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15.01.1993 - 

Infocorp-Report zum US-Midrange-Markt/Teil 2 und Schluss

Proprietaere Rechner sehen gegen Unix-Systeme ziemlich alt aus

Fuer das Segment proprietaerer Midrange-Rechner verzeichnet die Unternehmen in den vergangenen Jahren im Durchschnitt ein branchenweites negatives Wachstum von 16 Prozent bezueglich ausgelieferter Systeme sowie von sieben Prozent in puncto des Wertes, der die Kosten fuer die Hard- und Software umfasst.

Sakakeeny resuemiert, den Anbietern der Mittelklasse-Rechner werde es auch in Zukunft kraeftig hereinregnen, die Umsatzkurve werde abfallen. Dies liege vor allem daran, dass Anwender geschlossenen Rechnerwelten zunehmend den Ruecken kehrten. In Zahlen ausgedrueckt, bedeutet dies einen Rueckgang von 792 500 installierten Einheiten proprietaerer Maschinen in der absoluten Hochzeit 1989 auf 547 000 herstellerspezifische Midrange-Computer (geschaetzt), die Ende 1992 in den USA noch ihren Dienst tun.

Der Infocorp-Analyst verweist auf den wichtigen Umstand, dass durch die verkleinerte Basis installierter Rechner nicht nur der Hardware-Umsatz der Hersteller zurueckgeht. Vielmehr muessen diese mittlerweile auch auf erkleckliche Summen verzichten, die ihnen bislang durch Instandhaltungs- und Servicedienstleistungen fuer diese Rechner zuflossen.

Mit Unix-Systemen Zuwachsraten von 20 Prozent

Sakakeeny glaubt uebrigens, dass die Digital Equipment Corp. (DEC) - auch ein Opfer verfehlter Produktpolitik - mit ihren ab November 1992 vorgestellten VAX-VMS-Nachfolgern zumindest kurzfristig kaum den erheblichen Unternehmensproblemen entfliehen kann. Infocorp rechnet nicht damit, dass die mit viel Medienrummel versehenen Alpha-RISC-Rechner die Medizin darstellen, um schon 1993 den kranken DEC-Patienten genesen zu lassen. Fruehestens Mitte 1994 koenne die Alpha-Kur anschlagen. Bis dahin, so der US-Analyst, werde sich DECs Malaise fortsetzen.

Ganz anders dagegen sieht es im Marktsegment fuer Unix-Systeme aus: Hier glaenzt die Branche mit Zuwachsraten von 20 Prozent jaehrlich sowohl bezueglich der installierten Systeme als auch in puncto des Systemwertes.

Die Veraenderungen der DV-Szene durch den Wechsel auf offene Systeme werden dabei drastisch markiert durch die relevanten Wettbewerber. Zaehlten in der proprietaeren Szene neben den Schwergewichten IBM, DEC und Hewlett-Packard (HPauch Unisys, Wang oder Data General zu den klangvolleren Namen, so geben im neugeordneten Midrange-Markt der 90er Jahre andere Anbieter den Ton an: Neben Spitzenreiter HP (Marktanteil 21 Prozent) ist hier zunaechst die Sun Microsystems Computer Corp. (SMCC) zu nennen, die sich im Unix-Umfeld hervorgetan hat und nunmehr die zweite Position belegt (14 Prozent). Erst dann folgt Big Blue (zwoelf Prozent).

Neu unter den ersten Zehn der Systemhersteller fuer das Unix- Midrange-Segment sind gleich vier PC- beziehungsweise Workstation- Firmen: Compaq, bis 1989 noch ohne ein Angebot fuer diesen Leistungsbereich, findet sich mit einem siebenprozentigen Marktanteil mittlerweile schon auf Rang fuenf der Unix-Anbieter. Den Texanern folgen mit Silicon Graphics und der Acer- Unternehmensgruppe zwei weitere Emporkoemmlinge auf den Plaetzen, und auch Intergraph darf sich mit der Clipper-RISC-Architektur noch ueber einen Platz an der Sonne freuen.

Compaq ist exemplarisch für den Wechsel in der DV

Vor allem Compaq darf dabei als beispielgebend fuer den Paradigmenwechsel in der DV-Szene gelten: Bis 1989 ueberhaupt nicht im Unix-Markt des Midrange-Segments vertreten, konnte der texanische PC-Anbieter nach der Infocorp-Studie innerhalb von drei Jahren (1990 bis 1992) sieben Prozent des Unix-Midrange-Marktes an sich ziehen.