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03.10.1986 - 

Neben den Mikroprozessoren steigt die Bedeutung optoelektronischer Anwendungen:

Prozeßanalysegeräte vor neuen Aufgaben

Sieben Aspekte, die die Schwerpunkte im Ausstellungsprogramm der Interkama bilden, hält Veranstalter Nowea für besonders erwähnenswert. Pressesprecher Rolf H. Schuh zählt sie auf.

Als wichtigster Aspekt unter den Neuheiten der Interkama gilt die deutliche Zunahme von Mikroprozessoren. Sie werden verständlicherweise nicht direkt ausgestellt, denn sie gehören nicht zu den Exponaten dieser Fachmesse. Mikroprozessoren sind gewissermaßen die "Super-Bauelemente" unseres Zeitalters, die heute in fast allen modernen Modulen des Messens und Automatisierens vorkommen, sei es auch "nur" zum Umschalten von Meßbereichen oder zum automatischen Umrechnen von Meßergebnissen.

Zweiter Aspekt: Optoelectronics

Als zweiten wichtigen Aspekt der Meß- und Automatisierungstechnik wird die gewachsene Bedeutung der Lichtleitertechnik angesehen (oder all dessen, was man heute mit den neudeutschen Schlagwörtern Optoelektronics oder Optronics bezeichnet). Hierher gehören sowohl optische Koppel- und Übertragungselemente wie auch vollständige optische Sammelleitungen, sogenannte Lichtleiter-Busse.

Schon seit den siebziger Jahren kennt man die mikroprozessorunterstützten "verteilten" Automatisierungssysteme, die mittlerweile einen technischen Stand erreicht haben der sie für einen flexiblen Einsatz besonders prädestiniert. Flexibel bedeutet hier, daß sie nicht nur in ihrer Aufgabenstellung leicht angepaßt werden können, sondern auch in bezug auf Umrüstung, Montage und Wartung.

Diese Technik basiert auf einer Art Symbiose von Rechner und Regler. Der Trend zielt zur Automatisierung per Steuerknüppel, mit dem Arbeitspunkte in dreidimensionalen Kennlinienfeldern optimal verschoben werden können.

Definierte Schnittstellen im Online-Betrieb

Eine "Traumlösung" steht gewissermaßen nun auch in der Prozeßtechnik bevor. Gemeint ist hier die direkte Anbindung von Prozeßanalysegeräten auf der "Sensorseite" unmittelbar an die oben erwähnten "verteilten" Automatisierungssysteme. Mit Hilfe von Mikroprozessoren werden Prozeßanalysegeräte künftig über definierte Schnittstellen im Online-Betrieb mit den Automatisierungssystemen zusammenarbeiten können.

Schon bei der Interkama 83 stand fest, daß in der Computertechnik die Software-Kosten künftig schneller wachsen, als die Hardware-Kosten abnehmen. Dieser Trend gilt selbstverständlich auch für Minicomputer und Mikrocomputer. Selbst die ursprünglich für andere Aufgaben vorgesehenen Personal Computer werden heute verstärkt für Automatisierungsaufgaben eingesetzt.

Neuentwicklungen an der Peripherie

An der Peripherie einer Automatisierungseinrichtung - also auf Eingangs- und Ausgangsseite - zeichnen sich Neuentwicklungen ab, die ein besonders wichtiger Aspekt im Ausstellungsprogramm der Interkama 86 sind. Eingangsseitig - also auf der Sensorseite - geht die Entwicklung eindeutig zu den Halbleiter-Sensoren, die zusätzlich zum Messen auch noch eine Vorverarbeitung des Signals ermöglichen oder auch neuere physikalische Effekte zum Messen benutzen.

Hier ist beispielsweise zu nennen: Das temperaturabhängige Intensitätsverhältnis bei der Fluoreszensstrahlung bestimmter Phosphor-Verbindungen, das zur Entwicklung eines neuartigen Temperatur-Sensors führte. Andere Verfahren ergeben einen Fluoreszens-optischen pH-Sensor ohne Referenz-Elektrode. Mit Hilfe eines ionensensitiven Feldeffekt-Transistors ergeben sich ähnlich wirkende pH-Sensoren. Selbst der "klassische" Druck-Sensor mit Membran hat einen neuen Kollegen bekommen: An die Stelle einer Membran-Auslenkung tritt beispielsweise der leichter auf optischem Wege erfaßbare Krümmungsgrad einer faseroptischen Anordnung.

Vom Auftragseingang bis zum Rechnungsbeleg

Auf der Stellgeräteseite sind die Neuentwicklungen weniger spektakulär. Als Beispiel seien hier (aktiv wirkende) drehzahlgesteuerte Pumpen anstelle von (drosselnden) Stellenventilen erwähnt, und auch auf digital strukturierte Anordnungen von Auf/zu-Ventilen im Sinne einer binären Durchfluß-Beeinflussung mit Stufung 2 - 4 - 8 - 16 - 32 (entsprechend 2 1 - 2 2 - 2 3 - 2 4 - 2 5) sei hingewiesen.

Über ein Local Area Network (LAN) - gemeint sind leistungsfähige lokale Netze mit integrierten Computern - kann künftig neben der gesamten Produktion auch der Informationsfluß vom Auftragseingang bis zum Rechnungsbeleg automatisiert werden. Dazu gehören beispielsweise so unterschiedliche Funktionen wie Auftragsablaufsteuerung, Lager- und Materialflußsteuerung bis hin zur Automatisierung von Disposition, Termin- und Kapazitätsplanung.