware dahingehend, daß sowohl Mehrplatzsysteme als auch eine Verbundrealisierung gewährleistet werden.

Notwendige Basissoftware für Datenfernverarbeitung (DFÜ) und Online -Verbindungen für den Dialog zwischen den beteiligten Rechnern.

Verbesserung der Dienstprogramme schrittmäßig mit der Hardware - Entwicklung.

Entwicklung moderner Übersetzungsprogramme.

Der letzte Punkt wird dann effizient, wenn es der MDT gelingt, größeren Speicherbedarf für die Compilierung von höheren Sprachen in die Maschinensprache bereitzustellen. Dadurch ergeben sich dann auch akzeptablere Laufzeiten.

Im Zusammenhang der MDT mit Verbund - und Timeshare - Systemen wird in den nächsten Jahren eine Entwicklung von "Datenbanksoftware" verlangt werden, die auch für die MDT relevant werden wird. Hier wird es um Datenstrukturen, Speichertechniken, Abfragesprachen, Datenbanksysteme etc. gehen.

Anwendersoftware

Vereinfachung der Programm - Codierung

Jeder MDT -Hersteller steht vor dem Problem kostengünstiger Software -Produktion. Zur Realisierung dieses Zieles sollte der Hersteller bestrebt sein, Individualsoftware wirklich nur dann zu entwickeln, wenn sie tatsächlich notwendig ist; ansonsten muß der Schwerpunkt auf einer ausgereiften, modularen Standardsoftware liegen.

Ein Weg zur Teilverwirklichung dieses Strebens liegt in der "Vereinfachung der Programm - Codierung".

Makros in Assembler - Sprachen

Für Einzelplatz - Systeme ist eine Vereinfachung der Programmierung auf Maschinenebene von Bedeutung. Da die meisten MDT - Assembler 1:1 - Assembler sind, ist es günstiger, das Zuordnungsverhältnis von Befehl Assemblersprache zu Befehl Maschinensprache (ein Assemblerbefehl für mehrere Maschinenbefehle) zu verbessern. Eine Lösung stellt die Verwendung von "Makros" (offene Unterprogramme) dar. Eine Makro - Bibliothek kann die Programmierung wesentlich vereinfachen.

Einsatz höherer problemorientierter Sprachen

Für Mehrplatzsysteme der Zukunft bildet der Einsatz höherer problemorientierter Sprachen (hPS) eine Vereinfachung der Programmierung; die Formulierung in einer hPS ist der gewohnten Notation angepaßt und verlangt keine intime Kenntnis der Maschine. Allerdings ist ein Compiler notwendig, der wiederum entsprechenden Speicherbedarf für die Übersetzung und Übersetzungszeit fordert.

Folgende Sprachen kommen in Frage:

COBOL - Erweiterungen für einen "MDT - Modul"

Subsets von PL/1 (Großanlage als Compilieranlage)

Business Basic und RPG

Vereinfachung durch Standardisierung

Behandelten die bisher angesprochenen Methoden lediglich die Codierung, so existieren andere Schritte, um die Art der Benutzerprogramm - Erstellung zu verbessern. Nicht immer ist es sinnvoll, alles auf das Einzelproblem hin zu codieren, sondern Programme aus einem vorgefertigten Modulbestand zu generieren.

Verbesserung der Programmiertechniken

Folgende Anwendungen an Programmiertechniken erleichtern die Herstellung und Pflege von Anwendersoftware:

Normierte Programmierung: Die Programmablaufsteuerung wird standardisiert, was zu einem übersichtlichen, modularen Programmaufbau führt.

Schrittweise Verfeinerung: Eine Datenverarbeitungsaufgabe wird immer detailierter in Einzelkomponenten zerlegt und graduell so lange verfeinert, bis man nahe genug an der jeweiligen Programmiersprache angelangt ist und das Problem codieren kann.

Top - down - Programmierung: Auch hier wird eine grobe Datenverarbeitungsaufgabe von oben herab in Detailschritten (hierarchisch strukturiert) nach unten hin immer mehr konkretisiert.

Strukturierte Programmierung: Mit Hilfe sog. Struktogramme sollen Sprunganweisungen vermieden bzw. reduziert werden. Damit werden Programmentwurf und -aufbau durch Vereinfachung des Kontrollflusses übersichtlicher gestaltet.