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02.12.1983

Prototyp eines digitalen Breitbandkommunikationsystems (K-Anlage) mit Glasfaser: Siemens macht sich mit K-Anlage fit für ISDN

MÜNCHEN (bi)-Mit allen Merkmalen der K-Anlage ist das Siemens-Pilotprojekt "Siconet", ein nach Siemens-Angaben protokolltransparentes Breitband-Kommunikationsnetz mit Lichtwellenleitern, versehen. Vorläufig noch "schmalbandig" für Büroanwendungen bei Siemens selbst eingesetzt, sieht die Konzeption neben der Integration der vorhandenen Postdienste, wie Telefon, Telex, Teletex, Telefax und Bildschirmtext, auch Bewegtbild-Verteilkommunikation vor.

Vorerst sind 92 digitale Endgeräte an das Netz aus Glasfaser und zweiadrigen Kupferkabeln angeschlosen: 27 Bildtelefone, 60 Digitalfernsprecher, und fünf Teletex-Stationen. Der installierte Prototyp basiert auf Forschungsergebnissen im Zusammenhang mit Bigfon.

Die Teilnehmeranschlüsse sind über "wenige Meter" zweiadrige Kupferkabel an ein Teilnehmeranschlußgerät (TAG) herangeführt. Die Hauptstrecke besteht aus Glasfaser.

Im TAG befinden sich unter anderem für die Senderichtung zur Vermittlungszentrale ein Multiplexer für die Schmalband- und Breitbandsignale sowie der optische Sender, für die Empfangsrichtung von der Vermittlungszentrale her, der optische Empfänger und der Demultiplexer. Die Übertragung zwischen Vermittlungszentrale und TAG erfolgt über zwei Lichtwellenleiter, und zwar für jede Richtung einer. Auf der Seite der Vermittlungszentrale empfängt beziehungsweise sendet das jeweils korrespondierende Teilnehmeranschlußmodul (TAM) die Lichtsignale. Das TAM enthält analog zum TAG die entsprechenden Einrichtungen, mit denen auch die Schmalband- und Breitbandsignale von den Koppelmodulen übernommen beziehungsweise den Koppelmodulen zugeführt werden.

Die Vermittlungszentrale besteht aus einem Basissystem für Sprach-, Daten- und Textkommunikaton über 64-KBit/ s-Kanäle und aus einem Breitbandteil für die Bewegtbildkommunikation. Das Basissystem stellt auch die Verbindung zur bestehenden Fernsprech-Nebenstellenanlage sowie zum IDN der Deutschen Bundespost her.

Durch einen zusätzlich zum Nutzkanal vorhandenen Signalisierungskanal könne ein schneller Verbindungsaufbau realisiert werden. Alle Leistungsmerkmale gelten auch für Verbindungen mit Bild. Am Bildtelefon Vicoset 200 kann man jedoch zusätzlich zur Sprechverbindung eine Bildverbindung zu einem Bildtelefon-Teilnehmer aufbauen. Das Farbbild entspreche in seiner Qualität dem vom Heimfernsehempfänger gewohnten PAL-Standard. Durch eine verstellbare Kameraoptik können verschiedene Schärfeebenen eingestellt werden, je nachdem, ob das Bild einer Einzelperson, einer Gruppe oder eines Dokumentes übertragen werden soll.

Siemens plant, das derzeitige Angebot an Leistungsmerkmalen im Siconet noch zu erweitern: Nach der allgemeinen Aufnahme des öffentlichen Bildschirmtext-Dienstes sollen alle Siconet-Teilnehmer mit Bildtelefon Zugriff zu Bildschirmtext-Zentralen erhalten, auch zu internen, den sogenannten Inhouse-Btx-Systemen. Damit wird die "Multifunktionalität" des Terminals "Bildtelefon" sichtbar.

Zur Zielsetzung von Siconet meint Projektleiter Rolf Jurk: "Die Erfahrungen von Siconet können wir bei künftigen Geräten und Systemen für die Kommunikation anwenden. Besonders in Anbetracht der Vielfalt von Diensten und Leistungsmerkmalen des künftigen dienstintegrierenden Nachrichtennetzes ISDN sind solche Ergebnisse, die aus realisierten Pilotprojekten gewonnen werden, von Bedeutung."