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22.06.2001 - 

Logistik und der lange Weg zum "E"

Prozessketten managen

Nach dem Platzen der Internet-Blase suchten sich die Börsianer im vergangenen Jahr neue Lieblinge. Neben Titeln aus der Biotechnologie lagen dabei vor allem Logistik-Aktien in der Gunst der Anleger. Doch auch hier ist inzwischen Substanz gefragt. Von Stephan Hornung*

Spätestens als die Deutsche Post AG für ihren Börsengang trommelte, wurde das Logistik-Geschäft zur neuen Boom-Branche auserkoren. Die einschlägigen deutschen Firmen konnten sich lange gegenüber dem negativen Börsenumfeld behaupten, doch zuletzt mussten auch diese größtenteils am Neuen Markt notierten Unternehmen Federn lassen.

Das Marktvolumen der Logistik-Branche wird allein in Europa auf rund 450 Milliarden Euro geschätzt und beinhaltet von der klassischen Transport- und Lager-Logistik über die Kontrakt-Logistik bis hin zum Supply-Chain- Management (SCM) und den E-Logistics-Services verschiedene Dienstleistungen. Zu den Aufgaben zählen Planung, Steuerung, Abwicklung und Kontrolle aller Materialflüsse und der damit verbundenen Informationsströme innerhalb eines Unternehmens, mit seinen Lieferanten und Kunden.

Wachstumstreiber der Branche sind die Globalisierung, das zunehmende Outsourcing, der "IT-Trend" SCM und der E-Commerce ganz allgemein. Besonders das Outsourcing dürfte vor allem in Europa noch länger positive Impulse bringen. Denn viele Unternehmen verfügen nicht über das Know-how eines spezialisierten Dienstleisters. Wie sich gezeigt hat, können durch Auslagerung die hohen Logistik-Kosten um bis zu 20 Prozent reduziert werden. In den USA sind bereits rund 60 Prozent dieses Marktes ausgeschöpft, in Deutschland nach Aussagen von Fachleuten angeblich erst 20 Prozent. Aufgrund dieses Potenzials dürfte der Markt für entsprechende höherwertige Dienstleistungen um jährlich 15 Prozent wachsen.

An der deutschen Börse sind inzwischen zahlreiche Firmen aus allen Logistik-Sparten vertreten. Zu den Vertretern der Transport-Logistik zählen die Deutsche Post AG und die Stinnes AG. Nach dem erfolgreichen IPO ist die Aktie des gelben Riesen inzwischen unter das Emissionsniveau gefallen. Ein absehbares Ende des Briefmonopols, hohe Ölpreise und der noch zu geringe Anteil der Logistik-Dienstleistungen belasten den Kurs. Besser sieht es hingegen für die EON-Beteiligung Stinnes aus. Das Unternehmen hat sich mit dem Verkauf der Baustoffaktivitäten (Raab Karcher) zu einem spezialisierten Logistik-Dienstleister gewandelt. Hauptumsatzträger ist die im Bereich Verkehr/Spedition tätige Tochter Schenker.

Die vier am Neuen Markt notierten Unternehmen Müller Lila Logistik, Microlog Logistics, Thiel Logistik und D.Logistics hingegen decken die gesamte Dienstleistungspalette ab. Die Firmen organisieren vom Transport bis zum virtuellen Datenstrom alles für ihre Kunden, bieten also auch die im Trend liegenden Inhouse-Outsourcing-Lösungen an, bei denen die gesamte Logistik samt Mitarbeitern übernommen werden. Microlog hat sich dabei auf die Bereiche Zulieferer, Metall, Chemie und Elektronik spezialisiert. Bei D.Logistics, wo man den Schwerpunkt bei hochwertiger Logistik in der Industrie und im Konsumgüterbereich gesetzt hat, gab es in letzter Zeit Gerüchte um Liquiditätsprobleme. Allerdings wurde im ersten Quartal ein operativer Cash-Flow von 79 Millionen Euro erwirtschaftet.

Als Vorzeigeunternehmen der Branche wird derzeit Thiel Logistik gesehen. Bisher konnte das Unternehmen immer über Plan abschließen. Nach Übernahmen ist das Firmenkonglomerat inzwischen aber unüberschaubar geworden. Der Erfolg dürfte also stark von einem guten Integrations-Management abhängen.

*Markus Lindermayr und Stephan Hornung sind Analysten der CMW GmbH in München. Die hier veröffentlichten Informationen beruhen auf Quellen, die wir für vertrauenswürdig und zuverlässig halten. Trotz sorgfältiger Quellenauswahl und -auswertung können wir für Vollständigkeit, Genauigkeit und inhaltliche Richtigkeit der Angaben eine Haftung nur insoweit übernehmen, als grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz Haftung begründen. Jede darüber hinausgehende Haftung wird ausgeschlossen. Für Angaben Dritter übernehmen wir kein Obligo, Aktienanlagen sind durch stärkere Kursschwankungen gekennzeichnet.