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06.10.1978 - 

Maizena erster deutscher RPL-Anwender

Programmiersprache für Minis: Verständlichste Form

HEILBRONN - Die, Programm-"Macher" von Maizena haben ein neues "Einkaufsparadies" für Software-Tools getestet: Die britische Insel. Bei dem Softsteller Filetab Support Services entdeckten sie eine Programmiersprache, die sich gänzlich auf Entscheidungstabellen stützt. Jetzt sind die Heilbronner erster deutscher Anwender von RPL (Replacement Programming Language).

RPL wird bei Maizena zur Eigenentwicklung von Anwendungs-Systemen auf einer PDP-11/70 von Digital Equipment eingesetzt. Schildert Klaus-Dieter Naujoks, Leiter der Abteilung Systeme und Verfahren bei Maizena, die RPL-Vorzüge: "Was nach dem Studium der Einführungs-Broschüre wie ein gewöhnlicher Report-Generator aussah, entpuppte sich nach einmonatiger Testinstallation als hochkarätige Programmiersprache, die nicht nur durch leichte Handhabung und extrem kurze Umwandlungszeiten bestach, sondern auch bei Benchmarks gegen ihren DEC-Rivalen Basic-Plus auf sagenhafte Ergebnisse kam."

Speicherplatz halbiert

Bei nur 25 Prozent der für ein ver...chbares Basic-Plus-Programm benötigten Laufzeit, nur der Hälfte des sonst benötigten Hauptspeicherplatzes und einem Sort, der in einem Fall die Verarbeitungszeit von 20 Minuten auf 20 Sekunden reduzierte, ist es nicht verwunder... daß Naujoks happy ist.

Das Votum für den "Sprachfund" wird abgestützt durch Erfahrungen aus einem Maizena-internen Wettbewerb zwischen mehreren Programmiersprachen auf den vorhandenen PDP-11-Minicomputern. Neben RPL kommen nämlich Basic-Plus und Cobol zum Einsatz. Naujoks: "Jede dieser Sprachen hat bei uns, ihre Berechtigung. Cobol war notwendig, um uns die Möglichkeiten des Erwerbs fremder Software zu erschließen. Basic-Plus als Betriebssystemsprache stellt den natürlichen Einstieg dar und bietet nach wie vor unübertroffene String-Handling-Funktionen für Dialoganwendungen sowie Debugging-Möglichkeiten."

"In wenigen Tagen erlernbar"

Die Entscheidung zugunsten von RPL berucht nach den Worten von Naujoks nicht so sehr auf der Abwägung sämtlicher Vor- und Nachteile dieser Sprachen. Vielmehr zeigte sich RPL im praktischen Einsatz eindeutig überlegen. ...Streitfrage "pro und contra RPL" hat sich", so der Maizena-Software-Spezialist, "bei uns nicht gestellt." Alle Programmierer hätten sich aus freien Stücken für RPL entschieden, "ohne daß wir Druck von oben ausüben mußten", so

Naujoks über die Akzeptanz bei den Benutzern.

Im übrigen könne man bereits auf Ergebnisse verweisen, die im Einsatz von RPL mit Werkstudenten ohne jegliche Programmier-Erfahrung erzielt wurden. Diese deckten sich mit den Aussagen des Herstellers, RPL sei auch von Nicht-Programmierern "in wenigen Tagen erlernbar".

Gestützt auf die systeminterne Verarbeitungslogik eines Report-Generators mit automatischer Gruppenwechselsteuerung, Summierung von Datenfeldern über beliebig viele Stufen sowie flexibler Druckaufbereitung bietet RPL darüber hinaus sämtliche Elemente für

die Entwicklung komplexer Anwendungssysteme. So nennt auch Naujoks als RPL-Vorzüge:

- Praktisch keine Begrenzung der Programmgröße aufgrund der virtuellen Page-Verwaltung,

- keine Zusatzinvestitionen in Hardware oder Betriebssoftware,

- leichte Bildschirm-Formatisierung,

- automatische Formatprüfung von Eingabefeldern,

- Unterstützung sämtlicher Datei-, Organisations- und Zugriffsformen.

Im Zwang zur Anwendung von Entscheidungstabellen werden bei Maizena gleich mehrere Vorzüge gesehen. Als wohl verständlichste Form der Darstellung der Programmlogik wird, nachdem man bereits Erfahrungen mit Entscheidungstabellen-Generationen auf der Groß-EDV in Cobol hat, die Lesbarkeit der Programme hervorgehoben. Resümiert Naujoks: "Codierung und Programmumfang werden mit RPL drastisch reduziert - das kommt letztlich

auch der Wartungsfreundlichkeit zugute."