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17.07.1987 - 

Mangel an Daten-Designern behindert Softwareschmieden:

Programmierer müssen sich spezialisieren

MÜNCHEN (lo) - Jüngste Klagen der Software AG in Darmstadt scheinen für die Branche symptomatisch: Nicht die Finanzen, sondern Mangel an qualifizierter Manpower läßt die Entwicklung scheitern. Auf den Sprung vom Programmierer zum Entwickler haben sich nach Ansicht von SW-Häusern nämlich bisher - innerhalb wie außerhalb der Hochschulen - noch zu wenige Fachkräfte vorbereitet. Für den Nachwuchs lautet daher die Parole: Praxiserfahrung sammeln.

"Der Markt ist grundsätzlich leer", stellt jetzt für viele in der Branche mit Blick auf den Mangel an qualifizierten Mitarbeitern in der System- wie auch Anwendungsentwicklung die Software AG (siehe CW Nr. 28/ 87, Seite 6) stellvertretend fest. Auch im Vertriebsbereich ist seit langem der Bedarf größer als das Angebot. Mehr als eng wird der Markt, wenn besondere Spezialistenfunktionen in Bereichen wie ISDN sowie Unix zu besetzen sind oder wenn für Hardwareumgebungen wie die der DEC-VAX die richtige Kraft gesucht wird. Dies ist von der Softlab GmbH für Systementwicklung und EDV-Anwendung in München zu hören. Auch im Bankensektor sei es nahezu unmöglich, Mitarbeiter mit dem notwendigen Know-how an Bord zu bekommen: Fundierte Kenntnisse des Anwendungsbereichs müssen einhergehen mit technischen Fähigkeiten.

Das Fazit der Software-Branche lautet: Es gibt noch zuwenig akademisch ausgebildete SW-Fachkräfte, die dem hohen Anforderungsprofil eines Daten-Designers gerecht werden können. Gefordert ist über das Studium der Informatik an TH oder FH hinaus, komplexe logische Gedankengebäude aufbauen zu können; weiterhin sind Kenntnisse unterschiedlicher DV-Systeme sowie des Marktes erwünscht. Lernwilligkeit gehört als wichtiges Moment ebenso dazu. Wir sprechen nicht mehr vom Programmierer, sondern vom Entwickler", so auch das Darmstädter Softwarehaus. Er müsse mehr können als nur codieren, nämlich Systeme analysieren.

Praktika sind für akademische Einsteiger profunde Leistungsbeweise; sie wiegen für einen ersten Vertragsabschluß schwer. "Blutige Anfänger ohne praktische Erfahrung haben kaum Chancen", bestätigt Softlab. Vom angehenden Systementwickler etwa wird erwartet, daß er sich im Compilerbau umgetan hat. Studienbegleitend arbeiten denn auch Studenten als Praktikanten bei SW-Häusern. Dadurch könne man sich überzeugen, wie tief die fachlichen Kenntnisse der Hochschüler reichen und zudem eigenen Nachwuchs heranziehen. Denn manchmal, so ungute Erfahrungen der Software AG, "wird bei Bewerbungen einfach aus den Vorlesungsverzeichnissen abgeschrieben".

Fachspezifische Ausbildung der Absolventen bei Softwarehäusern vervollständigt das universitäre Wissen. Allerdings müsse der Newcomer in der Berufspraxis das wissenschaftlich-orientierte Denken zunächst einmal weitgehend vergessen. Softwareschmieden bemängeln allgemein an der akademischen Lehre, daß sie bisher zuwenig Erfahrung in DV- und Produktions-Umgebung vermittle. Zudem unterrichteten Dozenten nicht selten an den Marktgegebenheiten vorbei. Absolventen fehlten weiterhin systemnahe wie auch Betriebssystem-Kenntnisse .

Auch soziale Fähigkeiten, etwa Teamdenken, sind bei Softwareentwicklern gefragt. Doch in der Ausbildung an den Hochschulen herrscht ein weitreichender Mangel an Kenntnissen der Diskussions- und Argumentationstechnik sowie der Fähigkeit, Ergebnisse zu- präsentieren. "Klausuren und soziale Fähigkeiten gehen eben nur schlecht Hand in Hand", ist von der ADV/ Orga F. A. Meyer AG in Wilhelmshaven zu hören. Qualifizierte Ausbildung zusammen mit Berufserfahrung verführen andererseits oft zu schlicht "unrealistischen Forderungen", weiß die Applied Data Research (Deutschland) GmbH in Neuss (ADR) aus ihrer Bewerbungspraxis. Berufliche Erfahrung und Qualifikation setzen den Preis fest: "Der Trend ist sechsstellig". Ein qualifizierter System-Entwickler liegt bei der Software AG "mit Sicherheit" über 90 000 Mark per anno. Die Anwendungsentwicklung rangiert mit ihren Marktpreisen 20 bis 30 Prozent darunter. Die Bandbreite für Einsteiger, die bei der Software AG zwischen 60000 bis 70000 Mark jährlich und bei Softlab zwischen 4200 und 4800 Mark monatlich liegt, hänge davon ab, wieviel Berufserfahrung er oder sie mitbringt.

Engpaß ist ebenso der Vertriebsbereich. Für den Einsatz einer zunehmend komplexen Technik haben sich die Anforderungen an den Verkäufer gewandelt. Es gilt nicht mehr, in lockerem Stil den Anwender zu überreden - man muß mit fundiertem Basiswissen technisch qualifiziert argumentieren können. Zudem sollten betriebswirtschaftliche Kenntnisse das Wissen des Vertriebsberaters" ergänzen. Die Quotenverantwortung etwa bei dem Unternehmen in Neuss zahlt sich dann allerdings auch aus: Das Jahreseinkommen bewegt sich zwischen 120000 und 130000 Mark.

Auf Umschüler greifen Softwarehauser meist nur zurück, wenn Not am Mann ist. Recht gute Ergebnisse weisen nach allgemeinen Erfahrungen Lehramtskandidaten mit naturwissenschaftlichen Fächern als umgeschulte Informationspädagogen oder Kommunikationsspezialisten für Basisinstruktionen bei Kunden auf. Dieses Phänomen besitzt allerdings bisher Seltenheitswert: Denn das Verhältnis stehe, wie die Software AG berichtet, neun zu eins.

Informationssysteme für das Marketing

LINZ (pi) - An Marketing- und Informations-Manager, Anbieter von Informations- und Kommunikationstechnologien sowie Wissenschaftler wendet sich das internationale Simposium "Marketing - Information - Management", das vom 18. bis 20. Mai 1988 in Innsbruck stattfindet. Veranstalter sind das Institut für Personal- und Organisationsentwicklung der Universität Linz

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Call for Papers

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sowie das Institut für Handel, Absatz und Marketing an der Universität Insbruck. Ziel der Veranstaltung ist die Bestimmung zukünftiger Marketinganforderung an die Informationstechnologie und die Darstellung des DV-Nutzungspotentials. Auf dem Programm stehen unter anderem Prognosetechniken, strategische Positionierung, Marktforschung sowie Marketing-Controlling. Referatkurzfassung in deutscher oder englischer Sprache werden bsi 13. November 1987 erbeten. Die ausführlichen Versionen werden ebenfalls zweisprachig in einer Dokumentation veröffentlicht.

Informationen: IPO Institut für Personal- und Organisationsentwicklung in Wirtschaft und Verwaltung, Manfred Reindl, Johannes-Kepler-Universität, Altenberger Straße 69, A-4040 Linz