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05.03.1993 - 

Michael Slaters Hitliste der RISC-Prozessoren (Teil 1)

Prozessor-Guru sieht Windows NT als Erfolgsrezept fuer RISC-CPUs

Zwar betrage die Menge ausgelieferter Workstations gegenueber der Anzahl von PCs nur ein Prozent. Aber der durchschnittliche Systempreis fuer Workstations ist immer noch relativ hoch, die aus dem Verkauf von Workstations zu erzielende Margen sind wesentlich hoeher. Aus diesem Grund verdiene man mit ihnen im Vergleich zu PC- Boxen immer noch erheblich mehr.

Diese Fakten begruendeten sowohl den Geschaeftserfolg von Workstations-Herstellern als auch die Schwierigkeiten, mit dem PC erfolgreich zu konkurrieren.

Sechs Konkurrenten haetten sich als ernsthafte Wettbewerber fuer den Desktop-Bereich herauskristallisiert: Neben Intels X86-CISC- Architektur seien dies die RISC-Architekturen von Sun, Mips, Hewlett-Packard (HP) sowie die Power-PC-CPU von IBM und Motorola sowie Digital Equipments (DEC) Newcomer Alpha.

Slater prognostiziert, dass es nach DECs Eintritt in die RISC- Gilde - der einzigen neuen Architektur der vergangenen drei Jahre von Bedeutung - in Zukunft wohl kaum mehr solch ein bedeutendes Debut auf dem RISC-Sektor geben werde.

Der Motorola hat schlechte Karten

Der Prozessorspezialist nimmt ausdruecklich sowohl den in dem EO-PDA-Rechner (Personal Digital Assistant) genutzten "Hobbit"-Prozessor von AT&T als auch die "ARM"-CPU aus, die in Apples EO-Konkurrenzprodukt "Newton" zum Einsatz kommen. Beide wuerden in ausgewachsenen Tischrechnern auf absehbare Zeit wohl kaum eine grosse Rolle spielen.

Schlechte Karten hat Motorola: Deren 680X0-Prozessorfamilie sieht, wenn es nach Slater geht, stuermischen Zeiten entgegen, denn mit Apple und HP duerften die Leute aus Schaumburg im US- Bundesstaat Illinois ueber kurz oder lang die beiden besten Kunden verlieren. Die Apfel-Company plant ihre Zukunft mit dem Power-PC- Chip, HP hat 1992 erstmals mehr HP-PA-RISC-Systeme verkauft als solche, die auf dem Motorola-Baustein basieren.

Zudem versucht HP, die Motorola-Klientel aus der Apollo-Gemeinde mit guenstigen Migrationsangeboten auf den PA-Prozessor zu ziehen.

Intel-Prozessoren, schaetzt Slater, werden auch in den kommenden fuenf Jahren den Desktop-Markt dominieren. Interessant sei angesichts dieser Marktbeherrschung lediglich die Frage, ob es dem einen oder anderen RISC-Apologeten gelinge, sich ein kleines Stueck vom Kuchen der Grove-Company abzuschneiden.

Dies sei naemlich ausgesprochen lohnenswert. Gehe man davon aus, dass sich einer der Workstations-Hersteller zehn Prozent vom Intel- Claim (etwa 30 Millionen PCs pro Jahr) abstecken koennte, so wuerde dies ungefaehr dem Zehnfachen der bislang pro Jahr weltweit von allen Anbietern abgesetzten RISC-Systemen entsprechen.

Grundsaetzlich sei festzustellen, dass sich mit Ausnahme der Silicon-Graphics-Tochter Mips Technologies Inc. alle RISC- Architekturen fast ausschliesslich unter der Kontrolle eines Anbieters befinden.

Sun bestreitet den ueberwiegenden Teil des Sparc-Geschaefts. HP beginnt sich erst jetzt zu oeffnen, indem man das sogenannte "Pro"- Konsortiums ausrief und ein Modul an Pro-Mitglieder lizenziert, das sowohl den 7100-Chip als auch Cache-Speicher integriert. Hitachi und Samsung - beide seit drei Jahren im Besitz einer PA- RISC-Lizenz - haben sich bislang mit Ankuendigungen oder gar Auslieferungen von PA-Systemen zurueckgehalten.

DEC wiederum darf sich zwar ruehmen, Rekordhalter in Sachen Geschwindigkeit zu sein. Doch bei der Unterstuetzung der Alpha-CPU durch die Industrie hapert es noch: Cray, Kubota und Raytheon sowie der franzoesische Multiprozessor-Hersteller Advanced Computer Research International (ACRI) sind eher Nischenanbieter, die wenige Stueckzahlen abwerfen. Der Deal mit dem Echtzeit-Spezialisten Encore ist noch nicht unter Dach und Fach. Auch Olivetti will Alpha-Prozessoren nur fuer das Hochleistungs-Rechnersegment nutzen.

Bleibt das Gemeinschaftsprodukt von der IBM und Motorola. Slater gibt sich vorsichtig bei der Einschaetzung der Chancen, neben der IBM und Apple weitere Grossabnehmer fuer den blauen RISC-Chip zu gewinnen. Der Branchenspezialist vertritt allerdings die Meinung, dass Apple die gesamte Macintosh-Rechnerlinie fuer den Power-PC- Prozessor zu beleihen vermag. Dieser Umstand fuer sich sichere dieser CPU eine eintraegliche Zukunft.

(wird fortgesetzt)