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20.02.1981

Protokollfrage

Aufgekratzt verließen die Zuhörer den Saal 7 des schmucken Messe-Kongreß-Centers in Düsseldorf. Die Diskussion im Anschluß an den Erfahrungsbericht "Installationsvorbereitung und Einführungsplanung eines ´Distributed Data Processing´-Systems" (Referent R. Bucher, R + V Allgemeine Versicherung AG, Wiesbaden) war "ungewohnt lebhaft" verlaufen, wie der Moderator in seinem Schlußwort feststellte.

Die Stimmung hatte ihren Höhepunkt erreicht, als Bucher auf die Frage nach den "Entscheidungs-Kriterien für . . ." treuherzig erklärte, zum Zeitpunkt der Systemauswahl noch nicht bei der R + V gewesen zu sein. Zwischenruf aus dem Publikum: "Das rettet Ihren Kopf."

In den Referatsbeschreibungen, herausgegeben von den Veranstaltern des "4. Internationalen Messekongresses für Telekommunikation Online ´81", heißt es zu der DDP-Momentaufnahme (siehe oben) unter anderem: "Besonderheiten des Systems IBM 8100." Voilá!

Man ist geneigt, dies für das Musterbeispiel einer Anekdote zu halten, wie sie das DV-Touristenleben schreibt: Wenn einer einen Fachkongreß besucht, dann kann er was erzählen.

Der "Online ´81-Beobachter" tröstet, daß Ausnahmen die Regel bestätigen. Überraschungen waren dünn gesät und auch futuristisches DV-Bildungstheater mit idealistischer Komponente ("Auswirkungen der Telekommunikation") bot dieser

Messekongreß gewiß nicht in ausreichendem Maße. Was da an vier Tagen über die Bühne ging, glich eher einem sterilen "Sit-in" von Telekommunikations-lnsidern und -Technokraten, angereichert durch ein Ausstellungsprogramm, mit dem wohl selbst die Aussteller nicht zufrieden sein konnten.

Das war - um im Branchen-Jargon zu bleiben - "noch ´n Layer".

Vermutlich wird auch nach diesem vierten Online-Aufguß der Veranstalter von einem Erfolg sprechen und diesen mit Teilnehmer- und Ausstellerzahlen belegen.

Was die Teilnehmerzahlen betrifft: Wir haben die Mäntel in der Kongreß-Garderobe nicht gezählt. Daß aber beispielsweise "Datex-P" ein schier unerschöpfliches Thema ist, wurde den Online-Teilnehmern erneut vor Augen geführt. Ob es freilich satt machte?

Nun kann auch der Online-Veranstalter die Protokoll-Strukturen des ISO-Paketnetzmodells nicht schneller

umschichten. Bekanntlich kommt gerade die Transportschicht zum Stehen, und es ist nicht anzunehmen, daß an der X.25-Zugangsversion (Ebenen eins bis drei) noch furchtbar viel herumgedreht wird. Je dichter man sich jedoch an die Anwendungs-, sprich Benutzer-Ebene heranrobbt, desto langsamer geht die Normungsarbeit voran.

Nicht jeder Hersteller zeigt sich eben kooperativ, wenn Markt-lnteressen im Spiel sind. Schließlich wollen alle ihre Knotenrechner und Datenstationen verkaufen.

Man kann es auch so sehen: Kein Hersteller wird auf ein Architektur-Modell hopsen, daß dann womöglich in den internationalen Normungs-Gremien gar nicht durchkommt.

Also bleibt es bei Absichtserklärungen (Beispiel IBM), mit denen sich die Anbieter sämtliche Möglichkeiten offenhalten. Für solch taktisches Verhalten muß der Anwender Verständnis haben.

Wenn allerdings die Vorträge der Hersteller-Referenten auf dem Online-Kongreß durch die Bank an diesen Marktzielen orientiert sind, dann beginnt die Sache zu stinken.

Quark wird auch durch Breittreten nicht besser.