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01.07.1977 - 

SCH0LZ REPORT

Projektkostenkontrolle 11

Diplomkaufmann Einar Scholz

2. Beim Komplex der Hardwarekosten ergeben sich drei wesentliche Kostenarten:

-Testkosten auf dem eigenen EDV-System

-Testkosten auf externen Systemen

-Installation spezieller Hardware-Einheiten während der Testzeit des Projektes.

Die beiden letzten Kostenarten stellen kein wesentliches Problem dar. Es leuchtet jedem ein, daß man diese Kosten einem Projekt meist sehr gut zuordnen kann, da man einfach nur die Rechnungsbeträge übernehmen muß. Zudem tritt es selten auf, daß mehrere Projekte gleichzeitig extern getestet werden. Selbst wenn mehrere Projekte extern abgewickelt werden, so kennt man meist doch die angefallenen Zeiten der einzelnen Projekte, so daß eine Aufteilung vorgenommen werden kann.

Jeder EDV-Leiter wird immer wieder von einzelnen Fachbereichen gebeten, bestimmte Testarbeiten für diesen Bereich zu billigeren Sätzen zu verrechnen. Sehr oft wird so argumentiert, daß der Computer doch schon vorhanden sei, mithin könnten; diese Arbeiten auch ohne zusätzliche Kosten mit übernommen werden.

Zunächst einmal muß festgestellt werden, welche Kosten bei zusätzlicher Übernahme von Testarbeiten tatsächlich steigen. Diese Frage läßt sich nicht pauschal beantworten, da sie vom Umfang der zusätzlichen Arbeiten abhängt. Innerhalb gegebener Computer-Kapazität sind folgende Kostenarten direkt lastabhängig:

1. Je zusätzlicher Computerstunde fällt in vielen Fällen Mehrschichtmiete an. Diese entfällt generell bei gekauften oder geleasten Maschinen. Ebenso gilt dies für alle Anlagen, für die sogenannte Langzeitverträge (4 Jahre bei IBM) abgeschlossen sind.

2. Wenn zusätzliche Arbeiten nicht innerhalb der gegebenen Schichten abgewickelt werden können, fallen beträchtliche Überstunden an.

3. Energiekosten für die Klimaanlage und die EDV- Anlage können auch beträchtliche Werte erreichen, wenn große Systeme betrieben werden. Zumindest sollte man diese Werte nicht vernachlässigen.

Als genereller Grundsatz sollte in der EDV die Vollkostenkalkulation gewählt werden, da in den meisten Fällen durch das erhebliche Wachstum der EDV-Anlagen und damit auch der Kosten trotz aller Verbesserungen des Preis-/Leistungsverhältnisses die Verrechnung von Grenzkosten auf die Dauer zu Ungerechtigkeiten führen würde. Die Kosten würden bei der Verrechnung von Grenzkosten (je zusätzlicher Stunde werden nur die lastabhängigen Kostenarten verrechnet) nicht verursachungsgerecht für alle Anwender verrechnet.

Immer dann, wenn bei Anlagenaufstockungen die fixen Kosten in Sprüngen steigen, ergeben sich erhebliche Probleme mit den einzelnen Systembenutzern. Zudem lassen sich unterschiedliche Kostensätze, die aus politischen Gründen gemacht worden sind; nur recht schwer von den Accounting-Routinen abrechnen, es sei denn, man speichert je Kunde unterschiedliche Verrechnungssätze. Dies führt aber zu erheblichem Ärger innerhalb des Unternehmens.

Bei der Vollkostenkalkulation sollte man von einer bestimmten Zielauslastung ausgehen und einen konstanten Verrechnungssatz je Systemkomponente bilden. Im Verlaufe der Zeit kann man diese Sätze mit steigender Auslastung durchaus herabsetzen, um die Vorteile der größeren Auslastung an alle Anwender gleichmäßig weiterzugeben.

Wenn keine Vollkostenkalkulation der einzelnen Systemressourcen durchgeführt wird, kann es sehr leicht passieren, daß die Systembenutzer (hier vor allem die Programmierer) dafür sorgen, daß Engpässe auf dem System entstehen. Das Nachdenken über die sinnvolle Benutzung der Maschine wird schlagartig aufhören.

Man muß einen gewissen Prozentsatz der Maschinenkapazität für Testläufe einplanen und danach auch die Gesamtkapazität bemessen. Auch aus diesem Grund ist es richtig, die Tetzeiten zu Vollkosten auf die einzelnen Projekte zu verrechnen.