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17.01.1992 - 

Studie: Frühzeitiges Unix-Committment zahlt sich aus

Proprietäre CAx-Systeme sind Treibsand für die Marktführer

17.01.1992

CAMERIDGE (IDG) - Systemunabhängigkeit von CAx-Paketen entwickelt sich offenbar allmählich zum K.o.-Kriterium: Die teils noch proprietär ausgerichteten Marktführer bei C-Techniken, IBM, Intergraph und Computervision, konnten 1991 nur langsam wachsen. Unix-basierte Design- und Fertigungspakete, etwa von Hewlett-Packard, McDonnell-Douglas und Autodesk, sind dagegen auf dem Vormarsch.

Wie das in Cambridge, Massachusetts, beheimatete Marktforschungsunternehmen Daratech Inc. aus Unternehmenszahlen der ersten drei Quartale 1991 hochrechnete, wuchs der Weltmarkt für computergestützte Design-, Fertigungs- und Entwicklungssysteme im vergangenen Jahr nur um fünf Prozent auf ein Volumen von 7,3 Milliarden Dollar. Investitionsverzögerungen durch auslaufende Produktreihen, der Verfall der Hardwarepreise und die schwache bis rezessive Weltkonjunktur sind laut Daratech für das schwache Ergebnis verantwortlich.

Die größten CAx-Anbieter sind IBM, die Prime-Tochter Computervision und Intergraph, die zusammen 60 Prozent der weltweiten Umsätze generieren. Im vergangenen Jahr jedoch konnte dieses Quasi-Oligopol Daratech zufolge lediglich Umsatzzunahmen zwischen zwei und sechs Prozent realisieren, während die konsequenter an Unix orientierten Hewlett-Packard und McDonnell-Douglas um 20 Prozent wuchsen; Autocad-Entwickler Autodesk machte gar einen Sprung um 23 Prozent.

Nahezu ein Drittel des Weltumsatzes mit CAD/CAM- und CAE-Systemen, nämlich 2,19 Milliarden Dollar, sechs Prozent mehr als 1990, setzt Daratech 1991 für die IBM Corp. an. Das Armonker Unternehmen ist dabei, sein Angebot von Mainframe-basierten Cadam-Systemen auf das Catia-Paket in Verbindung mit den RISC-Workstations RS/6000 umzustellen. Daratech machte "Konfusion" aus diesem Grunde aus. Die Anwender wüßten wegen der unterschiedlichen speziellen Stärken von Cadam und Catia nicht, auf welches System sie künftig setzen sollen.

Zwar werde der Großrechner weiterhin eine, wichtige Rolle in IBMs CAx-Welt spielen, so der Report, vor allem als Repository für Entwicklungsdaten und in sicherheitskritischen Anwendungen. Mit der Auslieferung von Catia-Versionen auf Lowend-Workstations, die für dieses Jahr erwartet werde, könnte sich IBMs Umsatzstruktur in diesem Bereich jedoch wandeln. Durch den gesunkenen Investitionsaufwand gelange die Automatisierung von Entwicklung und Fertigung für eine größere Anzahl, von Anwendern in Reichweite.

Enttäuscht werden die Verantwortlichen bei der Intergraph Corp. aus Huntsville, Alabama, sein, wenn die Daratech-Voraussage zutrifft, daß der Umsatz des vergangenen Jahres mit 1,16 Milliarden Dollar das Geschäft von 1990 mir um zwei Prozent übertreffen wird. Die Einnahmen der von Intergraph übernommenen Dazix Corp. sind ans der Zahl herausgerechnet.

Woran die Südstaatler dem Report zufolge in erster Linie kranken, ist das schlechte Preis-Leistungs-Verhältnis ihrer proprietären Clipper-Workstations, das die Anwender auf die für das erste Quartal 1992 angekündigten schnelleren Modelle warten läßt.

15 Prozent Steigerung für das Softworegeschäft

Bei technologisch bedingten Wanderungsbewegungen in der Anwenderschaft werden Intergraph außerdem möglicherweise Umsatzteile wegbrechen: Im Zuge der Implementierung der Intergraph-Pakete Microstation und I/EMS auf Sparc-Stations von Sun Microsystems könnten die Kunden den Portierungsaufwand gleich nutzen, um ganz zu einem anderen Hersteller zu wechseln. Das gleiche Risiko läuft Intergraph nach Einschätzung von Daratech bei den noch verbliebenen VAX-basierten Software-Installationen, die auf Clipper portiert werden.

Wegen fallender Hardwarepreise kann auch Primes CAD/CAM-Zweig Computervision mit einem Umsatzzuwachs von nicht mehr als zwei Prozent auf knapp eine Milliarde Dollar rechnen.

Für das Softwaregeschäft allem allerdings sagen die Marktauguren eine Steigerungsrate von 15 Prozent voraus. Eine optimistische Perspektive ergebe sich aus der Konzentration auf Software sowie auf die internationalen Märkte und aus der als mutig bezeichneten Entscheidung des Unternehmens, nahezu das gesamte Produktspektrum auch über indirekte Vertriebskanäle feilzubieten. Schon 1093, meint Daratech, wurden 30 bis 40 Prozent des Umsatzes von Computervision durch Wiederverkäufer und Systemintegratoren entstehen.

Hewlett-Packard konnte zwar 1991 mit geschätzten 450 Millionen Dollar aus dem CAx-Geschäft nur etwa die Hälfte des Computervision-Umsatzes erzielen, jedoch um 20 Prozent wachsen, glauben die Daratech-Experten. Punkte gemacht hätten die Kalifornier mit der Portierung von wichtigen Softwareprodukten auf Sparc-Stations und durch die Gestaltung ihrer Mechanical-Design-Software als durchweg offenes System.

Ebenfalls ein Wachstum um 20 Prozent auf 350 Millionen Dollar, sieht der Report für das Unigraphics-Geschäft der McDonnell-Douglas Corp. von aus, das im Zuge der Veräußerung der CAD/CAM-Aktivitäten an Electronic Data Systems (EDS) geht.

Sehr erfolgreich sollen im abgelaufenen Jahr die Unix-Versionen der Autocad-Software gewesen sein. Nicht zuletzt dadurch steht dem Anbieter Autodesk Inc. ein Umsatzwachstum von 23 Prozent ins Haus, wie der Report feststellt. Allerdings machten die Unix-Produkte mit 16 Millionen Dollar bislang noch weniger als neun Prozent des Autodesk-Gesamtumsatzes von 287 Millionen Dollar aus.